Nach meinem ersten Schock stolperte ich zur Tür und riss sie komplett auf. Mein Dad und eine Ärztin starrten mich ungläubig an. "Was?", wiederholte ich meine Frage, "Sie glauben, dass ich das mit Absicht gemacht habe?" Mein Dad sah mich mitleidig an und rieb sich den Nacken, während die Ärztin mich eingehend musterte. "Ist das Ihr ernst?", fragte ich nochmal. "Einige Verhaltensweisen und nach Berichten zu folge, treffen suizidiale Merkmale auf sie zu.", antwortete die Ärztin kühl. "Was für Berichte!", forderte ich zu wissen, da sich ein Verdacht in meine Gedanken schlich. "Uns wurde erzählt, wie sie normalerweise auftreten. Das Mädchen schien uns zuverlässige und glaubwürdige Informationen zu geben." "Wer.", knurrte ich gefährlich. "Das unterliegt meiner Schweigepflicht.", behauptete die Frau.
Damien bemerkte, wie mein Körper anfing zu zittern. Vorsorglich verstärkte er seinen Griff und hielt mich nun noch fester. "Wenn ich mir wirklich das Leben nehmen wollte, hätte ich niemals jemand anderes in Gefahr gebracht. Mal abgesehen davon, dass so gut wie immer der Beifahrer stirbt, ist diese Aussage völlig bekloppt. Und jetzt unterstellen Sie mir ja keinen Mordversuch. Es war ein beschissener Unfall, den ich mehr als bereue und ich habe genügend andere Probleme, als mich jetzt mit solchen Lügen zu beschäftigen. Ich fahre jetzt mit meinem Dad nach Hause. Schönen Tag noch.", knurrte ich wütend. "Da hören Sie es.", bestätigte mein Dad meine Aussage und ging mit Damien und mir zum Fahrstuhl.
Als wir im Fahrstuhl waren und sich die Türen schlossen, lockerte Damien seinen Griff wieder. "Ich schwöre dir, sollte sie noch einmal so eine heftige Lüge über mich oder einen meiner Freunde oder über meine Familie verbreiten, bringe ich sie höchstpersönlich um.", zischte ich leise. "Plane das bitte genau, bevor du das machst.", lachte mein Dad, "Zur Not heuere einen ukrainischen Auftragsmörder an. Das macht es zwar nicht billig, aber leichter." Auch auf meine Lippen stahl sich nun ein Lächeln: "Danke Dad, aber das Geld wäre woanders besser aufgehoben. Außerdem nimmt es mir sonst den Spaß. Ich brauche dich dann nur irgendwann vielleicht, um den Fluchtwagen zu fahren." Damien sah entgeistert von meinem Dad zu mir und wieder zurück, sodass wir noch mehr lachten.
"Keine Sorge, das ist normal.", brachte ich irgendwann heraus. Trotzdem schien Damien nicht wirklich überzeugt: "Haben sie Kontakte in Europa?" "Ein paar.", antwortete mein Dad. Damien sah ausdruckslos auf die Fahrstuhltüren. "Dad?", fragte ich nach einer Weile, "Sind die Anderen schon losgefahren?" Er überlegte kurz, bevor er antwortete: "Sie sollten jetzt in der Herberge sein, wo wir auch hinfahren." Ich nickte. "Kann Damien bei uns mitfahren?", wollte ich wissen, als wir beim Auto ankamen. "Klar, wieso nicht. Wenn es für dich okay ist?", wandte sich mein Dad an Damien. "Danke, aber ich will keine Umstände machen.", meinte dieser. "Machst du nicht.", antworteten mein Dad und ich gleichzeitig. "Wenn das so ist.", lächelte Damien und stieg mit mir auf die Rückbank.
Wir erwischten Lynn und die Jungs gerade, wie sie mit ihrer Mom aus der Herberge kamen. "Du darfst schon gehen?", freute sich Lynn. Ich nickte lächelnd. "Heißt das, du kommst auch zur Halloween-Party?", fragte Matt neugierig. "Gut möglich.", antwortete ich. "Lass ihr doch erstmal etwas Ruhe, bevor der Stress wieder losgeht.", motzte Nik. "Ich pass schon auf.", beschwichtigte ich ihn, "Wir sehen uns in Taholah, ja?" Meine Freunde umarmten mich zum Abschied und gingen dann mit Lynns Mom zum Parkplatz.
Dad ging mit Damien mit, um meinen Teddy ins Auto zu schaffen, während ich in mein Zimmer ging. Als ich die Tür aufschloss, wäre ich beinahe in Sidney gerannt. "Oh, tut mir leid.", nuschelte ich und quetschte mich an ihr vorbei. "Kein Problem. Alles gut bei dir? Ich hab gehört, du hattest einen Autounfall.", sagte Sidney. Etwas überfordert starrte ich sie an, da ich so etwas nicht von ihr erwartet hatte. Fragend sah sie mich an. "Äh. Ja, es geht schon. Ich hatte großes Glück.", stammelte ich. "Das ist schön.", sagte Sidney und ich konnte erkennen, dass sie das wirklich ehrlich meinte. "Warum bist du so nett zu mir?", platzte es dann aus mir heraus. Sie zuckte mit den Schultern. "Warum sollte ich nicht?", stellte sie mir die Gegenfrage. "Weiß nicht, weil du die beste Freundin von Jen bist?" "Tausch das beste Freundin durch Accessoire aus.", meinte Sidney.
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Soulwalker
FantasiaSoulwalker ist eine uralte mystische Kraft und niemand weiß mehr so genau, was diese eigentlich bewirkt. Sicher ist nur, dass Gut und Böse seit Jahrtausenden darum kämpfen. Im größten Teil der Geschichte wurde die Kraft positiv beeinflusst, aber es...
