___________"You've got a pretty kind of dirty face"__________
15. Mai 2014
Harry Styles:
Manchmal dauert komplette Ernüchterung nur eine Sekunde.
Nur einen Wimpernschlag, in dem du urplötzlich wieder vollkommen klar im Kopf wirst, als hätte dir jemand einen Eimer Eiswasser ins Gesicht gekippt.
In der Sekunde, in der ich den Auslöser klicken höre, erholt sich mein benebeltes Hirn schlagartig von dem eintretenden Rausch und handelt blitzartig.
In der einen Sekunde halte ich Alaska noch im Arm, eng an meinen Körper gepresst und im Nächsten stoße ich sie auch schon von mir. Es geht so schnell.
Und so heftig, dass sie einige Schritte zurücktaumelt und beinahe über die Beine des antiken Holztisches stolpert.
Ich starre sie an. Erschrocken.
Überrascht. Ernüchtert.
Sie wirkt so unendlich jung heute Nacht.
Und ich bin mir plötzlich nicht mehr sicher, was mich überhaupt dazu geritten hat, das hier zuzulassen.
Sie zu küssen. Sie nicht früher schon von mir gestossen zu haben.
Ich habe mir doch geschworen, sie nicht an mich heranzulassen. Nicht wieder ihre Nähe zu suchen. Abstand zu halten.
Ich verstehe es nicht. Alles.
Ich weiß nicht mal, weshalb ich mich betrunken habe.
Oder doch. Eigentlich weiß ich es ganz genau.
Ich will es nur nicht zugeben.
Ich will nicht zugeben, dass ich unbedingt die Leere in mir füllen und den Hass ertränken wollte. Den Hass auf diese ganze Geheimnistuerei. Den Hass auf Eileen und Modest und die Medien. Den Hass auf Zayn, der sie küssen darf, wann immer ihm danach ist.
Zayn, der keine Strafpredigt von Eileen bekommt, wenn er sie küsst. Im Gegenteil: Er bekommt noch Luftküsschene und Lob dafür.
Es ist nicht fair.
Und doch. Mir ist klar, dass ich nicht anders hätte handeln können. Wenn ich in dieses kindliche Gesicht sehe, mit den doch so seltsam alten Augen, die so vieles sehen mussten, was einem Kind eigentlich verborgen bleiben sollte, dann weiß ich es.
Ich bin verloren. Verloren in diesem Gesicht.
Denn es ist diese unschuldige Sehnsucht nach Leben darin, die mich einfach nicht mehr loslässt.
Und ich will sie halten. Ich will es wirklich.
Aber ich kann nicht.
Denn das hier ist die Realität.
Bitter und fahl, wie der Geschmack von Alkohol auf meiner Zunge.
Ich atme tief durch, bevor ich mich betont ruhig und gefasst zu dem Fotografen umdrehe. Vielleicht gibt es eine Chance, zu verhandeln.
Der Typ, der offensichtlich den Auslöser betätigt und damit das skandalöse Foto geschossen hat, grinst mich selbstzufrieden an. Natürlich. Heute ist sein Glückstag.
Er trägt ein schmutziges weißes Unterhemd und eine prollige Goldkette hängt um seinen gebräunten Hals, die ihm ein gefährliches Aussehen verleiht. Irgendwie total 50-centig.
Sein fettiges Haar ist zu einem unordentlichen Zopf zusammengefasst, der sich in seinem Nacken kräuselt.
Ein durch und durch widerlicher, schmieriger Kerl.
Ich räuspere mich, bevor ich einen vorsichtigen Schritt auf ihn zumache: „Schönen guten Abend, Sir.", sage ich förmlich, in der Hoffnung, ihm damit irgendwie zu schmeicheln.
Die buschigen Augenbrauen des Kerls wandern jedoch sofort skeptisch in die Höhe, während er die alte Kamera mit seinen Wurstfingernd schützend an die behaarte Brust drückt.
„Ich möchte wirklich nicht unhöflich sein, oder so, aber würde es Ihnen etwas ausmachen, die Fotos eventuell wieder zu löschen?", frage ich, so freundlich ich kann, woraufhin der Typ in rasselndes Gelächter ausbricht.
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Your Voice in My Head (H.S.)
Fanfiction"Don't let people treat you like a cigarette, they only use you when they are bored and step on you when they are done. Be like drugs- let them die for you." Das einzige, was den abgehobenen Superstar Harry Styles zunächst mit der mysteriösen Alaska...
