Mit leerem Blick starrte ich auf die nächste Leiche. Morgen war es so weit. Morgen war Donnerstag. Und seit meinem ersten Mord an einer Unschuldigen, hatte ich sechs weitere Menschen ermordet. Ich kicherte leise, ...vielleicht war es auch der Dämon der seit diesem Moment vor ein paar Nächten still geblieben war. Das Geräusch verließ meine Lippen laut genug als das Seth zu mir herüber sah, er Lächelte kurz Angebunden, wandte seinen Blick schließlich aber wieder ab.
„Schafft die Leiche Weg... und wischt das Blut auf.", befahl er einem mit unbekannten Gestaltwandler, während er die Papiere in seinen Händen begutachtete. Gestern noch, war ich immerhin in der Verfassung gewesen ihn zu Fragen worum es sich bei seiner Arbeit handelte und das die Antwort mich nicht schockiert hatte, setzte mir immer noch zu.
Ich wusste dass ich mich in dem Hinterzimmer eines Lagerhauses befand, während im vorderen Teil Waffen und Drogen gelagert wurden. Das Rudel, in dem Cerberus sich den Posten als Alpha ergaunert hatte, war offensichtlich als Untergrundorganisation getarnt gewesen. Doch das Mächte Menschen nicht nur Politiker oder Immobilienbesitzer waren, etwa wie Nathan, war mir ohnehin klar gewesen. In dieser Welt gab es weit Gefährlichere Rudel als das unsere, auch wenn wir zu einem der Bekanntesten Zählten. Auf der anderen Seite war es schwer ein Rudel nicht zu kennen, wo es doch nur eine Hand voll, vielleicht auf zwei Hände voll, davon gab.
„Ach ja! Und diese kleine Ratte... Deponiert ihn einfach in diesen Raum, Leiha und Asscasstes werden das Restliche erledigen.", mit diesen Worten verschwand Seth aus dem kleinen Raum.
Nur aus dem Augenwinkel beobachtete ich wie zwei Gestaltwandler ihre Arbeit verrichteten, die Leiche weg schafften und das Blut weg wuschen. Es brachte nichts, die roten Striemen blieben. Und wenn ich es Recht verstand, würde ohnehin noch mehr Blut diesen Boden säumen wenn sie ihr nächstes Opfer hier her brachten.
Jakob öffnete die Tür, hinter sich einen Jungen her zerrend von gerade einmal 12 oder 13 Jahren. Er hatte rote Haare, dunkelrot. Seine Augen waren grün. Er wirkte dreckig, aber wehrte sich wie ein Weltmeister. Ich roch sofort das er ein Mensch war und wusste, kaum dass die drei Personen den Raum verließen, würde ich mich auf meine Beute stürzen.
„Der hat sich in der Nähe des Eingangs herum getrieben. So wie er aussieht würde ich sagen er ist ein Straßenkind, vermutlich haben seine Eltern ihn raus geworfen.", erklärte Jakob seinen beiden Kollegen als er dessen Fragenden Blicke bemerkte.
„Das Stimmt nicht! Meine Eltern sind tot! Tot! Einer von euch hässlichen Hunden hat sie umgebracht weil mein Dad ein Jäger war! Das verzeih ich euch niemals! Nie, nie, nie, nie, niemals!", der Junge brüllte, hatte Tränen in den Augen und zappelte noch heftiger. Ich bewunderte ihn für diesen Mut, während ein Teil von mir sich über schwer zu fassende Beute freute, gerade zu aufhorchte. Wieder kicherte ich ganz unkontrolliert.
„Was auch immer, viel Spaß mit ihm.", sprach einer der mir Fremden Gestaltwandler, ehe er den Raum mit seinem Kollegen verließ. Jakob schubste den Jungen auf den Boden und machte es den anderen Zweien gleich.
Ein tiefes Knurren klang aus meiner Kehle als die Tür in die Angeln viel, doch statt wie all meine anderen Opfer, sah der Junge mich mit einem Mutigen, geradezu provokanten Blick an.
„Halt die Luft an, Hund! Wenn du mich töten willst, musst du vorher nicht so ein Trara machen. Tu es einfach und dann ist gut.", schnauzte er mich wirklich gerade an?
„Wer-" Ich räusperte mich, meine Stimme klang rau weil ich sie seit gestern früh nicht mehr benutzt hatte: „Wer bist du, Kleiner?"
„Das geht dich nichts an.", murmelte der Rothaarige.
Ich legte meine Arme um mich selbst, zitterte weil ich nicht wusste wie lange es dauern würde bis ich mich blindlings auf ihn stürzte.
„Du siehst aus als hättest du Tagelang nicht geschlafen.", skeptisch musterte der Fremde mich. Ich rang mir ein kurzes, klägliches Lächeln ab, nickte dann aber.
„Auch... Auch wenn du es mir nicht glaubst, ich bin genauso ein Opfer wie du es bist.", erklärte ich leise.
„Ich glaube dir."
Verwirrt sah ich den Kleinen an, doch dieser sah mir ganz unbeirrt in die Augen, als warte er auf eine Reaktion. Als er meine Erleichterung bemerkte, zierte ein Lächeln seine Lippen. Es wirkte süß, so kindlich und rein. Der arme Kerl hatte etwas Besseres verdient als ein Leben mit dem Wissen um Gestaltwandler, immerhin wussten nicht viele Menschen von uns. Und das er ein Mensch war, roch ich ziemlich deutlich.
„Erzähl mir deine Geschichte", bat der kleine, während er sich mühsam aufsetzte, den Rücken zur Wand gekehrt. Ich blieb stehen, starrte vor mich hin und nickte vorsichtig.
„Mein Name ist Leiha. Sein Name ist Scest. Er... Er ist ein Dämon der in mir wohnt. Er kann nur im Körper eines Omegas agieren, wahrscheinlich weil wir Rezessiv sind. Diese Leute hier, wollen aus uns eine Menschen mordende Bestie machen und... und ich denke, sie haben es geschafft.", ich fasste mir in die Haare, an den Kopf, ehe ich weiter sprach: „I-Ich komm hier nicht weg, weiß nicht wo ich bin und... und mein Rudel hat mich Bestimmt schon aufgegeben. Und selbst wenn nicht, selbst... Verdammt, Morgen ist es sowieso zu spät, da holt Er mich. Dieses Monster das... garantiert, dafür verantwortlich ist das deine Eltern tot sind." Ich schüttelte heftig den Kopf.
„Das klingt Scheiße.", kommentierte der Rothaarige vorsichtig und verengte die Augen ein wenig: „Dann.... Dann musste du wohl entkommen bevor dieser Arsch dich holen kommt. Und weißt du was? Ich hab einen Vorschlag."
Ich schaute den Jungen unsicher an, wartete bis er weiter sprach bevor ich zustimmte oder ablehnte.
„Wenn du mir hilfst mich an diesen Mistkerlen zu rächen, helfe ich dir hier raus.", er lächelte frech und griff sich in seine Socke. Verwirrt beobachtete ich ihn dabei, bis er einen langen Draht heraus zog und ihn mir zeigte. Bei einem alten Schloss wie dem an der Tür, müsste solch ein Taschenspieltrick funktionieren.
„Jetzt brauchen wir nur noch eine Ablenkung.", erklärte er, er wusste das ich zu dem Vorschlag nicht Nein sagen würde.
„Wie heißt du?", wiederholte ich meine Frage mit großen Augen.
„Chrome!"
Und mit einer großen Explosion, irgendwo im Lagerhaus, nahm das Chaos seinen lauf.
Wisst ihr das wir uns dem Ende des ersten Teils nähern? Am Wochenende kommen übrigens noch ein paar Kapitel.
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Omega: Academy of the Pack
WerewolfDas Omega, ist das schwächte Glied im Rudel. Es wird herablassend behandelt und spielt den Sündenbock für all seine Gefährten - Doch im Gegensatz zu einem Wolf, ist ein Werwolf immer auch zum Teil menschlich. In einer Zeit in der die Gestaltwandler...
