Kapitel 41

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POV: Dave

Sollte ich wirklich an Jo's Handy gehen?

Wenn das rauskommt, bin ich gearscht! Aber wenn es nicht rauskommt, dann ... Ja, was ist denn dann? Was habe ich davon, wenn ich an ihr Handy gehe?!

Vielleicht ist es ihre Mutter. Sie könnte anrufen, dass ... ihre Oma gestorben ist. Oder, dass sie selbst im Krankenhaus liegt. Oder, dass sie ganz schnell nach Hause kommen soll, weil irgendetwas anderes passiert ist...

Es könnte aber auch ihr Freund sein... Nicht Luke. Das wusste ich inzwischen. Der war nur der Bruder. Aber was, wenn sie wirklich einen Freund hat?! Würde ich das überhaupt wissen wollen?

Ja! Dann wüsste ich, wie ich überhaupt mit ihr dran bin. Es könnte wirklich sein, dass sie einen Freund hat...

Wenn diese Person, wer auch immer da jetzt anruft, bemerkt, dass ich nicht Joanna bin, dann bin ich genauso gearscht. Und sie wird es merken! Außer ich gebe mich als ihren Freund aus. Das müsste klappen! Dem Freund kann man eigentlich auch anvertrauen, dass die Oma gestorben ist. Das war ja jetzt nichts allzu privates. Und wenn da ein anderer Junge in unserem Alter dran ist, ist Jo ihn wenigstens los, da er denkt, dass sie ihn betrügt. Mit mir. Und dann ... BÄHM ... habe ich wieder freie Bahn.

Ich kam zu dem Entschluss, dass ich an ihr Handy gehen sollte. Langsam streckte ich meine Hand aus und nahm das Handy hoch.

,,Jetzt mach' doch einfach. Wenn du sie betrügen kannst, kannst du doch auch einfach an so ein Drecksteil gehen!", drängelte Alice. Ich hatte sie ganz vergessen. Und Zoe auch.

Ich seufzte, legte das Handy zurück, nahm die zwei grob an der Hand, ignorierte ihre Beschwerden und schmiss sie aus der Hütte. Anschließend ging ich zurück an Jo's Handy. War ja klar! Wenn man mal kurz weg ist, legt der Volltrottel auf der anderen Seite auf!

Oder ich habe zu lange gewartet! Vielleicht ruft er ja nochmal an? Ich setzte mich auf Jo's Betthälfte und starrte auf das Handy. Aber egal, wie lange ich es hypnotisierte, es klingelte einfach nicht! Scheiß Teil!

Dann fiel mir Jo ein. Sie müsste bald aus der Dusche kommen! Wenn sie mich dann an ihrem Handy erwischt, hab ich ein Problem! Zumindest glaubte ich nicht, dass der Boden allzu bequem wäre, um dort zu schlafen. Und ich müsste da unten schlafen!

Hey, ich habe doch heute auch auf dem Boden geschlafen! Mit Jo. Das war echt schön ... Und wie ich aufgewacht bin ...

Ich pfefferte meine Hand in mein Gesicht. Das kann doch nicht wahr sein, dass ich so eine verfickte Scheiße denke! Wütend stand ich auf und klopfte gegen die Badezimmertür. ,,Jo? Wie lange brauchst du noch?", fragte ich genervt.

,,Nicht mehr lange.", rief sie zurück. Detaillierter geht ja kaum! Wütend auf mich selber, dass ich nicht an ihr scheiß Handy gegangen bin, trat ich die Tür nach außen ein.

,,Scheiße!", schrie ich. Jetzt hatten wir nicht einmal mehr eine Tür! ,,Dave? Alles okay bei dir? Was war das?", rief Jo aus dem Bad.

,,Ehm, nichts wichtiges! Alles gut hier.", antwortete ich verzweifelt und hob die Tür auf. Ich stellte sie wieder in den Türrahmen, doch sie hielt nicht wirklich. Also lehnte ich sie an der Wand an. Was sollte ich jetzt nur machen?

,,Verdammte Scheiße!", schrie ich noch einmal. Wie konnte jemand nur so dumm sein?!

Ich setze mich auf das Bett und hielt meinen Kopf. Jeder, der vorbei lief, hatte freie Sicht in unsere Hütte! Ich schnappte mir eine Decke und befestigte sie komisch über der Tür. So! Nun konnte man wenigstens nichts mehr sehen!

Aber auf Dauer war das auch keine Lösung! Ich entschloss mich, später irgendwo Werkzeug herzubekommen und die Tür wieder einzubauen. Bis dahin lehnte ich sie leicht angeschrägt gegen den Türrahmen. Auf den ersten Blick konnte man gut übersehen, dass die Tür gleich umkippen würde. Solange man sie nicht anfasste, passierte auch nichts. Hoffte ich.

Dream About A Bad BoyGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt