Ich wurde das Gefühl nicht los mich in den letzten zwei Tagen so oft unwohl Gefühl zu haben wie noch nicht in meinem restlichen Leben zusammen. Und obwohl ich Gedanklich noch damit beschäftigt war den letzten Satz grammatikalisch zu korrigieren, schlicht weg weil er mir falsch vorkam, machte die Zeit kein Halt.
„Du steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten, Brüderchen.", Nathan wirkte entspannt, mit einem mörderischen, eiskalten Blick der diesem Eindruck lügen Strafte. Cain hatte hingegen, die Arme vor der Brust verschränkt, demonstrativ das Kinn gehoben, schien angespannter als sonst.
„Ich wüsste nicht was ich falsch gemacht habe.", der Schülersprecher wandte seinen Blick provokativ ab.
„Wirklich nicht?", ich hörte die Anspannung aus Nathans Stimme, wie er sich zusammen riss seinem lockeren Auftritt gerecht zu werden und nicht herum zu brüllen. Als spüre seine Frau diese innere Herausforderung, legte diese ihm in beruhigender Geste eine Hand auf seinen Oberschenkel: „Dann will ich dich doch einmal behelligen. Vor sieben Tagen warst du im Wald. Und statt einem Lehrer zu melden das ein paar Menschen dort Campten, hast du die Initiative Ergriffen und sie in Wolfsgestalt angegriffen. Neun Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahre, Cain. Vier sind nur leicht Verletzt worden, zwei hingegen so schwer das sie ins örtliche Krankenhaus eingewiesen werden mussten... Hätte ich nicht eingegriffen wäre die Wolfsjagd in diesem Gebiet eröffnet worden, aber Jäger sind dir ja Egal, nicht wahr? Damit nicht genug. Ich, beziehungsweise Jester, habe drei Beschwerden wegen Körperverletzung von deinen Mitschülern erhalten, einen öffentlichen Antrag dich deines Amtes als Schülersprecher zu entheben seitens des Schulkomitees-" vielleicht sollte ich Lucian darauf ansprechen: „-Und nicht zu vergessen sexuelle Belästigung an der Person neben dir."
Meine Augen wurden Größer. Ich hatte keine Beschwerde eingereicht, auch wenn ich das vielleicht hätte tun sollen. Woher also wusste Nathan von der gestrigen Situation? Der Einzige der das Szenario mitbekommen hatte war...
„Jester...", knurrte Cain. In einem Roman hätte er ganz klassisch mir die Schuld in die Schuhe geschoben ohne eins und eins zusammen zu zählen.
„Es geht nicht darum wer dich gemeldet hat, sondern um die Dinge die du getan hast. Dir ist bewusst dass ich dir einen Verweis geben müsse? Dich aus dem Rudel schmeißen müsste? Allein das du vor einer ganzen Horde von Rudelmitgliedern behauptet hast mich, deinen Alpha, ermorden zu wollen... was soll ich deiner Meinung nach tun? Sicher, ein Autoritätsproblem hattest du schon immer, aber das ist keine Entschuldigung für dein Benehmen."
„Na dann wirf mich halt aus dem Rudel, du großer, toller Alpha.", spottete der Junge neben mir. Ich versteifte mich, versuchte mir Vorzustellen wie es ohne Cain hier sein würde.
Wahrscheinlich nicht Anders als ohnehin. Ryze und Ivy würden um den Posten als stärkste Deltawölfe duellieren und einer von Beiden würde als neuer Schülersprecher fungieren. Mein Blick verdüsterte sich. Ivy in diesem Posten zu sehen, war ein wahrliches Problem. Ein Schulsprecher sollte offen für seine Mitwesen sein und nicht voreingenommen. Doch ein ähnliches Problem sah ich mit Ryze in dieser Rolle – besserwisserisch, protzig... Das Gangleben in der Schule würde weiter wachsen und jeder würde jedem misstrauen. Selbst wenn Cain nichts in seiner Position tat, war er eine bessere Wahl als die beiden Alternativen.
„Idiot", flüsterte ich, der Diskussion nicht weiter lauschend.
Stille breitete sich im Raum aus. Nathan sah Neugierig zu mir hinüber, während Rose sich auf die Unterlippe biss, als hätte ich diese ganze, erzwungene ruhe gerade ruiniert. Allein der Schülersprecher weigerte sich mich anzusehen. Ich konnte beobachten wie seine Kiefer mahlten, wie er sich zwang sich nicht auf mich zu stürzen. Ich beschloss weiter zu sprechen, ehe er gänzlich gegen seinen Instinkt verlor, so wie ich jedes Mal: „Aus wölfischer Sicht kann ich deinen Standpunkt verstehen, Cain. Du bist Stark, du bist Schlau"... du bist ein selbstverliebtes, psychisch gestörtes Arschloch...: „Aber... In menschlicher? Denkst du nicht dass du dir selbst weh tust wenn du dich von deiner Familie trennst? Von dem Rudel in dem du seit deiner Kindheit lebst? Ist es nicht... dumm das alles über dein Stol-"
Ich hatte zu viel gesagt - oder war einfach nicht schnell genug gewesen.
Trotz der überraschenden Tatsache, dass Cain sich nicht auf mich stürzte, hatte ich seine Hand vor dem Mund noch ehe ich hätte ausreden können. Seinen Arm hatte er um meinen Hals geschlungen, mir die Worte mit seiner Geste abgeschnitten und so gleichzeitig meinen Kopf an seine Schulter gezwungen. Obwohl ich mich wehren wollte, traute das Omega Tier in mir sich nicht, blieb reglos in dieser Position während der Druck auf meinem Mund sich verstärkte.
„Ich weiß nicht weshalb du etwas von Menschlichkeit laberst, aber wir sind Tiere. Es macht mir nichts aus mein Heim zu verlassen wenn mein Herz aller liebster Bruder-", ich hatte gar nicht gewusst das Sarkasmus so schneidend klingen konnte: „-es so entscheidet. Ich bin sowieso ein Einzelgänger."
„Würdest du bitte meine Schülerin los lasse, Cain?", meldete sich Mrs.McRoad zu Wort in einer typischen Lehrerinnenstimme die so gar nicht zur Situation passen wollte. Ich spürte den Schülersprecher schmunzeln, ehe er mich widerwillig frei gab. Sofort rückte ich mit meinem Stuhl ein wenig von ihm weg.
„Ich werde dich nicht aus dem Rudel schmeißen.", mein Blick schoss zu Nathan. Er war nachdenklich, fixierte seinen Bruder mit einem berechnenden Blick: „Das gönn ich dir nicht."
Was es denn eine positive Sache aus seiner Heimat verstoßen zu werden? Unschlüssig sah ich zwischen den beiden Brüdern hin und her, wusste nicht wie ich die Situation einschätzen sollte.
„Das heißt ich kann jetzt gehen?", Cain stand auf noch ehe er seine Wort ausgesprochen hatte, stolzierte auf die Tür zu, wurde aber von einem Arm daran gehindert weiter zu gehen. Nathan hatte ihm den Weg versperrt, starrte ihn immer noch mit diesem Berechnenden Blick an.
„Ich werde dich nicht aus dem Rudel stoßen oder der Schule verweisen", wiederholte er langsam: „Aber ohne Strafe wirst du mir auch nicht davon kommen. Heute Nacht ist Vollmond und du, Cain, wirst nicht mit uns zusammen Jagen gehen. Stattdessen darfst du deine Zeit im Keller verbringen um wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Wenn du dich verseckst und wieder nicht aufkreuzt, werde ich dich hingegen die nächsten zwei Wochen lang da unten einschließen. Deine Wahl, Brüderchen."
Cain dunkelte seinen Alpha an und sah so aus als würde er gleich auf ihn losgehen. Tatsächlich sollte ich mit meiner Einschätzung nicht gänzlich falsch liegen.
Keine Fünf Sekunden nachdem sein Bruder die Strafe ausgesprochen hatte, stürzte der Schülersprecher sich auf den älteren, erfahreren Wolf - sprang diesem an die Gurgel als wolle er sie zerfetzten. Ich zuckte zusammen, stand auf und wäre beinahe über meinen eigenen Stuhl gestolpert während ich das Szenario mit eigenen Augen verfolgte.
Nathan wich dem Anderen aus, mit einer Schnelligkeit die er nur als Wolf hätte haben sollen. Doch auch Cain hatte noch ein paar Tricks auf Lager. Nachdem es ihm misslungen war nach der Kehle seines Bruders zu greifen verwandelte sich dieser in einen Wolf und griff mit einem Seitensprung ein weiteres Mal an. Der Rudelführer knurrte so tief, dass ich schauderte und mich in der Ecke des Raumes zusammen kauerte. Ein Arm legte sich um meine Schulter, strich sanft über meinen Rücken. Ich wusste das es Rose war die zu mir geeilt war.
Doch während ich damit beschäftigt war meinen Fluchtinstinkt nieder zu kämpfen nahm der Kampf der Brüder erst richtig Fahrt auf. Mit seinem Seitensprung riss Cain Nathan von den Füßen. Auf dem Boden überschlugen sie sich, rissen sogar einen ganzen Tisch mit sich. Auch der Alpha hatte seine Gestalt als Mensch baldigst abgelegt. Ich konnte nicht viel mehr erkennen, wusste aber um die Brutalität dieser Auseinandersetzung.
Geifer lief den Wölfen aus den Mäulern, Cain schnappte nach der Kehle seines Rudelführers während dieser selbst den Angriff vorausahnte und seinerseits nach der Nase des Schülersprechers biss. Cain jaulte auf, trat mit seinem Hinterlauf jedoch so heftig nach Nathans Bauch, dass dieser selbst quietschend los ließ. Die Beiden rollten ein weiteres Mal herum, dunkelbraunes und schwarzes Fell vermischten sich wie ein einziges Tier.
Ich zuckte abermals zusammen, schloss meine Augen so fest es mir Möglich war und vergrub mein Kopf in Mrs.McRoads Brust.
Ein markerschütterndes Quietschen hier, ein knurren dort. Ich wagte einen Blick hinauf, würgte als ich erkannte das Cain seinen Bruder die Schulter aufgerissen hatte. Meine eigene Wunde begann zu schmerzen, doch ich hatte keine Zeit mich auf mich selbst zu konzentrieren. Rose stand auf, zog mich mit sich, und wich damit den beiden Wölfen aus, ich entkam nur knapp, stolperte eher hinetr Rose her. Cain krachte mit dem Kopf gegen die Wand, entging den Fängen seines Alphas hingegen als dieser nach dessen Kehle schnappte. Haarbüschel lagen auf dem Boden, Blutspritzer sprenkelten den Weg den die Zwei gerollt waren.
„W-Wir-"
„Das ist eine Sache unter den Zweien. Wir mischen uns nicht ein.", unterbrach meine Lehrerin mich, doch ihre Worte waren kaum zu hören, übertönt durch das bellen der zwei Tiere. Hätten sie sich unterhalten, hätte ich sie verstanden. Doch ein Bellen war nichts weiter als ein Kampfesruf, das demonstrieren von Stärke. Ähnlich wie bei Menschen – Große Klappen, aber nicht viel dahinter.
Wieder quietschte einer der Zwei schmerzerfüllt auf. Sofort richtete ich meinen Blick wieder auf das Kampfgeschehen. Nathan hatte sich von seinem Bruder gelöst um ihm gleich darauf auf den Rücken zu springen. In diesem Moment schnappte er in Cains Nacken, verbissen sich darin und zerrte an dem Fleisch als wolle er es gewaltsam heraus reißen. Ich war froh keine näheren Details zu erkennen, nur zu sehen wie das Blut erst langsam, dann schneller aus der Wunde lief. Cain rammte seine scharfen Zähne in die Pfote seines Bruders, der den Delta daraufhin widerwillig los ließ um sich selbst in Sicherheit zu bringen.
Der Schülersprecher keuchte viel stärke als sein Alpha, er hatte den Kopf leicht gesenkt, doch immer noch diesen wütenden Funke im Auge. Sein Gegenüber war ihm dennoch Überlegen, hatte den Kopf erhoben und knurrte auf den Anderen hinab. Ich biss die Zähne fest zusammen, bekam Panik als ich all das Blut sah. Ein knurren seitens Cain, verriet mir das dieser noch nicht aufgegeben hatte. Und als er dann auch noch die Hinterläufe anspannte, schloss ich meine Augen wieder fest zusammen.Ich wollte es nicht sehen, das Blut das sein Fell verklebte, die Leftzen geflätscht, Speicheltropfend und höchst Angespannt. Nur am Rande hörte ich wie die Beiden erneut laut knurrend übereinander her fielen.
DU LIEST GERADE
Omega: Academy of the Pack
WerewolfDas Omega, ist das schwächte Glied im Rudel. Es wird herablassend behandelt und spielt den Sündenbock für all seine Gefährten - Doch im Gegensatz zu einem Wolf, ist ein Werwolf immer auch zum Teil menschlich. In einer Zeit in der die Gestaltwandler...
