Weder Niall noch Louis hatten Harry am Morgen des nächsten Tages finden können.
Es war Samstag, die meisten Soldaten hatten frei und somit war es nichts Ungewöhnliches, dass einige von ihnen den Tag an Land verbrachten.
Aber normalerweise hätte Harry ihnen zumindest Bescheid gegeben und erklärt, wohin er gehen würde.
Niall war nicht überrascht, dass sein bester Freund Abstand suchte.
Allerdings wusste er auch, dass er sich in einem Zustand befand, in dem man ihn besser nicht allein lassen sollte.
Also entschloss er sich zusammen mit Louis dazu, nach dem Frühstück aufzubrechen und den Strand nach ihrem Freund abzusuchen.
Nach einer Weile stieß auch Liam zu ihnen, den sie zufällig getroffen hatten.
Ihre Bemühungen allerdings blieben vergebens.
Es war fast so, als würde Harry nicht gefunden werden wollen.
Und so war es auch.
Harry saß nachdenklich an einem Strandabschnitt weit entfernt von Pearl Harbor, zu dem er sich schon in den frühen Morgenstunden geschlichen hatte.
Dort versuchte er, seine Gedanken zu ordnen, doch es war ein hoffnungsloses Unterfangen.
Er kam einfach zu keinem vernünftigen Schluss.
Er konnte zwar auf eine gewisse Art und Weise verstehen, warum Niall und Louis nicht von Anfang an ehrlich zu ihm gewesen waren – aber er fühlte sich so hintergangen, so belogen.
Allein die Zeitspanne, über die sie ihn im Dunkeln hatten tappen lassen, ließ ihn den Glauben an ihren Worten verlieren.
Wie konnten sie nach all dem, was passiert war, noch behaupten, sie hätten nur das Beste für ihn gewollt?
Niemand konnte wissen, was das Beste für ihn war.
Noch nicht einmal er selbst wusste, was er wirklich brauchte, um diese Geschichte endlich hinter sich lassen zu können.
Mit der untergehenden Sonne machte er sich auf den Weg zurück zur USS Arizona.
Noch immer bemüht, jedem möglichen Gespräch aus dem Weg zu gehen, zog er sich in das unterste Deck zurück und versuchte, ein wenig zu lesen.
Doch auch das gelang ihm nicht.
Egal, wie sehr er es versuchte, er konnte sich einfach nicht konzentrieren.
Er konnte seine Gedanken nicht dazu bringen, sich länger als eine halbe Minute mit etwas anderem zu befassen, als der Situation, in der er gerade steckte.
Er ging erst weit nach den anderen zu Bett, damit niemand auf die Idee kam, ihn zu fragen, wie es ihm ging.
Während er sich hinlegte, hoffte er, dass Niall und Louis nicht wachgeblieben waren, um ihn zur Rede zu stellen.
Doch er hatte Glück.
Nichts.
Kein Ton.
Und trotz der seltsamen Ruhe, die ihn umgab, konnte er nicht schlafen.
Er verbrachte die Hälfte der Nacht in einer Art Dämmerzustand, aus dem er immer wieder geweckt wurde, ohne sagen zu können, wovon.
Er quälte sich bis in die frühen Morgenstundendes 7. Dezembers 1941, ehe er aufgab und sich anzog und nach draußen ging.
Die Sonne ging auf, es war fast Morgen, als er nachdenklich das Wasser beobachtete, das sanft gegen den Bug der USS Arizona plätscherte.
Harry hatte keine Ahnung, was er jetzt tun sollte.
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Pearl Harbor
FanfictionIn den schicksalhaften Tagen des Jahres 1941, während sich die Welt inmitten von Spannungen und Unsicherheit befindet, entfaltet sich in Pearl Harbor eine Geschichte von Mut, Liebe und Vertrauen. Louis wird neu in Pearl Harbor stationiert und lernt...
