Kapitel 19

214 14 1
                                        

POV: Luke

Das war jetzt nicht unbedingt der beste erste Eindruck, den Jo von uns hatte, aber, nun ja, so sind wir halt.

Ich ging brav hinter Jamie in das Direktoriat. Ich hasste es hier. Dauernd musste ich diesem fucking Mr Black erklären, dass ich unschuldig bin! Jedes Mal! Und er glaubt es mir nicht! Auch jedes Mal! Naja, vielleicht war ich ja auch manchmal ein klitzekleines bisschen schuldig. Aber nur manchmal!

Ich setzte mich wie immer auf einen der Stühle vor dem Tisch. Jamie saß rechts neben mir. Joanna links. Daneben dieser komische Fremde. Ich mochte nicht, dass er Jo so nah war. Er war mir so ... unsympatisch? Ich war ja auch nicht unbedingt die netteste Person, aber er war doch ein bisschen schlimmer. Hatte ich das Gefühl... Ich musste aufpassen, dass er nicht meinen Platz einnimmt!

,,So, schießt los. Was war diesmal? Ich möchte nicht das Gleiche wie das letzte Mal hören. Oder das vorletzte Mal. Oder vorvorletztes Mal. Ihr wisst schon...", sagte Mr Black. Im Grunde war er kein schlechter Mensch, er machte ja auch nur seinen Job, aber ich mochte ihn wahrscheinlich genau deshalb nicht.

,,Dann können wir leider nicht so viel erzählen.", sagte ich und stand auf, um den Raum zu verlassen. ,,Dawson! Hinsetzen!" Ich seufzte übertrieben und setzte mich wieder. ,,Also, was war los?", fragte er streng.

POV: Dave

Ich konnte es nicht fassen! Ich hatte Joanna wieder! Sie schien zwar nicht unbedingt glücklich darüber zu sein, dass wir uns schon wieder begegneten, aber das konnte ja noch werden. Nur, warum mag sie diese zwei Vollspacken?! Sie schien sich ziemlich gut mit ihnen zu verstehen, einem ist sie vorhin um den Hals gefallen! So wie ich die zwei Jungs einschätzte, waren sie zurzeit die Badboys der Schule. Das war wirklich nicht der beste Umgang, mit dem sie zu tun haben sollte. Ich vielleicht auch nicht so, aber die zwei Arschlöcher waren es eindeutig nicht!

,,Also was war los?" - ,,Na, dasselbe wie letztes Mal. Oder vorletztes Mal. Oder vorvorletztes Mal. Sie wissen schon?", machte sich dieser Dawson über den Rektor lustig, der schon das zweite Mal gefragt hatte. Beim ersten Mal ist er aufgestanden und wollte gehen. Naja, vielleicht war er doch nicht so schlimm, wie ich dachte. Also Dawson halt, nicht Mr Black. Ihn hasste ich total! Ich musste mir schon das Lachen verkneifen, als Dawson den Raum verlassen wollte, jetzt prustete ich los. Das hätte sich niemand an unserer Schule getraut! Nicht mal ich. Der erste Eindruck von meinem neuen Rektor war, dass er ziemlich streng wirkte, aber nachdem er so verarscht wurde, konnte ich ihn nicht mehr als Autoritätsperson anerkennen. Er musste auch leicht grinsen.

,,So. Genug gelacht. Parslow! Wollen Sie erzählen?" - ,,Naja, eigentlich ..." - ,,Das war keine Frage! Erzählen!" - ,,Eigentlich gibt es da nicht viel zu erzählen.", beendete ich meinen Satz. ,,Sag' ich doch! Wie immer.", machte Dawson mit. Er war wirklich nicht übel. ,,Wollen Sie mir erzählen, was los war?", richtete sich Black an den Jungen, mit dem ich zuerst zu tun hatte. ,,Ne, lassen Sie mal sein..." - ,,Sie erzählen mir jetzt sofort was los war!", schrie er ihn an. ,,Muss' das jetzt sein?", fragte der erste von vorhin genervt nach. Der Rektor nach sich eine Flasche aus dem Schubfach, von der man den Inhalt nicht sehen kann.

,,Wasser.", erklärte er meinen Blick. Dawson lachte: ,,Sagen Sie ruhig die Wahrheit." Der Rektor schaute ihn wütend an und sagte: ,,Zehn Stunden Nacharbeit!" - ,,So wird man also am ersten Schultag begrüßt?", fragte ich frech nach. Black schaute kurz überrascht und sagte dann: ,,Natürlich nicht. Fünf müssten reichen." - ,,Das ist jetzt aber nicht unbedingt fair?", meldete sich nun auch mal Joanna. Der Rektor schien gerade erst zu bemerken, dass sie auch anwesend war und fragte: ,,Und Sie sind?" - ,,Ebenfalls neu. Und ich finde es nicht fair, dass Luke und Jamie zehn Stunden nachsitzen müssen und Dave nur fünf." - ,,Und was schlagen Sie stattdessen vor?" - ,,Ich gebe Ihnen recht. Am ersten Tag gleich Nacharbeit zu bekommen, ist nicht gut für den Ruf der Schule. Aber es sollte unbedingt Gleichberechtigung herrschen. Egal, ob ein Schüler neu ist oder nicht, möchte er gleich behandelt werden, wie die anderen. Deshalb schlage ich vor, dass Dave keine Strafarbeit bekommt. Und wegen der Gleichbehandlung müssen Luke und Jamie auch nicht nachsitzen."

Ich schätzte mal, dass sie das nicht für mich getan hat, sondern eher für die anderen zwei, aber ich war ihr sehr dankbar. ,,Meinetwegen. Hätte eh keine Lust gehabt, euch Rabauken zu beaufsichtigen." - ,,Das hatten Sie noch nie. Deshalb waren wir meistens alleine.", antwortete Jamie. Der andere Junge hieß Luke. Das wusste ich, weil Joanna immer zu ihm geschaut hat, wenn sie seinen Namen genannt hat. Nein. Ich war nicht eifersüchtig! Auch nicht darauf, dass sie ihn immer anlächelte. Sie schienen beide sehr zufrieden in der momentanen Situation zu sein. Wahrscheinlich waren sie ein ziemlich glückliches Paar, da wollte ich nicht dazwischen funken. Naja, okay, vielleicht war ich ganz minimal eifersüchtig. Aber so wenig, dass es eigentlich gar nicht zählte.

,,Sie waren nicht alleine, da sie immer aus dem Fenster geflohen sind." - ,,Aber auch nur, weil wir sonst alleine wären.", antwortete Jamie. ,,Raus mit euch.", gab Black endlich nach.

Vor der Tür fiel diesmal Luke Joanna um den Hals und hob sie hoch. Beide waren glücklich und lachten. Er setzte sie wieder ab und sie schauten sich tief in die Augen. Sie kennen sich also schon länger. Als Jamie sich räusperte, fuhren sie erschroken auseinander. ,,Danke.", sagte ich kurz und wollte gehen, als die Tür zu Black's Tür erneut aufging. ,,Was machen Sie denn noch da?" - ,,Wir wollten gerade in den Unterricht.", grinste Luke. ,,Was habt ihr?" Luke und Jamie antworteten mit Deutsch. Joanna sagte, sie musste noch in das Sekretariat gehen und Luke meinte, er zeige ihr, wo es sei. Nun sah der Rektor mich fragend an. Ich wusste es selber nicht und antwortete: ,,Ich muss auch noch in das Sekretariat gehen." - ,,Sie zeigen ihr, wo es ist. Dann kann Dawson schon mal in den Unterricht." - ,,Das ist echt nicht nötig. Ich mache das sehr gerne.", antwortete dieser. Ich konnte ihn verstehen. Wenn Joanna meine Freundin wäre, würde ich sie auch nicht mit ihm alleine lassen.

,,Keine Diskussion! Mitkommen!" Schließlich stand ich nun alleine mit ihr im Flur. ,,Joanna. Ich ..." - ,,Lass' es einfach.", sagte sie und lief los. ,,Joanna?" - ,,Ich sagte, du sollst es lassen!", schrie sie mich wütend an und stampfte weg. Der Auftritt war hammer.

,,Andere Richtung.", rief ich, als sie schon fast außer Sichtweite war. Sie kam zurück und wollte an mir vorbei, doch ich stellte mich immer so vor sie, dass sie keine Chance hatte, an mir vorbei zu laufen. ,,Lass'. Mich. Sofort. Vorbei!", erklärte sie mir bedrohlich.

,,Erst möchte ich mit dir reden." - ,,Es gibt nichts zu reden!" - ,,Dann kommst du hier auch nicht vorbei.", sagte ich grinsend. Sie lächelte mich auf einmal ganz lieb an und sagte: ,,Du hast recht. Ich gebe dir einfach, was du willst." Sie stellte sich vor mich und schob mich vorsichtig richtung Wand. Ich gab mir Mühe, meinen Freund unter Kontrolle zu behalten. Sonst würde es wirklich schief gehen. Und ich wollte nicht diese kleine Chance verpassen.

Ihr Gesicht kam meinem näher und ich schloss meine Augen. Es ging nicht anders und in meiner Hose bildete sich eine kleine Beule. Scheiße!

Ich wollte sie gerade küssen, als ich merkte, dass sie ging. Schnell öffnete ich meine Augen und sah sie schon ein paar Meter weiter weg. Sie drehte sich um, grinste mich frech an und ging weiter.

Dream About A Bad BoyGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt