,,Und ihr habt keinen Ersatzschlüssel?", fragte ich. ,,Doch, na klar!", rief Chris, kletterte über den Zaun und lief in den Garten. Eigentlich gab es eine Alarmanlage, damit niemand einbrechen konnte und so. Aber tagsüber konnte man, wenn man fit genug war, darüber klettern.
,,Den habe ich gestern benutzt.", murmelte Luke. ,,Was soll das heißen?", fragte ich verunsichert nach. ,,Äh, nichts besonderes. Nur, dass ich ihn nicht aufgeräumt habe und er somit noch im Haus liegt." - ,,Ach, wenn weiter nichts... Dann ist es ja nicht so schlimm.", sagte ich sarkastisch.
Kurz darauf kam Chris zurück: ,,Ich kann ihn einfach nicht finden. Luke, kannst du mir bitte kurz helfen?", bat er seinen Bruder, der schwieg. ,,Luke? Willst du es sagen oder soll ich?", fragte ich. ,,Ich habe ihn gestern benutzt..." - ,,Jaa?" - ,,Und habe ihn nicht zurück..."
,,Du hast was?!", rief Chris. ,,Ich habe ihn nicht aufgeräumt, verdammt nochmal!", schrie Luke zurück. ,,Hey, Jungs! Hört mal auf, euch zu streiten! Ich weiß ja nicht, was ihr jetzt macht, aber ich lege mich jetzt wieder hin und sonne mich. Weckt ihr mich in einer Stunde?" - ,,Was ist in einer Stunde?", fragte Luke. Och bitte, schaltet doch mal euer Hirn ein. ,,Da müsste ich gewendet werden, damit ich nicht verbrutzel. Ihr wollt doch nicht, dass ich auf einer Seite verbrenne und die andere Seite noch nicht gar ist?" Luke schaute mich verwundert an. ,,Oh man! In einer Stunde kommt meine Mam wieder!" Jetzt schaute er mich noch verdutzter an. ,,Sie wird ja wohl in einer Stunde die Einkäufe erledigen? Sonst braucht sie auch nicht länger.", erklärte ich ihm. Die anderen Jungs fingen an, zu lachen. ,,Ehm, sie kommt erst heute Abend wieder. Sie will nach dem Einkaufen noch zu einer Freundin oder so...", erklärte Chris.
,,Okay, dann schaut ihr jetzt, ob irgendwo ein Fenster offen ist. Es kann doch nicht so schwer sein, bei sich selbst einzubrechen?" Die Jungs liefen um das Haus. Als sie zurück kamen, schaute ich sie fragend an, aber sie schüttelten die Köpfe. Och, ne...
,,Habt ihr irgendwo eine Leiter?", fragte ich sie nach einer kurzen Denkpause. ,,Na, klar. Hinten im Schuppen müsste eine sein!", rief Chris erfreut. Schuppen war vielleicht etwas untertrieben, aber es gab ein Gebäude mit verschiedenen Geräten. Sie hatten alleine vier Rasenmäher!
,,Ehm, wozu brauchen wir überhaupt eine Leiter?", fragte Luke. Er hatte recht. ,,Die Fenster sind alle alarm gesichert. Außer eins, das auf den Dachboden führt." - ,,Dieser ist aber verschlossen." - ,,Guter Einwand, Luke. Aber in irgendeiner Kiste ist der Schlüssel versteckt. Und ihr..." Ich deutete auf meine Brüder. ,,müsstet wissen, in welcher." Sie schauten etwas verlegen. ,,Okay, dann suchen wir eben. Und außerdem möchte ich hier runter!" Und schon fingen die Jungs wieder zu lachen an. Ich blickte sie kurz böse an und sie stellten sich in einem Kreis vor mir auf. Sie breiteten ihre Hände aus?
,,Ich springe da nicht runter!", sagte ich, als sie mich erwartungsvoll anschauten. ,,Du weißt, dass sich viele Mädchen genau das aber wünschen?", antwortete Dylan grinsend. Ich blickte ihn angeekelt an und er bekam einen Seitenhieb von Luke.
,,Springst du jetzt?", fragte Chris genervt. ,,Garantiert nicht!", antwortete ich, als wäre das das Absurdeste, was ich je machte.
,,Luke, ist deine Balkontür offen?", fragte Dylan. ,,Ne. Chris?" Er schüttelte nur den Kopf. Gute Idee, dann hätte ich ja über die Bambuswand klettern und ihnen die Tür öffnen können! Ist ja nicht so, dass sie auch nur um die zweieinhalb bis drei Meter hoch wäre. Dann springe ich ja doch lieber...
Irgendwann hatten sie mich tatsächlich dazu überredet, dass ich vom Balkon springe. Aus mindestens drei Meter Höhe! Dafür würden sie mich täglich in die Schule fahren. Zumindest Luke. Chris war normalerweise gar nicht da, er studierte irgendwo weiter weg. Wenn Luke aber mal keine Zeit hätte, würde mich einer der restlichen Jungs fahren. Also sprang ich. Und landete in einem Armgewirr. War eigentlich gar nicht so schlimm. Zusammen liefen wir in den Schuppen. Und fanden tatsächlich eine Leiter. Die Jungs trugen sie zur Hinterseite des Hauses. Chris kletterte zuerst nach oben und öffnete das Fenster. Dann gingen die Jungs nach und nach nach oben. Als nur noch Luke, Dylan, Jack (ein Kumpel von Luke) und ich übrig waren, hörten wir Polizeisirenen und einen Polizisten, der durch ein Megaphon schrie: ,,Bleiben Sie stehen! Sie sind umzingelt!"
Chris schaute aus dem Dachfenster nach unten und wir liefen um das Haus herum, um zu sehen, was los war. Als wir um die Ecke kamen, sah ich ein paar Polizeiwagen mit sehr vielen Polizisten, die eine Pistole auf uns richteten.
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Dream About A Bad Boy
Teen Fiction,,Tja. Ich kann dich halt dauernd auf's Neue überraschen." Ich erinnerte mich an den Tag in der Turnhalle, an dem meine Abschiedsfeier stattfinden sollte. Als er jemanden erschossen hat. Als ich zusammengebrochen war. An den Tag, an dem ich nach ein...
