Wer ist er wirklich?

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Als ich aufwachte brauchte ich eine weile, ehe ich wusste wo ich war. Dann kamen auf einem Schlag alle Sachen aufeinmal wieder hoch. Ich war bei Ricky. Seine Mom. Seine Schwester. Er nett. Er verschwindet. Seine Lust. Der Alkohol. Sein Dad verschwunden. Seine Entschuldigung.

Ich setzte mich auf. Neben mir war das Bett leer. Dafür hörte ich das Wasser einer Dusche. Ich stand auf. Nutzte den Moment und zog mich schnell um. Wie war Riky drauf? Konnte er sich überhaupt an gestern Abend erinnern, so viel wie er getrunken hatte?

Es dauerte nicht lange und das Wasser verstummte. Nach einer weile kam ein angezogener Ricky aus dem Bad. Ich war froh das er nicht nur meinem Handtuch um den Hüften gewickelt heraus gekommen ist. Seine Haare waren noch nass und vertrubelt. Ich hockte auf der Bettkante und blickte ihn an. Unsere Augen trafen sich. Sein Blick: Kühl, distanziert. Ich schluckte.

„Morgen.", sagte ich.

Leicht verärgert verzog er die Lippen, dann war er mit wenigen Schritten bei mir. Seine Hände auf meinen Schultern, drückte er mich nach hinten auf das Bett. Sein Griff war fest und ich zuckte zusammen.

„Verstell dich nicht, Jane.", knurrte er. „Du hasst mich. Und dein Mitleid brauch ich nicht. Wenn du irgendjemanden von gestern Abend erzählen wirst, geht das weder für dich noch für diesen jemand gut aus. Vestanden?"

Ich konnte nur nicken.

„Gut und jetzt verschwinde aus meinem Zimmer.", fuhr er mich an. Er war ein ganz neuer Ricky. Nicht der Böse Palyer. Und auch nicht der gebrochene Junge. Nein, dass hier war der eiskalte mit einem warmen Kern, der Angst hat weitere Risse im Eis zu bekommen.

Ich stand auf. Beeilte mich aus dem Zimer zu kommen. Für einen Moment war ich am überlegen, was ich tun sollte. Im Flur herumstehen? Ich hörte geräusche von unten und folgte diesen. In der Küche fand ich Rickys Mom.

„Oh, guten Morgen Jane", lächelte sie mich an. Sie hat keine Ahnung was mit Ricky los ist...

„Guten Morgen." Ich half ihr beim Tischdeken. Als Ricky nach unten kam wurde er gefragt wie lange er denn seinen 'Spaziergang' getätigt hatte und ich erhielt von ihm einen kurzen Blick.

„Ich bin erst spät wiedergekommen. Aber das ist manchmal so.", er zuckte mit den Schultern, sein lächeln war nicht ganz so perfekt wie gestern.

Nach dem Essen wurden mir allen ernstes Babybilder von Ricky gezeigt. Ich fühlte mich wie im falschen Film. Gott sei dank war Ricky nicht im selben Raum wie ich. Auch die Kindheitsfotos nahmen wir durch. Er war früher anders gewesen, eben das typische Kind. Ganze fünf Bilderbücher plätterten wir durch. Bis Ricky in der Tür erschien, in der Hand ein paar Schüssel.

„Ich..." Er unterbrach sich und bleib in der Tür stehen. Sein Blick viel auf mich die das dicke Buch in der Hand hielt, dann zu seiner Mom und schließlich auf das Buch.

„Oh Ricardo." Marion blickte ihren Sohn mit einem grinsen an. „Wir durchstöbern gerade die alten Fotoalben."

„Ich seh's.", für einen Moment schwankte seine Maske und man sah deutlich wie abgeneigt er davon war. Im nächsten Moment stand er allerdings neben mir und blickte auf die Bilder. Ich musterte ihn und konnte ein lächeln beobachten.

„Wir sind gerade beim Urlaub in Amsterdam.", erklärte seine Mutter.

Er nickte wissend. Dann sah er uns beide an.

„Ich wollte heute mit Jane in einem Restaurant essen gehen. Und dannach vielleicht noch einen kleinen Ausflug. Wir sind heute Abend wieder da."

„Achso. Okay, dann wünsche ich euch viel Spaß.", lächelte Marion.

Jonas - neues Leben (Pausiert)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt