I just wanna die

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⚠️TW⚠️
-Mobbing
-Erwähnung von    selbstverletzendem Verhalten
-Erstellung und Veröffentlichung von kompromittierenden Fotos
-Sexuelle Nötigung
-Suizidgedanken
-Suizidversuch

Das sind sehr sensible Themen, die ich hier in den Mittelpunkt stelle und ich hoffe ich behandele sie auch so achtsam, wie sie es verdienen. Dieser OS und auch die beiden folgenden sind von dem Lied 1-800-273-8255 von Logic, Alessia Cara und Khalid inspiriert. Bitte, bitte, bitte lest den Oneshot nicht, wenn ihr mit den oben genannten Themen Probleme habt oder sie euch zu nahe gehen. Falls das allerdings doch der Fall sein sollte findet ihr unter anderem bei der Telefonseelsorge für Selbstmordprävention unter der Nummer 0800 1110111 kostenlos, anonym und 24 Stunden lang Hilfe. Passt auf euch auf❤🙏🏻

Jeongin POV.

Das Sonnenlicht schien mir direkt ins Gesicht und mit einem gequälten Stöhnen zog ich mir die Bettdecke über den Kopf. Ein weiterer Tag in diesem absolut unerträglichen Leben. Es gab einmal eine Zeit in welcher ich tatsächlich glücklich gewesen war, doch diese war Jahre her. Mittlerweile bestand mein Leben nur noch aus Schmerz, Schikanen und Einsamkeit. Morgens aufzustehen fiel mir schwer, genauso wie das Erledigen von alltäglichen Aufgaben. Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass ich allerdings jetzt wirklich aufstehen musste, wenn ich rechtzeitig zur Schule kommen wollte. Meine Lehrer konnten nichts weniger leiden, als wenn man zu spät kam und zudem wollte ich mir es ersparen vor der ganzen Klasse gemaßregelt zu werden. Ich war ohnehin schon das Gespött aller Leute. Langsam setzte ich mich auf und warf einen Blick auf meinen rechten Unterarm. Dieser war von Narben übersät. Jede einzelne davon hatte ich mir selbst zugefügt. Für mich war das mittlerweile der einzige Weg mit meinem seelischen Schmerz umgehen zu können.

Nachdem ich mich angezogen und meinen Rucksack genommen hatte ging ich in die Küche, richtete mein Essen für die Pause und verließ die Wohnung. Ich lebte alleine, da meine Eltern mich rausgeworfen hatten, als sie erfahren hatten, dass ich schwul war. Ein bitteres Lachen entwich mir, was mir von einigen Passanten verwirrte Blicke einbrachte. Schnell senkte ich den Blick und lief weiter. Auf dem Weg entdeckte ich einige Leute, die ebenfalls auf meine Schule gingen. Diese lachten mit ihren Freunden und schienen sichtlich Spaß zu haben. Ich beneidete sie. Die meisten meiner Freunde lebten in Busan, doch meine Eltern hatten beschlossen wegzuziehen als ich gerademal zehn Jahre alt gewesen war. Mittlerweile hatte ich zu keinem von ihnen mehr Kontakt. Hier in Seoul hatte mein Leben vor einiger Zeit begonnen den Bach hinunterzugehen. Als ich das Schulgebäude betrat spürte ich sofort die verachtenden Blicke der anderen Schüler auf mir. Doch ganz besonders einer von ihnen machte mir das Leben zur Hölle.

"Na Schwuchtel, heute schon jemandem die Zunge in den Hals gesteckt?", grölte Chanmin, der nun neben mir auftauchte. Kommentarlos sah ich zu Boden und wollte weggehen, jedoch packte er mich an den Haaren und zog mich näher zu sich, was mir einen gequälten Schmerzenslaut entlockte. Die Schüler um uns herum taten nichts um mir zu helfen. Entweder weil sie mich ebenfalls hassten oder weil sie Angst vor Chanmin und seiner Truppe von Schlägern hatten. "Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede!", zischte er und ich unterdrückte ein Wimmern. Nun schien ihm endgültig die Hutschnur zu platzen und er wollte mich mitzerren, doch plötzlich sagte jemand:"Lass ihn los und such dir jemanden in deiner Größe." Vor Erleichterung atmete ich hörbar aus, als Chanmin mich losließ und sich zu Hyunjin drehte, der nur ein paar Schritte entfernt stand. Zähneknirschend zogen er und sein Trupp ab, aber als er an mir vorbeilief raunte er:"Ich werde dich fertigmachen und dann wird dein Retter nicht da sein um dir zu helfen. Also zieh dich warm an." Als sie weg waren kam Hyunjin näher zu mir und fragte:"Alles in Ordnung?" Ich nickte. Er war mein bester und gleichzeitig auch einziger Freund und obwohl er zu den beliebtesten Schülern hier zählte sah er nicht auf mich herab. Zeitgleich war er auch der einzige, der mich je verteidigt hatte. Vor ihm hatte selbst Chanmin Respekt. Zusammen gingen wir zu meinem Klassenzimmer. Leider war Hyunjin eine Klassenstufe über mir und würde dieses Jahr seinen Abschluss machen. Mir graute es jetzt schon vor dem Schuljahr ohne ihn, welches mir dann bevorstand. Bei meinem Klassenzimmer angekommen verabschiedeten wir uns und ich betrat den Raum. Ich lief zu meinem Tisch ganz hinten am Fenster und ließ mich auf dem Stuhl nieder. Auf meinem Tisch waren alle möglichen Beleidigungen gekritzelt worden. Doch keine davon war neu für mich. Schwuchtel. Versager. Hure. Schnell wandte ich den Blick ab und sah nach vorne zur Tafel, da unser Klassenlehrer Mr. Choi nun den Raum betrat. Die nächsten Stunden bis zur Mittagspause zogen an mir vorbei und als es soweit war nahm ich meinen Rucksack und stürmte aus dem Raum. Zielstrebig machte ich mich auf den Weg zum Dach. Dort oben angekommen setzte ich mich auf den Boden und atmete tief durch. Wie hypnotisiert betrachtete ich meine Pulsadern. Es wäre so einfach. Ein einzelner Schnitt an beiden Handgelenken, tief genug um die Ader zu erwischen und alles könnte endlich vorbei sein. Oder eine Überdosis mit Medikamenten. Es gab zahlreiche Wege, wie ein Mensch frühzeitig sterben konnte und ich hatte schon lange den Wunsch einen dieser Wege zu beschreiten. Niemand würde mich vermissen und Hyunjin brauchte mich ohnehin nicht. Seine Eltern liebten ihn, mit seiner Zwillingsschwester Yeji bildete er ein unschlagbares Duo und er hatte ein Dutzend Freunde. Er hatte genug Menschen, die für ihn da waren. Auch sein Leben wäre besser und einfacher ohne mich, den er ohnehin ständig davor bewahren musste verprügelt zu werden. Langsam aber sicher stiegen mir Tränen in die Augen und liefen meine Wangen hinunter. Doch obwohl ich das Bedürfnis hatte meinen Schmerz einfach hinauszuschreien blieb ich ruhig, aus Angst Chanmin und sein Schlägertrupp könnten mich hören. Aber selbst wenn wäre es nicht das erste Mal, dass sie mich verprügeln würden. Das heute Morgen war noch ihre netteste Form. Diese Gruppe war zu allem möglichem fähig und sie hatten mir bereits gezeigt, was passieren würde, wenn ich es einem Lehrer sagen würde. Und das alles nur, weil Chanmin ein Foto von mir und meinem damaligen Freund in die Finger bekommen hatte, auf welche wir uns küssten. Dieses hatte er an die ganze Schule verschickt und seitdem war mein Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Mein Zuhause, meine Familie, das damals noch erträgliche Leben in der Schule. Alles war von einem Moment auf den anderen einfach weg gewesen. Younghoon, mein damaliger Freund, hatte sofort Schluss gemacht und die Schule gewechselt. Ich umschlang meine Knie mit den Armen und ließ meinen Kopf darauf sinken. Stumm ließ ich den Tränen bis zum Ende der Mittagspause weiterhin freien Lauf.

Der Montag zwei Wochen später sollte der schlimmste Tag meines Lebens werden. Doch das wusste ich noch nicht, als ich morgens in die Schule ging. Hyunjin hatte mir geschrieben, dass er krank war und heute nicht kommen würde. Mit klopfendem Herzen betrat ich das Schulgebäude, stets in der Erwartung Chanmin könnte auftauchen. Nachdem ich meine Bücher aus dem Spind geholt hatte, entdeckte ich ihn, doch er würdigte mich keines Blickes. Das war merkwürdig. Eigentlich ließ er keine Gelegenheit aus, um mich zu schikanieren. Doch ich beschloss es heute einfach hinzunehmen, dass ich anscheinend mal Glück hatte. Auch bis zur Mittagspause war er auffällig unauffällig, ebenso wie seine Freunde. Als es zur Pause klingelte wollte ich wieder auf das Dach, doch als ich in einen menschenleeren Flur abbog wurde ich von hinten gepackt und mitgezerrt. Jemand hielt mir den Mund zu, sodass ich auch nicht um Hilfe schreien konnte. Schließlich schmiss man mich in der Abstellkammer auf den dreckigen Boden und dann hörte ich auch schon Chanmins Stimme. "Ich hab doch gesagt ich würde dich fertigmachen. Wenn ich mit dir fertig bin wirst du dir wünschen nie diese Schule betreten zu haben." Innerlich bereitete ich mich auf eine weitere schmerzhafte Tracht Prügel vor, doch seine nächsten Worte ließen mir das Blut in den Adern gefrieren. "Haltet ihn fest. Wir beide werden jetzt ein bisschen Spaß haben." Wie befohlen packten sie mich und im nächsten Moment spürte ich seine Hand, die sich unter meinen Pullover schob. Nun wurde mir klar, worauf das hinauslief und ich versuchte mich mit aller Macht aus ihrem Griff zu befreien, was jedoch zwecklos war. "Nein, bitte nicht! Hör auf!", rief ich verzweifelt, allerdings hielt mir einer seiner Komplizen den Mund zu. "Was hast du denn? Das mögt ihr Schwuchteln doch, oder nicht?", lachte Chanmin gehässig. Tränen stiegen mir in die Augen und liefen meine Wangen hinunter. Grob wurde ich an den Haaren gepackt und mein Kopf zurückgerissen, nur um direkt in Chanmins Gesicht zu blicken, welches ein diabolisches Grinsen zierte. Nun spürte ich seine Hand an dem Bund meiner Jeans und jetzt ergriff die Angst endgültig jeden Zentimeter meines Körpers. Mit einem Ruck riss er mir die Jeans und Boxer vom Körper, sodass mein Unterkörper komplett nackt war. Zwei seiner Freunde packten meine Beine und spreizten sie. Der Blitz einer Handykamera leuchtete auf und noch nie zuvor hatte ich mich so gedemütigt gefühlt. "Warte nur bis alle das gesehen haben", gackerte Chanmin und hielt mir sein Handy entgegen. Darauf zu sehen war das Bild von meinem nackten Unterkörper, den man von hinten sah und darunter war eine Nachricht eingetippt. Yang Jeongin, unsere allseits bekannte Schwuchtel, bietet nun auch seine privaten Dienste an. Bei Interesse einfach melden. Kostet auch nichts. Mir wurde speiübel und am liebsten hätte ich mich einfach nur übergeben. Wohl um mich extra noch mehr zu erniedrigen lud Chanmin das Foto vor meinen Augen auf den Schulblog hoch. Als das getan war sagte er:"Ihr könnt ihn loslassen. Wir sind hier fertig." Mit diesen Worten verließ die Gruppe die Abstellkammer und kaum waren sie weg brach ein hysterisches Schluchzen nach dem anderen aus mir heraus und ich presste meine Hand auf den Mund um das Geräusch abzudämpfen. Das konnte gerade nicht wirklich passiert sein. Das konnte einfach nicht sein. Seit sie es auf mich abgesehen hatten, hatte ich vieles einstecken müssen, doch die letzten zehn Minuten hatten mich, meine Würde und meinen Lebenswillen endgültig gebrochen. Was für einen Sinn hatte dieses Leben jetzt noch? Es war es nicht mehr wert, gelebt zu werden. Dies erkannte ich jetzt, also warum sollte ich leben, wenn es doch ohnehin nur Qualen mit sich brachte? In diesem Moment fühlte ich mich, als wäre ich bereits tot.

Am Mittag des folgenden Tages besorgte ich mir eine Packung Schlaftabletten in der Apotheke und Alkohol im Supermarkt. In meiner Wohnung angekommen ging ich in mein Schlafzimmer. Dort ließ ich mich auf das Bett sinken und betrachtete die Flasche Wodka, die ich in der linken Hand und die Tabletten, welche ich in der rechten Hand hielt. Ich schüttete die Tabletten auf meine Handfläche, genug um all dem ein Ende zu setzen. Als ich die Tabletten alle geschluckt hatte, trank ich noch die halbe Flasche Wodka aus. Nun würde es nicht mehr lange dauern. Erschöpft legte ich mich auf das Bett und schloss die Augen. Einige Zeit später merkte ich wie die Wirkung von beidem einsetzte und meine Augenlider schwer wurden. Endlich. Wenn ich die Augen jetzt schloss würde ich sie nichtmehr öffnen. Als ich das getan hatte umhüllte mich die Dunkelheit wie ein schützender Umhang und ich ließ es geschehen.

Nun gut, dann hoffe ich, dass euch der Oneshot gefallen hat❤ Lasst, wenn ihr wollt, gerne Kommentare da, damit ich weiß wie gut mir die Thematisierung der zu Beginn genannten Inhalte gelungen ist. Und nur für den Fall, dass ihr euch wundert: der zweite Teil von After all these years wird auch noch kommen❤

Hyunin Oneshots || Stray KidsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt