Mittwoch 12

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Mein Rucksack mit den Wechselsachen habe ich unter den Tresen geschoben. Ich bin vorbereitet auf was auch immer. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass meine Beine haarlos sind. Wie erwartet ist es den Gästen in der Bar auch egal, aber für sie hab ich mich ja nicht rasiert. Es muss nur einem gefallen. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, habe ich mich auch nicht für Hannes rasiert, sondern für Linda. Ich hätte nicht gedacht, dass sie ihren Break Up so ausnutzt. Andererseits, es ist Linda. 

Mit dem Rucksack auf dem Rücken trete ich vor die Tür der Bar. Es dämmert bereits. Hannes kommt gerade die Straße heruntergelaufen und schlängelt sich elegant an einer Studentengruppe vorbei, die sich laut quatschend in die junge Nacht aufmacht. "Hast du alles?", sind seine ersten Worte. "Ich denke, alles, was ich brauche, ist hier drin.", ich deute auf den Rucksack. "Gib her.", er nimmt mir zuvorkommend den Rucksack ab. "Was hast du denn geplant?", möchte ich erfahren. Hannes lächelt nur in sich hinein. "Geduld Tim Geduld.", schmunzelt er. 

Wir fahren mit der Tram zu ihm und die gesamte Fahrt bekomme ich seinen Plan nicht aus ihm raus. Außerdem hat er bis jetzt meine Beine bemerkt. So viel dazu. 

"Setz dich.", Hannes lässt sich auf sein Bett fallen und klopft neben sich auf die Matratze. Verwundert sehe ich mich um: "Du hast umgeräumt." Sein Schreibtisch steht jetzt gegenüber vom Bett. Es sieht etwas provisorisch aus. "So können wir im Bett liegen und einen Film gucken.", erklärt er mit einem Lächeln. Ich kuschle mich zu ihm ins Bett. "Ist das deine Überraschung. Wir liegen im Bett und sehen uns Filme an?" "Wäre das denn so eine schlechte Idee?" Ich suche mir eine Position, in der ich in seinen Armen liege und den schwarzen Bildschirm auf seinem Schreibtisch sehen kann. "Nö, aber ich finde deine Heimlichtuerei in dieser Hinsicht übertrieben." "Du traust mir noch nicht.", deduziert er richtig. Meine Arme umschlingen seine Hüfte und ich wende mich ihm zu. "Du hast es erfasst." Ich küsse ihm auf die Nase. Sein Blick wird verträumt, dann blinzelt er. "Wollen wir einen Film gucken oder bist du schon zu müde?", lenkt er ab. Ich will auf die Uhr auf seinem Nachttisch sehen, aber ein Buch liegt davor. Freimütig rolle ich mich auf ihn drauf, um das Buch zur Seite zu schieben, dabei lese ich den Titel "Die Liebe des Mannes". Mit gerunzelter Stirn hebe ich es hoch. "Was liest du denn da?", neugierig schlage ich es auf. "Der Mann hat nicht nur eine erogene Zone, wie manch einer behaupten würde, sondern verfügt über mehrere Punkte, an denen er erregbar ist. Sind Sie sich nicht zu fein ihren Partner nach seinen erogenen Zonen zu fragen, wenn Sie sie im Liebespiel noch nicht gefunden haben.", lese ich laut vor, während ich auf ihm hocke. "Verdammt, das solltest du nicht sehen.", Hannes schnappt nach dem Buch, aber ich ziehe es weg und blättere weiter. "Wow es hat sogar Bilder.", ich drehe das Buch so, dass Hannes den anatomisch korrekt gezeichneten Penis sehen kann, der gerade von einer fliegenden Hand verwöhnt wird. "Ich weiß.", murmelt Hannes, der es aufgegeben hat, mir das Buch wegnehmen zu wollen. "Ist das echt ein Liebesratgeber?", ich schlage das Buch wieder zu und studiere den Klappentext. "Darf ein Mann sich denn nicht informieren?", fragt Hannes etwas peinlich berührt. Ich merke, dass es ihm unangenehm wird, und ich lege das Buch wieder auf den Nachttisch. Behutsam streichle ich über seine Brust. "Liest du das extra für mich?", frage ich verlegen. Er sieht mich nicht an, aber ich kann sehen, wie er rot wird. "Für wen den sonst." Ich beuge mich zu ihm runter. "Du bist so süß." Ich küsse ihn zärtlich und streichle über seine Wange. "Ich liebe dich.", flüstere ich. Hannes sieht mich lange an. Wir sind uns ganz nah. "Ich liebe dich auch.", flüstert er, dann küsst er mich wieder und wieder.

Spielerisch stütze ich meine Hände auf deine Brust und sehe zu ihm runter. "Willst du dann jetzt meine erogenen Zonen finden?", stichle ich ein wenig. Seine Hände streichen angefangen bei meinen Knien bis hoch zu meinen Hüften, zumindest denke ich das war sein Plan. "Nichts würde ich lieber...", er stoppt mitten im Satz und auch seine Hände halten inne. Sanft streicht er erneut über meine Oberschenkel. Ich kann mein Kichern nicht unterdrücken. Da ist ja endlich die Reaktion. "Du...du bist ja rasiert.", stellt er erstaunt fest. Ich nicke kichernd. Quiekend werde ich von ihm runtergeworfen und finde mich eine Sekunde auf meinem Rücken wieder. Hannes hebt mein Bein hoch und betrachtet es, als wäre es aus Gold. Seine Fingerspitzen tanzen über meine glatte Haut. Es kribbelt. Behutsam liebkosen seine Lippen meine Beine, es ist ein schönes Gefühl. Als er die Innenseite meiner Schenkel erreicht, fange ich an leise zu seufzen. Hannes ist hin und weg. "Darf ich?", er zieht fragend an meinem Hosenbund. Als Antwort hebe ich meine Hüfte und meine Hose landet neben meinem Bett. Jetzt können seine Lippen noch höher wandern und das Kribbeln wird immer stärker. Um mich zu ärgern, lässt Hannes meine Mitte aus und schiebt stattdessen mein T-Shirt hoch, um meinen Bauch zu küssen. Seufzend genieße ich seine Lippen. "Du bist so schön.", murmelt er gierig und zieht mir das T-Shirt aus. "Ich dachte wir wollten einen Film gucken.", hauche ich und lasse mich provokant zurück in die Kissen fallen. Seine Augen kleben an mir. "Müssen wir?", seine Stimme klingt leicht verzweifelt. In einer flüssigen Bewegung drehe ich mich auf den Bauch und sehe ihn über meine Schulter an. "Du kannst dir auch einfach das anschauen.", raune ich verheißungsvoll. Aufreizend langsam ziehe ich meine Unterhose nach unten, während ich ihn beobachte. Die Lust in seinen Augen wird größer und größer. Trotzdem bleibt seine Hand ganz sanft, als sie über meinen entblößten Hintern streicht. Mir entgeht nicht, dass sie zittert. Als er sich langsam zwischen meine Beine hockt, um den besten Blick zu genießen, merke ich, dass ich es vielleicht zu weit getrieben habe. "Vorsichtig.", flüstere ich unsicher, doch Hannes beginnt meine Wade zu küssen, anstatt über meinen Arsch herzufallen. Seine Finger zeichnen Linien entlang meiner Beine, die bei mir eine Gänsehaut verursachen. Zentimeter für Zentimeter kommt sein Mund meinem Backen näher und steigern meine Erregung bis ins Unermessliche. Als seine Lippen endlich zusammen mit seinen Händen bei meinem Po angekommen sind, recke ich mich ihm sogar leicht entgegen. Seine Leidenschaft brennt ihn jedem Kuss und überträgt sich auf mich. Während seine Hände immer noch meinen Hintern verwöhnen, wandert sein Mund über meinen Rücken, bis er meinen Nacken erreicht hat. Inzwischen presst sich meine Latte in die Bettdecke und meine Augen sind geschlossen. Kraftvoll dreht mich seine Hand am Beckenknochen auf die Seite, sodass ich meinen Rücken an seine Brust schmiegen kann. Ich kann seine Wärme hinter mir spüren. Seine Hand findet mein steifes Glied und ich zittere. Mit kleinen Küssen reizt Hannes meinen Nacken und gleichzeitig befördert mich seine Hand in den Himmel. Zuckend und stöhnend lasse ich mich von ihm verwöhnen, ich vergesse komplett die Zeit, alles, was ich will, ist näher bei ihm zu sein. Es ärgert mich, dass er noch seine Sachen anhat, aber seine Hand ist so geschickt, dass ich nie wieder weg will. Mein Stöhnen wird lauter, meine Bewegungen fahriger, das Kribbeln in mir konzentriert sich in der Basis meines Ständers und schießt dann hinaus. Ich kralle mich in das Kopfkissen. Hannes fängt meinen Erguss so gut es geht in seiner Hand auf. Schwer atmend drehe ich meinen Kopf zu ihm. "Wow.", keuche ich. Nach einem zärtlichen Kuss steht er einhändig auf und greift ein Taschentuch. Erschöpft rolle ich mich auf den Rücken. "Was ist mit dir?", frage ich, weil ich nicht will, dass er leer ausgeht. Mit einem Blick zu seinem Schritt sagt er lächelnd: "Ich sollte mir eine neue Hose anziehen." Schnell hebe ich meinen Kopf und erblicke einen dunklen Fleck in seiner Hose. "Wann...", ich bin verwirrt. Hannes steht auf und macht sich auf Richtung Badezimmer. "Dein Körper ist überwältigend.", schwärmt er und verlässt das Zimmer. 

Wir haben an diesem Abend keinen Film mehr gesehen, sondern sind in der Löffelchenstellung eingeschlafen. Ich bin natürlich der kleine Löffel.

Von Kellner zu KellnerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt