POV: Joanna
Nun näherten wir uns dem Wachmann ...
,,Ausweis!", forderte der Officer unfreundlich. ,,Jetzt machen Sie mal halblang.", sagte Nick provozierend und zog gekonnt den Ausweis hervor.
,,Und Sie Madame?", nun schaute der Wachmann mich an. Ich fing an sinnloses Zeug zu stottern und schielte hilfesuchend zu Nick hinüber, der meinen Blick verstand und auf eine kleine Tasche am Gürtel deutete. Schnell zog ich den Ausweis heraus.
,,Mrs Benford?!", fragte der Officer überrascht. ,,Ich wusste gar nicht, dass Sie von Mallorca zurückgekommen sind. Sie haben sich aber ganz schön verändert. Und braun sind Sie geworden ..."
,,Woher wissen Sie, dass ich auf Malle war?", fragte ich verunsichert. ,,Das haben Sie mir doch erzählt, wissen Sie nicht mehr?" Nick stoppte die merkwürdige Unterhaltung: ,,Haben Sie denn nicht von Ihrem unglücklichen Unfall erfahren?" - ,,Was für einen Unfall?", fragte ich neugierig.
,,Sehen Sie, sie kann sich schon gar nicht mehr daran erinnern." - ,,An was erinnern?", fragte ich nun doch verwirrt.
,,Wissen Sie", sagte Nick zum Wachmann: ,,Sie hatte einen schweren Unfall, durch den Teile ihres Gehirns geschädigt wurden."
Betroffen schaute mich der Officer an und fügte hinzu: ,,Hoffentlich geht es Ihrem Mann gut." - ,,Welcher Mann?", spielte ich verwirrt, was ich nebenbei wirklich war.
Meine Frage ignorierend wandte er sich an Nicks Ausweis. ,,Mein Beileid, dass sich Ihre Frau nicht mehr an Ihre Ehe erinnern kann." - ,,Ähm ... Unsere Ehe? Ja, das ist echt schrecklich"
,,Ihr Vater, Mr Benford, erwartet Sie in seinem Büro, wegen den Jugendlichen, die Sie verpfiffen haben. Es müsste gleich noch die Freundin des Gangführers ankommen. Joanna oder so, heißt sie ..."
Unwillkürlich musste ich husten. Nick jedoch hielt seine Fassade aufrecht: ,,Ach so, natürlich. Wir werden uns sofort auf den Weg machen. Dann noch einen schönen Tag, Mr Lovell."
,,Ihnen ebenfalls.", verabschiedete sich der Wachmann und ließ uns vorbei.
Als sich die Aufzugstüren schlossen, fragte ich Nick: ,,Woher hast du seinen Namen gewusst?" - ,,Stand auf dem Namensschild.", sagte Nick schulterzuckend .
Nun schaute er mich eindringlich an und fragte: ,,Warum sind wir eigentlich hier?" - ,,Gute Frage. Ich weiß nur, dass Dave hier irgendwo ist und meine Mum angerufen hat. Weißt du, was er gemacht hat?"
,,Nein, naja nicht direkt, wir wollten uns heute in der alten Lagerhalle treffen, aber ich hatte keine Zeit." - ,,Und was macht ihr normalerweise in der Halle?", fragte ich neugierig.
,,Verschiedenes ...", entgegnete Nick. ,,Darunter verstehst du was?", löcherte ich ihn weiter. ,,Naja, so alltägliche Sachen halt ..." - ,,Hmm, genau. Ist klar.", meinte ich ironisch.
,,Für dich vielleicht nicht ganz so alltägliche Sachen ..." - ,,Hey, du kannst mir vertrauen. Ich bin doch nicht die Polizei." - ,,Aber du arbeitest für das FBI.", entgegnete Nick und deutete unauffällig in eine Ecke des Fahrstuhls.
Verwirrt drehte ich mich in die Richtung und fragte: ,,Hä, die haben hier Kameras?!" - ,,Ja, sag's halt noch lauter.", schnauzte Nick mich an, doch er fasste sich schnell wieder: ,,Schatzi, hast du das denn etwa bei deinem Unfall auch vergessen?"
Bevor ich irgendetwas dummes antworten konnte, fragte mich Nick: ,,Weißt du eigentlich, wo wir hin müssen?" - ,,In das Büro deines Vaters.", grinste ich, da ich genau wusste, dass ihm das nicht viel brachte.
,,Du weißt nicht zufälligerweise, wo das ist?", fragte er genervt. Ich schüttelte den Kopf.
,,Spiel mal schön deine Rolle weiter ...", grinste Nick. ,,Welche Rolle?! ... Ach so ... Ja, meinetwegen.", gab ich mich selber geschlagen.
,,Wenn wir draußen sind, sprichst du irgendeinen Angestellten an und fragst nach Mr Benford, alles klar?", fragte er mich flüsternd.
,,Ja, man! Ich bin ja nicht ganz blöd." - ,,Nein, aber vergesslich!", grinste er. Ich zog eine Grimasse und wartete darauf, dass die Türen des Aufzugs aufgingen. Irgendwann wollte ich auch mal so einen perfekten Abgang, wie die Leute in Filmen hinbekommen!
Auf dem Flur gingen wir an einem Fenster vorbei und ich fragte Nick leise in welchem Stockwerk wir seien. ,,Nur 29. Stock. Wieso?"
,,Es sah nur ein bisschen hoch aus ...", antwortete ich wahrheitsgetreu und ging auf einen Mann in Anzug zu. ,,Wissen Sie, wo sich das Büro von Mr Benford ist?", fragte ich ohne Umschweife.
Er sah von seinen Akten auf, schaute mich kurz verwirrt und antwortete freundlicherweise: ,,Folgen Sie mir."
Wo war Nick?! Er war doch gerade noch da? Ich schaute mich panisch um. Verdammt! Jetzt folge ich diesem Unbekannten, der ebenso ein Vergewaltiger war! Und vielleicht reagierte ich gerade ein klitzekleines bisschen über.
,,Nick!", schrie ich über den Flur, als ich ihn endlich sah. Er lief eilig in unsere Richtung und kam dann zu uns. Wir liefen hinter dem ... Anzugmann her, der gefühlte tausend Mal abbog. Zurück würde ich alleine nicht mehr finden!
Da dieser Typ ein bisschen schnell lief, hingen wir (vielleicht wegen mir) etwas hinterher. Leise fragte ich Nick: ,,Warum muss ich eigentlich noch diese Rolle spielen? Mr Benford wird ja wohl seine Schwiegertochter erkennen! Und erst recht seinen Sohn."
,,Hmm, ja, gute Frage ... Wir lassen es, okay?" Zufrieden nickte ich und holte diesen Anzugmenschen wieder auf.
Während ich auf ihn zu rannte, blieb er urplötzlich stehen! Und ich knallte natürlich mit voller Wucht ihn ihn herein und schmiss ihn um. Fack! Obwohl ... Ich landete eigentlich einigermaßen weich ...
Ich stand wieder auf und klopfte an der Tür, vor der wir nun waren. Auf einem Schild neben der Tür stand Special Agent Benford.
Der Anzugtyp stellte sich hinter uns und wartete ebenfalls.
Nach etwa einer halben Minuten klopfte Nick etwas lauter gegen die Tür, doch es regte sich immer noch nichts. Nun hämmerte er regelrecht dagegen.
Nach kurzer Zeit drückte er die Klinge herunter und wollte einfach so in den Raum, doch es war abgeschlossen.
,,Na toll! Ist dieser Benford überhaupt da?!", murmelte Nick und wollte gehen. Er erwartete wahrscheinlich keine Antwort, doch dieser immer noch etwas suspekte Typ antwortete tatsächlich: ,,Ja, er ist da. Ich weiß sogar, wo."
Nick drehte sich abrupt um und fragte: ,,Ist das Ihr verdammter Ernst?! Warum sagen Sie uns das eigentlich nicht gleich?"
Der Anzugmann ignorierte ihn und holte einen Schlüssel heraus und steckte diesen wirklich in das Türschloss! Hauptsache wir können erst mal ewig klopfen ... Frechheit!
,,Kommen Sie mit." Ich schaute kurz zu Nick, der angespannt aussah und lief dann vor ihm durch den Türrahmen.
Das Büro war schlicht eingerichtet und in weiß gestrichen. Die Möbel jedoch waren allesamt schwarz. Das bildete einen schönen Kontrast.
Der Typ setzte sich auf einen Chefsessel hinter dem Schreibtisch und deutete auf zwei Stühle, die davor standen. Er sagte: ,,Guten Tag, ich bin Mr Benford, Special Agent beim Federal Bureau of Investigation. Und Sie sind?"
DU LIEST GERADE
Dream About A Bad Boy
Novela Juvenil,,Tja. Ich kann dich halt dauernd auf's Neue überraschen." Ich erinnerte mich an den Tag in der Turnhalle, an dem meine Abschiedsfeier stattfinden sollte. Als er jemanden erschossen hat. Als ich zusammengebrochen war. An den Tag, an dem ich nach ein...
