Kapitel 48

140 12 2
                                        

POV: Joanna

,,Und was, wenn ich wieder süchtig werde?", fragte Dave.

,,Wirst du nicht. Und wenn doch, steigst du eben auf andere Drogen um.", ermutigte ich ihn.

,,Zum Beispiel auf dich?", grinste er.

,,Ich habe eher an Schokolade gedacht oder so ... ", erklärte ich zögerlich.

,,Schokolade?" - ,,Ja! Tafelschokolade, Schokoladenriegel, Schookoladennikolaus, Schokoladenhase, Schokoladenstreusel, Schokoladenkekse, ... Du weißt schon. Schoki eben!", zählte ich auf.

,,Du denkst nicht wirklich, dass man Drogen durch Schokolade ersetzen kann?", fragte er mit großen Augen. ,,Doch, genau das habe ich gerade gemeint und versucht dir zu erklären."

,,Und du denkst wirklich, dass das funktionieren wird?!" - ,,Nein, dazu bist du zu dickköpfig. Aber einen Versuch wäre es meiner Meinung nach wert!", gab ich ehrlich zu.

,,Du hast echt keine Ahnung von Drogen!", lachte Dave verzweifelt.

,,Ich habe nie etwas anderes behauptet!"

,,Und ich habe nie behauptet, dass du das behauptet hast!", schnauzte er mich an und schlug gegen die Wand neben meinem Kopf. Ich zuckte zusammen, trat ihn einmal fest und rannte in das Bad, in dem ich mich einsperrte.

Warum war er nur so unberechenbar?! Im einen Moment war er total nett und einfühlsam und im nächsten so ... unnett und badboymäßig!

,,Scheiße!", hörte ich Dave von draußen schreien. Kurz darauf gab es einen lauten Krach und erneut Scheiße.

Und warum musste er dauernd irgendetwas kaputt machen?! Erst die Tür, dann die Badtür und jetzt noch irgendetwas anderes.

So ein Idiot!

Nach da draußen zu Dave wollte ich nicht. Er war mir im Moment zu wütend. Und ich hatte keine Lust, ihn wieder zu beruhigen. Also ging ich zu dem Fenster.

Ich machte es auf. Da wir im Erdgeschoss waren, war gerade mal ein halben Meter unter mir das Meer. Die Hütte war in der Nähe des Strandes, also schätzte ich, dass das Wasser auch nicht allzu tief war. Notfalls konnte ich ja das kleine Stück zum Strand schwimmen.

POV: Dave

Verdammt! Ich habe ihr schon wieder Angst eingejagt! Warum konnte ich mich nicht einfach mal beherrschen?! Nein, dauernd machte ich ihr, verdammt noch mal, Angst!

Frustriert schnappte ich mir die Plastiktüte, in der vorhin noch Sachen aus dem Baumarkt waren und stopfte das Kissen hinein. Um sie völlig zu füllen, stopfte ich noch ein paar Hosen von mir dazu.

Das Ganze hängte ich an der Deckenlampe im Schlafzimmer auf und schlug darauf ein. Schon beim zweiten Schlag, riss die Lampe von der Decke und flog gegen den Schrank. Dabei riss sie ein bisschen der Decke mit ab.

,,Scheiße!", fluchte ich. Was ich jetzt alles für einen richtigen Boxsack geben würde ...

Ich saß auf einer Insel fest und hatte keine Möglichkeit irgendwo meine Wut rauszulassen! Ernsthaft?!

Ohne lange zu überlegen, rannte ich nach draußen zum Strand. Nach ein paar Metern verlor ich die Geduld, zog mein T-Shirt aus und sprang in das Wasser. Ich wollte einfach hier weg!

POV: Joanna

Um nicht gesehen zu werden, schwamm ich unter dem Steg. Über mir hörte ich schnelle Schritte. Links neben mir fiel ein weißes Shirt in das Wasser. Ich schwamm näher hin und dachte an Dave. Er hatte auch so ein T-Shirt an. Warum dachte ich nur an ihn? Ich wollte meine Gedanken nicht an so einen Idioten verschwenden!

Dream About A Bad BoyGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt