Nach zwei Stunden Fahrt, parkten wir vor einer großen Shoppingmall. "Bestimmt gibt es dort einen Kostümladen.", freute ich mich und stieg aus. Julian umrundete den Wagen und schloss zu mir auf. "Kennst du dich hier aus?", fragte er ungläubig. "Nö, wird aber schon schief gehen.", grinste ich breit. "Hast du schon eine Idee? Also weißt du, als was du gehen willst?", fragte Julian, als wir die Mall betreten hatten. "Definitiv irgendetwas von oder mit Disney. Keine Ahnung was, aber Hauptsache Disney. Da fällt mir ein, ich muss Heath fragen, ob er und Jake Kostüme haben.", antwortete ich. Während ich in meiner Tasche, nach meinem Handy suchte, dirigierte mich Julian bereits in einen Laden.
Als ich mein Handy gefunden hatte, tippte ich kurz: "Frage: Habt ihr bereits Kostüme oder soll ich euch welche mitbringen?" "Jetzt pack das Handy weg und genieße deinen Shopping-Tag mit einem Tütenträger!", stöhnte Julian. Ich lächelte entschuldigend und widmete mich dann dem Laden. Gezielt störberte ich die Kleiderstangen durch. "Inspiration gefunden?", rief Julian von der anderen Seite des Ladens. "Nicht wirklich! Pocahontas fände ich super, aber die hat ja doch bisschen wenig an. Und Cinderella oder Dornröschen oder so finde ich doof.", rief ich zurück. Julian lachte laut auf und auch ich musste grinsen. Gerade ging ich meine Lieblingsfilme wie Mulan, König der Löwen und so weiter durch, als mein Handy vibrierte. Ich kramte es wieder aus meiner Tasche und schaute auf das Display: "Ich habe schon eins, trotzdem danke. Und Jake hat eine ganze Kiste voll, in der er sich etwas raussuchen kann. Und wie weit bist du inzwischen?"
Sofort wurde meine Neugier geweckt: "Als was verkleidest du dich denn? Ich selbst hab noch nichts gefunden und suche noch." Ich kam gar nicht erst dazu, mein Handy wieder weg zustecken, da bereits die nächste Antwort kam. "Haha. Du wirst schon was finden. Und lass dich von mir überraschen." Ich knirschte beleidigt mit den Zähnen, da ich wohl der neugierigste Mensch überhaupt war. Seufzend steckte ich mein Handy wieder in die Tasche. "Was hälst du von einem Elvis Kostüm?", fragte mich Julian, der auf einmal hinter mir aufgetaucht war. Ich drehte mich um und musste vor lachen losprusten. Julian stand in kompletter Montur vor mir und blickte neugierig über seine riesige Sonnenbrille. "Ist das dein Ernst?, fragte ich zwischen dem Lachen. "Aha!", ahmte er Elvis Presley nach. Wieder lachte ich los und musste mich an einem Kleiderständer festhalten, um nicht hinzufallen.
Als ich mich endlich wieder unter Kontrolle hatte, wischte ich meine Tränen weg und begutachtete ihn genauer, wobei ich immer wieder kichern musste. "Ja! Das sieht gut aus. Kannst du genau so nehmen, behaupte ich mal.", grinste ich breit. "Und hast du etwas gefunden?", fragte Julian neugierig. Missmutig schüttelte ich den Kopf. Ich fand lange schwarze Hörner, die ich in meiner Hand drehte. "Meinst du, Maleficent, den Albtraum aller Märchen, könnte man als Kostüm bei einer Kinderparty nehmen?", fragte ich verzweifelt. Julian legte den Kopf schief: "Nää! Eher nicht so. Wir haben ja noch Zeit. Suchen wir etwas Neues." Ich nickte: "Ja, okay. Dann geh da rüber! So sind wir schneller." Während Julian grinsend in seinem Elviskostüm wieder ging, widmete ich mich wieder dem Kleiderständer vor mir. Erst als ich den halben Laden durchsucht hatte, fand ich einen Haken, an dem sowohl ein langer blauer Rock, ein dunkelblaues Korsett und eine weiße Bluse hingen. Ich musterte es kurz, wollte es aber wieder zurück hängen, als mich jemand aufhielt. "Vielleicht sollten Sie es einfach mal anprobieren, um sich besser entscheiden zu können.", sprach eine dunkle Männerstimme.
Erschrocken fuhr ich herum. Vor mir stand ein Mann komplett in schwarz mit einer venezianischen Maske. Mit offenem Mund starrte ich ihn an. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Fremden. "Seit einer ganzen Weile durchstöbern Sie den Laden. Kann ich Ihnen behilflich sein?", klang es melodisch aus seinem Mund. Blinzelnd starrte ich ihn weiterhin an ohne auch nur auf die Idee zu kommen, etwas zu sagen. Er hatte schwarze Haare, die wild in sämtliche Richtungen abstanden. Seine Augen waren so dunkel, dass sie ebenso schwarz wie seine Haare erschienen und dazu die geschwungenen Lippen, umspielt von einem kleinen Lächeln, das nur kurz weiße Zähne aufblitzen ließ. "Warum tragen Sie eine Maske?", kam es stumpf von mir und im nächsten Moment verfluchte ich mich für meine Dummheit.
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Soulwalker
FantasySoulwalker ist eine uralte mystische Kraft und niemand weiß mehr so genau, was diese eigentlich bewirkt. Sicher ist nur, dass Gut und Böse seit Jahrtausenden darum kämpfen. Im größten Teil der Geschichte wurde die Kraft positiv beeinflusst, aber es...
