Zögernd betrat ich die Küche. Erblickte Jonas der schweigend auf seinem Stuhl saß und mich keines Blickes würdigte.
„Morgen.", nuschelte ich und nahm mir dann schweigend mein Essen.
Jonas sagte nichts. Er ignorierte mich so als wäre ich Luft. Erst als wir im Auto saßen, auf dem Weg zur Schule öffnete er den Mund.
„Dir ist klar das du heute an unserem Tisch sitzen wirst, verstanden?"
Seine Stimme klang so streng, so hatte ich ihn noch nie erlebt. Einen Moment schwieg ich, ich wollte es nicht, er hatte kein Recht darüber zu bestimmen und über Daniel so zu urteilen.
„Daniel hat nichts getan.", beharrte ich.
Jonas schnaubte verächtlich. „Ich weiß ja nicht mit was er dich erpresst, aber ist es wirklich so schlimm mich deswegen anlügen zu müssen?!", fuhr er mich an. War er unter seiner Harten Schale – welche er sich auf die schnelle zugelegt hatte – doch noch der enttäuschte und besorgte Bruder?
Ich sah ihn von der Seite an. „Ich lüge ni..."
„Jane, halt deinen Mund!" Seine Stimme wurde lauter und ich schluckte. War jedoch nicht verängstigt, nur wütend. Wie konnte Ricky meinen Halbbruder so verändern? Wie hatte er das verdammt nochmal geschafft!? Als wäre Jonas ein anderer Bruder...
An der Schule angekommen stieg ich aus und wollte schnell in mein Klassenzimmer flüchten, als ich erneut am Arm aufgehalten wurde. Doch ich blickte ihm nicht ins Gesicht, sondern auf sein T-Shirt, als er mich zu sich drehte.
„Also, du weißt wo du heute Mittag sitzt?"
Ich verdrehte die Augen. „Was wenn ich gar nicht erst in die Cafeteria komme?"
„Jane, ich... mach es nicht noch komplizierter als es ehe schon ist."
Zerknirscht nickte ich also einfach und entzog mich seinem Griff. Im Klassenzimmer blickte ich keinem ins Gesicht. So wie ich den Flurfunk kannte hatten alle die kleine Auseinandersetzung mit mir und meinem Bruder gesehen oder zumindest von ihr gehört. Ich knallte meine Tasche auf meinen Stuhl und blickte jetzt erst auf. Mein erster Blick traf Daniel. Besorgt sah er mich an. Ich wandte den Blick ab. Mittleid konnte ich jetzt nicht gebrauchen. Direkt neben mir stand Yasmine und blickte mich fragend an. Und auch viele weitere aus meiner Klasse hatten den Kopf zu mir gedreht und starrten mich an als wäre ich ein Alien das sie jeden Moment anfallen könnte.
„Was glotzt ihr denn so? Habt ihr keine eigenen Probleme?!", fuhr ich sie an.
Sofort wendeten sich allen ihren Plätzen zu. Nur Daniel sah mich noch immer an. Einen moment hielten wir Blickkontakt ehe er leise seufzte und sich zu Marco und Justin wandte.
Ich packte meine Sachen aus, setzte mich und sah denn neben mich zu Yasmine.
„Was ist passiert?"
„Hat dir das der Flurfunk noch nicht gesagt?"
Sie zog eine Augenbraue hoch. „Jane. Jetzt rede schon mit mir."
Und wie bitte soll ich mit dir reden wenn ich dir die Wahrheit nicht erzählen kann?
"Jonas hat ein Problem mit Daniel. Ich weiß auch nicht wirklich wieso. Jetzt verbietet er mir den Kontakt zu ihm. Ich soll mich sogar heute zum Mittag zu den Jungs setzen.", erzählte ich knrischend. Wenigstens war es die halbe Wahrheit.
„Was? Wieso? Hat er herausgefunden das ihr zusammen seid?", fragte sie verwirrt.
„Ich weiß nicht. Ich denke nicht. Keine Ahnung was man ihm gesagt hat. Er ist zu einem richtigen Voll idiot mutiert und dass innerhalb einer Nacht..."
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Jonas - neues Leben (Pausiert)
Teen FictionWas passiert wenn sich mit einem Schlag alles verändert? Wenn ein Flugzeugabsturz alles bis her bestehende durcheinander würfelt? Für Jane beginnt ein neues Leben. Sie lernt plötzlich ihren Halbbruder kennen und als wäre das nicht schon genug muss s...