„Für uns."
~Devin Desmond
CÉCILIA
„Hast du dir für Mama schon mal die Hände dreckig gemacht?"
Ich verschluckte mich fast an meinem Wein, als Elias die Frage mit einem durchdringenden Blick an seinen Vater richtete, dann zu mir schaute und schließlich wieder zu Devin zurück.
Devin lächelte, aber es war ein gefährliches Lächeln, was mir Angst vor seiner Antwort machte.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass er so etwas gemacht hat", sagte unsere Tochter Aselya kichernd. Sie ließ ihren Kopf leicht zur Seite kippen und lehnte ihn auf Devins Schulter. „Papa ist viel zu lieb."
Ich warf ihr einen schiefen Blick, aber Devin schien sich zu amüsieren. Er griff nach seinem Glas und nahm einen Schluck, ehe er es zurück auf den Tisch stellte. „Ich werde ehrlich sein.", begann er, sein Blick suchte meinen. Bitte nicht. Sein Lächeln wurde weicher, fast schon zärtlich, als er weitersprach. „Zweimal. Genau zweimal habe ich mir die Hände für eure Mutter dreckig gemacht. Und wisst ihr was?" Seine Stimme wurde einen Hauch tiefer. „Ich würde es heute wieder tun. Ohne zu zögern."
Elias zog die Augenbrauen zusammen und lehnte sich mit den Unterarmen auf den Tisch. „Was genau meinst du mit dreckig gemacht?" Seine Stimme klang fordernd. Unser Sohn war Devin wie aus dem Gesicht geschnitten – eine Kopie, die nicht nur sein Aussehen, sondern auch all seine Charakterzüge übernommen hatte. Wie Devin war er furchtlos. Trotz seiner erst zwanzig Jahre gab es nichts, was er nicht für uns tun würde und er bewies es jeden Tag aufs Neue. Seine Leidenschaft entflammte so schnell wie die seines Vaters, doch ebenso rasch fand er wieder zu seiner Ruhe.
Devin legte das Besteck zur Seite, seine Bewegung ruhig, beinahe bedächtig. Dann griff er nach meiner Hand. Seine Finger fühlten sich warm an. „Lasst das unser Geheimnis bleiben", sagte er leise.
„Also bist du so weit gegangen, dass du es nicht mal sagen möchtest?"
Elias' Stimme klang nun etwas angespannter und sein Blick wanderte zwischen uns hin und her, als würde er die Antwort in unseren Gesichtern suchen. Devin erwiderte den Blick seines Sohnes. „So weit, dass du es dir nicht mal vorstellen kannst, Elias."
Stille lag in unserem Esszimmer. Ich rutschte angespannt auf meinem Stuhl und trank von meinem Wein. „Liebe kennt keine Grenzen", sagte Aselya schließlich und lächelte breit.
„Das Leben ist aber kein Ponyhof, Aselya", murmelte Elias und rollte genervt die Augen. „Und ich kann es mir vorstellen."
„Trotzdem." Sie ließ sich davon nicht beeindrucken. „Ich will nur die gleiche Liebe finden wie Mama und Papa."
Elias schnaubte leise, doch etwas in seinem Blick verriet, dass er nachdachte. „Und was, wenn ich so etwas getan hätte?", fragte er plötzlich und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Devin.
Devin hielt inne. Es war dieser Moment, in dem er zu überlegen schien, ob er die Wahrheit oder etwas Beruhigendes sagen sollte. „Dann würde ich dich niemals dafür verurteilen, Elias." Seine Stimme war ruhig, aber fest. „Niemals für etwas, das ich selbst auch vielleicht getan habe."
Elias schien nicht ganz überzeugt. „Heißt das, es war etwas Illegales?"
Ich zog die Augenbrauen hoch und wollte schon protestieren, aber Devin hob nur die Hand. „Manchmal gibt es Dinge, die sind weder richtig noch falsch. Man tut sie, weil man jemanden beschützen will. Oder weil es der einzige Weg ist."
„Und das rechtfertigt alles?" Elias' Stimme wurde lauter, schärfer, fast wie ein Angriff.
„Nein", antwortete Devin ruhig. „Aber es erklärt vieles."
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DEVIN DESMOND
Romance»Eine gefährliche Leidenschaft.« Als Devin, Cécilia das erste Mal sah, wollte er sie um jeden Preis in seinem Folterkeller sehen. Es war Devins Leidenschaft. Blut war seine Leidenschaft, doch er scheitert, als er versucht Cécilia zu foltern und umz...
