"Gibt es etwas, was du in deinen Leben bereust?" Fragte ich.
"Nein. Eigentlich nicht, du?"
"Ich habe noch nicht so viele Entscheidungen treffen müssen um was wirklich bereuen zu können. Aber ich bereue es manchmal, dass ich meine Geschichten veröffentlicht habe. Vorallem als meine Klasse anfing sie zu lesen." Erklärte ich.
Wir waren auf dem Weg zur Cafeteria, Jack lief hinter uns, wärend wir redeten.
"Das kann ich mir vorstellen. Haben sie dir schon mal vorgeworfen, dass du mit solchen Gedanken jemanden umbringen würdest?"
"Zum Glück noch nicht. Ich glaube ich wäre auch gar nicht in der Lage jemanden zu töten. Mordgedanken hat doch eigentlich jeder, die Frage ist nur, wie ausgeprägt sie sind. Aber ich denke nicht, dass ich das Leben von einer Person beenden könnte, wenn ich das Messer in der Hand halte und derjenige vor mir ist." Erklärte ich.
"Wieso könntest du es nicht tun?" Fragte er.
"Aus den selben Grund, wieso ich mich in meiner depri Teenagerphase nicht umgebracht habe. Ich hatte es zwar nie vor, aber ich hab drüber nachgedacht wie es wäre und hab beschlossen, dass ich einfach keine trauernden Menschen hinterlassen möchte."
Vor der Kantine wurden ihn die Handschellen abgenommen wir beide betraten die Kantine, jedoch gab ich Jack sicherheitshalber mein Handy. Nicht das es jemand glaut. Drin waren ein paar Wärter, die aufpassten und Jack ging selbst in die Mittagspause. James holte sich sein Essen und zeigte mir, an welchen Tisch ich mich setzen sollte. Ich wartete da und schenkte mir wärendessen etwas zu trinken ein. Ich spürte, dass ich beobachtet wurde, aber ich versuchte so unauffällig wie möglich zu sein, was recht schwer war. Ich viel auf wie ein bunter Vogel.
"Hallo. Sina richtig?" Ein Schwarzhaariger setzte sich an den Tisch.
"Ja richtig." Ich lächelte ihn leicht an, wir hatten vorgestern zusammen Poker gespielt.
Er lächelte ebenfalls und fing dann mit dem Essen an. Ich jedoch wartete auf James, welcher auch schon kurz darauf kam. Das Essen roch schlechter wie bei uns an der Schule, was ich schwer für möglich gehalten hatte. Als er sich neben mich gesetzt hatte fing ich dann mit ihn an zu essen. Nach und nach füllte sich die Kantine und der Tisch bei uns wurde voll. Ich reichte James seinen Kaffee und hielt ihn ein Stück Kuchen hin.
"Warte. Du bekommst Essen und Kaffee von ihr?" Fragte ein blondhaariger.
Daraufhin zuckte James mit den Schultern.
"Das ist unfair. Hätte ich das gewusst, hätte ich versucht deinen Platz beim Projekt zu bekommen." Beschwerte er sich.
Ich brach die Hälfte von meinen Stück ab und reichte sie ihn. Dieser sah unglaubhaft zu den Kuchen und nahm ihn dann an.
"Danke." Sein Nachbar brach sich was bei den blondhaarigen ab und aß selbst.
"Daniel, du vergisst, dass ich gar nicht mitmachen wollte. Das sie mir essen und Kaffee mitbringt konnte ich selbst nicht wissen." Meinte nun James und gab selbst die Hälfte von seinen Kuchenstück an seinen Nachbar weiter.
Wir saßen zu fünft an den Tisch. Ich war still und aß einfach den Kuchen, dann packte ich es weg und trank etwas von meinem Tee.
"Was kann ich dir geben, dass du mir auch Kaffee mitbringst?" Fragte Daniel, der blondhaarige.
Ich lächelte ihn entschuldigend an, weshalb er seufzte.
"Wie ist das Tattoowieren gelaufen?" Fragte der schwarzhaarige.
"Ganz gut. Aber ob sie auch in die richtigen Hautschichten gestochen hat, wird sich erst später feststellen. Morgen wieder Pokern?" Meinte James.
"Klar wieso nicht. Aber du musst wohl eher deine Kleine fragen, ob sie dich auch lässt." Der Glatzköpfige sah zu mir.
"Da er mich sonst ignoriert muss ich es wohl." Meinte ich.
Daraufhin mussten die anderen Schmunzeln, James zuckte mit den Schultern. Ich hörte den Jungs bei ihren Gesprächen zu, bis Jack kam und uns wieder in den anderen Raum führte. Ich fand das ständige Handschellen ab und dran nervig, aber James schien es schon gewohnt zu sein und es nicht anders zu kennen. Zusammen betraten wir beide den Raum. Wir setzten uns wie immer hin und ich tat die Tasche an die Stelle wie sonst. Ich sah James an er war genauso entspannt wie sonst. Und ich, ich war entspannter als am ersten Tag. Aber noch immer leicht angespannt, was an der Stimmung des Gefängnis lag. Ich glaube wenn ich 24/7 hier wäre, so würde ich den Verstand verlieren. Jedoch sahen alle nicht dannach aus, als hätten sie ihn verloren. Vielleicht bildete ich mir diese Stimmung auch ein. Wir unterhielten uns über belangloses, nichts wirklich wichtiges, was man sich merken müsste. Er erzählte mir ein bisschen von den Alltag im Gefängnis und wie die Wärter so waren und wie sie behandelt wurden. Klar hatte jeder zu den Häftlingen eine eigene Meinung, aber man bemühte sich scheinbar nach Kräften alle menschlich zu behandeln. Die meisten die mal in Issulierung kamen, machten sowas dann nicht mehr und blieben still. Prügelei gab es selten und meist war es eine um Frust rauszulassen. Ich hörte seiner Stimme zu und merkte, wie ich seine Stimme genoss. Sie hatte so einen angenehmen Klang, dass er als Erzähler hätte arbeiten können.
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Just ask me, little one
De TodoWenn die Leute mich beschreiben lachen sie und sagen ich sei krank, das etwas in meinen Kopf nicht stimmt. Und wieso? Ich schreibe Geschichten. Geschichten über Folter, Vergewaltigung, Versklavung und Missbrauch von Personen. Aber wer ist gestörter...
