Und noch während ich an meiner Tasche zerrte, mich bemühte dir Tür zurück in ihre Angeln zu werfen, hörte ich ein unfreundliches Knurren – spürte wie mich eine Hand am Hemd packte und in das Zimmer hinein zerrte.
Mein Herz raste, wollte nicht aufhören in einem viel zu schnellen Rhythmus in meiner Brust zu schlagen. Panik breitete sich in meinem Kopf aus, meine Instinkte spielten verrückt. Wäre ich in diesem Augenblick in Wolfsgestalt, hätte ich meinen Schwanz eingezogen, die Ohren geknickt und mich zu Boden gekauert. Ich hätte gewinselt, meine Nase auf den Boden gelegt und die Schultern verspannt.
Ich schloss meine Augen während die unbekannte Gestalt mich rücklings gegen eine Wand presste, mir bedrohlich ins Ohr knurrte und dabei so viel dominanter klang als Ivy, als Ryze, gar noch als Cain. Und Erneut sah ich dieses Bild vor Augen, eines das ich nie wieder aus dem Kopf bekommen würde. Mrs.McRoad auf ihrem Lehrerpult sitzend, mit gespreizten Beinen und aufgeschüttetem Haar. Die mir so Fremde, und trotzdem so bekannte, Person mit den gleichen, schwarzen Haaren seines Bruders, diesen strahlend blauen Augen und der Körpergröße von fast Zwei Metern. Nur hatte ich mir das Treffen mit ihm... Anders vorgestellt. Formeller. Mit mehr Effekten drum herum, vielleicht einer düsteren, mit Musik untermalten Szene.
„Nathan... Nathan! Lass sie los, meine Güte!"
Mrs.McRoads Stimme riss mich aus meinen Gedanken und vorsichtig öffnete ich die Augen einen Spalt breit. Mein Alpha beruhigte sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit, ließ mich vorsichtig los und seufzte. Ich hatte den Schock noch nicht überwunden, da lag seine Hand auf meinem Kopf als wolle er ein verunsichertes Tier beruhigen. Und vermutlich war dies das Beste was er hätte tun können, denn wie ein eben solches fühlte ich mich.
„Sie hat sich den denkbar schlechtesten Zeitpunkt ausgesucht um herein zu platzen.", es war die gleiche Stimme wie erst vor wenigen Tagen im Radio. Ich erinnerte mich an das Interview, wie ich schon beinahe Stolz an der Küchentheke gelehnt hatte während ich meinem neuen Alpha gelauscht hatte: „Verzeih. Ich hab etwas Übertrieben... Wie war noch gleich dein Name?"
Erst nach einigen Sekunden der stille wurde mir Bewusst das Nathan McRoad mich angesprochen hatte. Ich blinzelte unsicher, versuchte ein wenig Haltung zu bewahren, mich irgendwie wieder zu fassen und stammelte die folgenden Worte mehr als das ich sie aussprach: „A-Also i-ich heiße Leiha Surhen. I-Ich bin erst seit kurzem hier u-u-und... a-also sie haben mich aufgenommen nachdem... nachdem..."
„Wie Taktlos von mir", der Schwarzhaarige nahm seine Hand von meinem Kopf, trat ein oder zwei Schritte zurück, direkt neben seine Frau die sich unsicher den langen Rock glatt strich und ihre Haare wieder zusammen band. Wenn es sich bei den Liebenden nicht um meinen Alpha und meine Luna... meine Klassenlehrerin gehandelt hätte, wäre diese Art des zusammentreffend vielleicht Lustig gewesen.
„Ich erinnere mich an dich. Als ich gehört hab was mit Kate und Jones passiert ist... und mit Lu...Luu.."
„Ihr Bruder hieß Lucian.", mischte sich seine Frau mit scharfem Ton ein
„Richtig. Als ich gehört hab was mit deinen Eltern und deinem Bruder passiert ist, hab ich alles in die Wege geleitet. Deine Mutter war damals die beste Freundin meiner Cousine. Ich hab sie wirklich gemocht.", endete Nathan mit einem mitfühlendem Tonfall, ehe er sich mit wütender Miene zu Rose McRoad herum drehte: „Jaja! Ist ja nicht so als hätte ich mir all die Namen von knapp 900 Schülern zu merken! Von unseren Studenten am anderen Ende des Rudels einmal ganz zu schweigen! Da kommt man nun einmal durcheinander!"
Ich fühlte mich unwohl – das Verhältnis wirkte zu Vertraut, es fehlte der Abstand, die Distanz zwischen dem Alpha und dem restlichen Rudel. Andererseits wusste ich nicht viel über diese Art der Beziehung, schließlich hab ich damals nicht in einem Rudel gelebt, sondern in einem Clan. Der Unterschied ist nur sehr fein gesponnen, wirkt sich Größtenteils aber in der typischen Rangfolge der Rudelmitglieder aus.
„Mhm. Ja, Liebling – bereinige nur weiter dein Gewissen indem du mich anschnauzt. Glaub mir, ich kann das ab. Wenn du später wieder angekrochen kommst, erwarte nicht dass ich dir zustimmende Worte ins Ohr lege.", Mrs.McRoad klang gefasst, sah ihren Mann nicht einmal an. Stattdessen wandte sie sich mir zu. Ihr Blick wurde weicher, führsorglicher. Ich biss mir auf die Unterlippe: „Also Leiha, was kann ich für dich tun? Du bist doch sicher nicht ohne Grund her gekommen, oder?" Auch Nathans Blick legte sich auf mich.
Unsicher nestelte ich an der Tasche die immer noch zwischen Tür und Rahmen klemmte. Deutlich gefasster zog ich die Tasche in den Raum und kramte das Klassenbuch hervor. Als ich es meiner Lehrerin überreichte, vermied ich den Blickkontakt.
„Lucian hat mich Gebeten es her zu bringen. Er hat noch eine Konferenz oder so Etwas.", so seltsam – so dumm und ungläubig es Klingen mochte – doch das Lucian, das Mitglied des Schulkomitees, denselben Namen hatte wie Lucian, der tote Bruder der seine Schwester gerettet hat, viel mir erst just in diesem Augenblick auf.
Ich hatte nicht die Gelegenheit mir große Gedanken zu machen, denn noch während ich sprach veränderte sich etwas in der Miene meines Alphas. Nathans Blick wurde kalt, berechnend. Jetzt wirkte er wie der Alpha den ich mir Vorgestellt hatte. Doch auch meine Lehrerin schien die Veränderung bemerkt zu haben, Schuldbewusst biss sie sich auf die Unterlippe und diesem Moment wurde mir klar dass ich die zwei nicht etwa bei einer schnellen Nummer gestört hatte, sondern bei einer Ablenktechnik seitens Mrs.McRoad.
„Das Schulkomitee. Cain ist auch anwesend, oder?", auch Nathans Stimme klang autoritärer als noch vor wenigen Sekunden.
Ich erinnerte mich. Mr.Lued hatte unserem Schülersprecher geraten lieber rasch zu Mr.McRoad zu kommen wenn dieser antrifft. Er wäre wirklich, wirklich Wütend – oder so etwas in der Art. Offensichtlich hatte sich der kleine Bruder nicht bei seinem Größeren gemeldet.
„Cain war nicht im Unterricht, Schatz. Ich glaube der Sicherheitsdienst hat die ganze Schule auf den Kopf gestellt um ihn zu finden, da wird er wohl kaum einfach so dort auftauchen wo man ihn erwartet."
„Wie haben ein Sicherheitsdienst?", murmelte ich leise, wütend. Ich kam nicht umhin mich zu Fragen wo dieser ach so tolle Sicherheitsdienst gewesen war als ich Blutend, nackt und verletzt auf dem Boden gelegen hatte.
Glücklicherweise wurden meine Worte ignoriert. Stattdessen bedachte der Alpha seine Frau mit einem undurchdringlichen Blick, schien abzuwiegen ob diese wieder ein hinterlistiges Manöver plante um ihn von seiner Wut abzulenken. Ich wünschte mir beinahe sie würde es tun, doch bitte nicht so lange ich im Klassenraum war.
„Also ich wer dann-", ich wurde unterbrochen
„Vielleicht weiß Leiha etwas. Sie und Jester waren die Letzten die ihn gesehen haben. Außerdem war es doch Leiha die sich mit ihm in der Mensa angelegt hat."
„Bitte erinnern sie mich nicht.", murmelte ich, den Blick meiner Lehrerin immer noch meidend.
Der Blick des Alphas richtete sich erneut auf mich, dieses Mal mit einer Intensivität die mir ein Schauer über den Rücken jagte.
„Richtig... Jester hatte von einem Streit in der Mensa erzählt zwischen meinem naiven, kleinen Bruder und einer Omega. Dann warst du also besagter Omega? Und du hast Cain gestern Abend gesehen? Wieso?"
„Ähm... Der Schülersprecher und ich hatte verschiedene... Meinungen."
„Ich Erinnere mich. Mein Bruder hat vor allen Anwesenden laut herum posaunt das er mich umbringen will. Sprich nur weiter."
Ich lachte nervös.
„Ich war gestern Abend bei ihm weil... Ich rat gebraucht hab wegen eines Deltas. U-Und da er mich offensichtlich in seiner.. psychopathischen, kranken Wahnvorstellung als... Interessant betrachtet, hab ich gedacht er hätte Interesse daran mir zu Antworten. A-Aber offensichtlich legt er nicht viel Wert auf mein Privatleben. Das heißt... schon. Irgendwie. Aber... E-Es ist seltsam."
„psychopathische, kranke Wahnvorstellungen?"
Ich zuckte zusammen, drehte mich ruckartig herum und knallte gegen einen Tisch. Danach passierten zu viele Dinge hintereinander. Nathan stürzte auf die Tür zu während ich weiter nach hinten taumelte, mich zu den hinteren Tischen des Klassenraums vorarbeitete. Cain wich aus, griff dafür nach der kannte eines der Tische und rutschte mit viel Schwung hindurch, brachte so gleich drei Pulte zwischen sich und seinen älteren Bruder.
Ich griff hinter mich, stützte mich an einem Stuhl ab, und hatte noch nicht realisiert das Cain durch seine Aktion nur wenige Schritte neben mir stand. Schneller als ich es bemerkte, stand er hinter mit, seine Arme waren um misch geschlungen und das Kinn auf meinem Kopf abgestützt.
„Darüber sprechen wir noch, Kleine."
Ich zitterte ängstlich, nickte aber so gut es mir möglich war.
„Cain.", Nathan.
„Nathan.", Cain.
„Jetzt reicht es aber! Alles Beide, Hinsetzten!", hatte ich schon Mal gesagt das meine Klassenlehrerin total, hammer, super cool war? Wie auf Kommando ließ der Schülersprecher mich los, zog sich einen Stuhl heran und setzte sich hinauf. Mich selbst drückte er auf einen weiteren. Und auch Nathan setzte sich, wenn auch eher wiederwillig, ruhig auf einen Stuhl mit verschränkten Armen. So saßen sich beide gegenüber, jeweils am anderen Ende des Raumes. Nathan mit Rose und Cain mit mir. Wie war ich hier noch gleich rein geraten..?
Frohe Ostern..? Ich erwarte Kritik! Ist Nathan wie ihr ihn euch Vorgestellt habt? Wie wenn nicht so? Anregungen? Fragen?
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Omega: Academy of the Pack
Kurt AdamDas Omega, ist das schwächte Glied im Rudel. Es wird herablassend behandelt und spielt den Sündenbock für all seine Gefährten - Doch im Gegensatz zu einem Wolf, ist ein Werwolf immer auch zum Teil menschlich. In einer Zeit in der die Gestaltwandler...
