"Wieso hast du das gemacht?" Fragte Henry.
"Kurz zurück in die Realität gebracht. Erschrecken hilft auch, aber hier ist es zu laut dafür. Deshalb so. Ist ja auch nicht doll und da sie die Augen geschlossen hatte, konnte sie es wortwörtlich nicht kommen sehen." Meinte Ria schulterzuckend.
Daraufhin nickte Henry verwirrt, aber verstehend. Ein Piepen war zu hören, als Frau Vogt das Mikrofon anschaltete.
"Meine Lieben, zu diesen Projekt habe ich mir eine kleine Sache erlauben lassen, natürlich abgesprochen mit den Wärtern. Vorallem eure Projektpartner müssten gemerkt haben, dass einer hier nicht ins Bild passt. Ich habe mich dazu entschieden eine Schülerin dieses Projekt mit jemanden aus dem anderen Teil des Gefängnisses machen zu lassen. Ich würde die beiden bitte einmal nach vorne bitten." Sie sah in unsere Richtung und ich hasste sie mehr als alles andere in diesen Moment.
"Schonmal jemanden das Genick gebrochen? Könntest du es mir an ihr beibringen?" Flüsterte ich zu James.
"Nicht vor den Augen der anderen." Meinte er mit einem Zwinkern.
Wir standen auf und Ria lächelte mich aufmunternd an. Die Aufregung war weg, nur meine schwitzenden Handflächen verrieten jedoch, dass ich etwas nervös war. Ich wusste nicht worüber wir reden sollten, was sagt man denn? Man diese Frau hätte einen wenigstens früher warnen können. Als wir vorne waren drückte sie uns beiden jeweils ein Mikrofon in die Hand und lächelte uns aufmuntern zu. Ein paar tuschelten, aber als sie merkten, dass wir nichts sagten, wurden sie wieder still.
"Willst du anfangen?" Fragte ich James ohne ins Mikro zu reden.
"Dir fällt was ein. Mach es einfach, als ob du in einer Rückblende schreiben würdest." Meinte er.
"Ich hasse dich." Fluchte ich.
Daraufhin zuckte er mit den Schultern und seine Grübchen kamen leicht zum Vorschein.
"Ich gebe zu, ich habe mich nur etwas auf das Projekt gefreut. Ich meine, war das wirklich interessanter als Unterricht? Wir würden schließlich zwei Wochen mit jemanden im Raum sitzen und dann? Wir würden uns zwei Wochen unterhalten. Toll. Das war ja eine Idee. Aber trotzdem waren wir doch alle zumindest etwas aufgeregt. Ich geb zu, ich war sehr nervös als ich vor dem Raum stand. Ich hatte glaube mit allen gerechnet, aber komplett ignoriert zu werden, gehörte nicht dazu und dann waren seine ersten Worte, dass er mir die Hand hötte brechen können." Fing ich an.
"Ich denke, dass Problem dabei ist, dass ich es wirklich hätte machen können. Ich wollte von Anfang an nicht mitmachen und verstand auch nicht, wieso ich mitmachen sollte. Leider akzeptieren die Leute hier kein Nein wenn sie um sowas ging. Jetzt bereue ich es nicht dabei zu sein, ich meine ich bekomme ordentlichen Kaffee, was will man mehr." Es waren ein paar Lacher von den Häftlingen zu hören, welche verstanden was er meinte.
"Ich hatte wirklich vor sie zu ignorieren. Dann tat sie mir leid, weil sie echt nicht die hellste zu sein schien. Ich hatte recht. Die ist echt naiv." Redete er weiter.
"Na danke auch." Ich verdrehte die Augen.
"Sei mir nicht böse."
"Ich doch nicht, kann nur sein, dass ich Montag ausversehen den Kaffee vergesse." Daraufhin bekam ich einen, was hast du gesagt, Blick von James.
"Das Problem bei uns ist, dass er nicht redet. Deshalb verbringen wir unsere Zeit damit, zu schreiben. Jetzt hält er nicht mehr die Klappe. Wahrscheinlich wird es nächste Woche nicht anders sein. Aber naja, machen wir das Beste daraus." Beendete ich es.
Wir schalteten die Mikrofone aus und legten sie hin, jedoch wurden wie vom gehen abgehalten.
"Was genau hat sie dazu gebracht, Sina schlussendlich doch nicht zu ignorieren?" Fragte Frau Vogt.
Ich lächelte unschuldig.
"Das können Sie gerne in meinen Aufsatz lesen."
Damit gingen wir zu unseren Platz. Ich verdrehte auf dem Weg dahin die Augen. Ria meinte was von, dass war doch nicht allzu schlimm und das ich es gut gemacht hätte.
"Tz, bildest dir bestimmt was drauf ein." Meinte das Mädchen neben Ria.
"Wie bitte?" Fragte ich verwirrt.
"Jeder von uns bekommt einen Kleinkrimminellen, da du die einzige bist mit einem Schwerverbrecher, fühlst du dich bestimmt besonders, aber das bist du nicht. Wahrscheinlich hat es die Lehrerin gemacht, in der Hoffnung, dass er dich killt." Meinte diejenige.
James neben mir verspannte sich und sah das Mädchen an.
"Vielleicht hast du dich auch von ihn flachlegen lassen, dass er dich nicht tötet." Behauptete sie, weshalb Serafina neben mir lachte.
Ich hob die Hand, bevor Ria was sagen konnte ich legte meinen Kopf leicht zur Seite und lächelte unschuldig, aber nicht auf die wirklich unschuldige Art. Ria kannte sie sehr gut. Das Mädchen wollte Stress. Oh Liebes, das klappt mit mir nicht wirklich.
"Naja wir können gerne zum Gynäkologen wenn du dich meiner Jungfräulichkeit versichern willst, du stellst mich als Schlampe da, obwohl du mich nicht kennst. Du verabscheut einfach ohne Grund meine Klasse, natürlich muss ich da eine Schlampe sein. Aber ich erinnere dich nur daran, dass du deinen Ausschnitt tiefer gezogen hast, als du James gesehen hast, wie kommt es? Was hat dich dazu gebracht? Ich schreibe, jedoch kann ich meine Charaktere nicht einfach handeln lassen wie ich es will. Ich beobachte die Leute um mich herum in bestimmten Situationen und arbeite solche Reaktionen in meine Geschichten ein und ich glaube nicht, dass ich die einzige bin, die diese Reaktion von dir mitbekommen hat, sodass du es gar nicht abstreiten brauchst. Aber jetzt ist dein Oberteil wieder normal und deine Brüste fallen nicht fast raus. Sag mir, wie kommt das? Du hast mitbekommen welche Straftat er begangen hat richtig? Du verurteilt ihn nun daran ohne ihn zu kennen. Du weißt nicht, wie oft er es gemacht hat, du weißt nicht ob er es bereut und trotzdem verurteilt du ihn sofort, willst nichts mit ihn zu tun haben, wobei du doch vorher offensichtlich Interesse für ihn hattest. Erklär mir, hat die eine Straftat dich so zurückschrecken lassen?" Ich sprach ruhig, ändere meine Kopfhaltung nicht.
Wenn ich meinen Kopf so hatte, bereitete Ria sich, wenn es im Unterricht war, darauf vor, dass es keinen weiteren Unterricht gab. Ich war hart, ehrlich, sagte was ich dachte und zeitgleich ging ich auf andere Dinge ein, es brachte die Personen aus der Fassung, verursachte Unsicherheit und plötzlich wollten sie sich mit irgendwas verteidigen, obwohl sie wussten, dass ich die Wahrheit sagte, sie wollten sich umbedingt verteidigen und krallten sich an Kleinigkeiten, denen ich jedoch widersprechen konnte. Es gab wenige, die mich dann, wenn ich wusste was ich sagte, zum zurückweichen brachten. Das Mädchen da, würde keine von ihnen sein. Sie war knallrot, kratze sich am Nacken, knetete überfordert ihre Hände und wischte den Schweiß daran an der Hose ab, wärend sie mir zuhörte. Sie war keine die auf Wiederworte vorbereitet war, eindeutig konnte sie damit nicht umgehen, weshalb sie mich auch nicht unterbrochen hatte. Schlussendlich wandte sie sich ab und versuchte ihren Scham zu überdecken indem sie mit ihren Partner sprach, welcher mit einem Augenverdrehen drauf einging. Also ließ ich sie sich zurückziehen und ließ die leicht schräge Haltung meines Kopfes fallen. Ich lehnte mich nach hinten.
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Just ask me, little one
AlteleWenn die Leute mich beschreiben lachen sie und sagen ich sei krank, das etwas in meinen Kopf nicht stimmt. Und wieso? Ich schreibe Geschichten. Geschichten über Folter, Vergewaltigung, Versklavung und Missbrauch von Personen. Aber wer ist gestörter...
