Gerade als ich diesen Satz ausgesprochen hatte, klingelte es an der Tür. Jake sah mich aufgeregt an, um mich im nächsten Moment zur Tür zu zerren. Dort angekommen, ließ er meine Hand los und machte die Tür auf. Zwei Prinzessinnen und ein Dracula mit ihren Eltern standen davor. Heath, der dazu gekommen war, stellte sich neben mich und begrüßte die Eltern. Während er den Eltern die Abholzeit nannte, nahm Jake schon freudig seine Geschenke entgegen. Ich hockte mich neben ihn und fragte: "Soll ich dir was abnehmen, damit du mit deinen Gästen runter kannst?" Jake nickte dankbar und lud seine Geschenke auf meinen Armen ab. Direkt danach führte er die ersten drei Kinder hinunter in den Keller. Hastig ging ich zu meinem Dad. "Würdest du die Geschenke schnell nach unten bringen? Damit ich nicht fehle bei den nächsten Gästen.", fragte ich. Ohne mir zu antworten, nahm er mir die Geschenke ab und ging hinunter.
Ich gesellte mich wieder zu Heath, der inzwischen die Tür wieder geschlossen hatte. "Wie viele Kinder hast du eigentlich einladen lassen?", fragte ich ihn, da mir auffiel, dass ich die Anzahl gar nicht kannte. "Neun insgesamt. Also fehlen jetzt noch sechs Kinder." "Das ist ja eine überschaubare Menge.", grinste ich. "Und trotzdem können das schon zu viele sein, wenn ich an deine früheren Kindergeburtstage denke.", gab mein Dad zu bedenken, als er wieder zu uns stieß. "Die waren doch voll schön.", motzte ich. "Ja, schön anstrengend.", bestätigte er. Ich rollte genervt mit den Augen und knuffte ihn in die Seite. Dann klingelte es wieder und ich brachte einen Hulk und einen Superman mit in den Keller. Sie gratulierten Jake und stellten ihre Geschenke zu den Anderen auf einen Tisch. Julian stand konzentriert am Mischpult, während die Horde von Kindern wild herumhüpfte. Grinsend gesellte ich mich zu Julian. "Sieht spaßig aus.", rief ich über die Musik hinweg. Julian zuckte unbeeindruckt mit den Achseln. "Du hörst mir gar nicht zu, oder?", fragte ich beleidigt. "Mhm. Gute Idee. Mach das.", murmelte Julian ohne hoch zusehen. "Dein Ernst?", kam es empört von mir. Genervt schürzte ich die Lippen und griff dann Julians Arm. Unter großem Gemecker ließ er sich mit auf die Tanzfläche schleifen. Mitten zwischen den Kindern ließ ich ihn los und er sah mich verdattert an. "Was soll das? Jemand muss doch Musik spielen.", regte Julian sich auf. "Solange du kein Instrument in der Hand hast, wird die Musik durch die Playlist am Mischpult gespielt und nicht von dir. Und jetzt tanz!", antwortete ich prompt. Julian verschränkte seine Arme vor der Brust und sah mich argwöhnisch an. Ich lehnte mich vor, sodass sich unsere Wangen kaum merklich berührten und flüsterte provokant: "Du willst nicht, dass ich ausfallend befehlshaberisch werde." Ich kniff warnend die Augen zusammen und widmete mich dann dem Tanzen. Stöhnend trottete er mir hinterher und tanzte mit uns.
Kurze Zeit später tauchte Heath auch mit den restlichen Gästen auf. Auch er hüpfte mit auf der Tanzfläche herum, bis ich die ersten Spiele vorschlug. Wir begannen mit Stopptanz und spielten dann die Reise nach Jerusalem, Topfschlagen, Zeitungs- und Ballontanz. Gerade als wir das Geschenke-Flaschendrehen spielten, kam mein Dad mit der Torte durch die Tür. Augenblicklich sprangen die Kinder auf und umringten ihn. Mein Dad stellte die Torte auf den Tisch, sodass ich sie aufschneiden und die Stücke verteilen konnte. Zufrieden kauend saßen die Kinder auf dem Boden. Ich stellte mich währenddessen zu Julian und Heath. "Wir könnten gleich hoch gehen und schwimmen.", flüsterte ich den Jungs zu. "Müssen wir nicht erst eine halbe Stunde warten?", fragte Julian skeptisch. "Das passt schon. Und selbst wenn, brauchen die doch mindestens zehn Minuten, um sich aus den Kostümen zu schälen. Das sollte bei einem Stück Torte wohl reichen. Schließlich gilt diese Regel, wenn nur bei kompletten Mahlzeiten.", antwortete Heath, "Also gehen wir gleich schwimmen. Wer sagt es den Kindern?" "Ich lass euch den Vortritt.", murmelte Julian und biss in sein Stück Torte. Heath sah mich fragend an. Ich zuckte nur mit den Schultern und machte eine aufmunternde Geste.
"Ihr habt ja alle Badesachen mitgenommen und damit das auch nicht umsonst war, gehen wir, sobald ihr aufgegessen habt, hoch ins Schwimmbad.", verkündete Heath grinsend. "Genau. Die Mädels kommen dann mit mir in die Umkleide und ihr Jungs geht in den Trainingsraum.", ergänzte ich schnell. Eifrig nickten die Kinder und kauten noch schneller. Innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Teller sauber geleckt, sodass wir eine Etage hoch gehen konnten. Die Mädchen kamen mit mir in die Umkleide und sobald die Tür hinter uns zu war, begannen sich die Mädchen umzuziehen. Einigen half ich aus den Kostümen und ihren aufwendigen Frisuren. Nachdem alle Haarspangen, Kettchen und Armbänder abgelegt wurden, konnten wir alle zurück auf den Flur gehen, wo die Jungs bereits warteten. "Na, endlich fertig?", neckte Heath. Aufmüpfig streckte ich ihm die Zunge raus und rollte mit den Augen. "Dann lasst uns mal schwimmen gehen.", rief Heath begeistert und öffnete die Schwimmbadtür. Wie von der Tarantel gestochen, stürmten die Kinder hinein und verschwanden schnell im Wasser.
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Soulwalker
FantasySoulwalker ist eine uralte mystische Kraft und niemand weiß mehr so genau, was diese eigentlich bewirkt. Sicher ist nur, dass Gut und Böse seit Jahrtausenden darum kämpfen. Im größten Teil der Geschichte wurde die Kraft positiv beeinflusst, aber es...
