Kapitel 29

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Kopfschüttelnd machte ich einen Knoten in die Schnur die den Bademantel geschlossen hielt. Tränen sammelten sich in meinen Augen. Ich wollte nicht zu diesen Klischeehaften Frauen gehören die wegen jeder Kleinigkeit begannen los zu heulen und doch konnte ich nicht anders. Die Tränen waren einfach da, bahnten sich einen Weg über meine Wangen wie Eindringlinge in feindlichem Gebiet.
„Wieso heulst du?", fragte Cain und stöhnte genervt. Offenbar vertrat er die gleiche Meinung wie ich, doch seine offene Ablehnung verletzte mich noch weit mehr. Mir tat alles weg, von meinem Rücken angefangen, und ich fühlte mich frustriert. Sex funktionierte nicht ohne Liebe, zumindest nicht ohne das ich meinen Partner wenigstens Mag. Im Augenblick war ich doch wohl nichts Besseres als eine Schlampe die ihre Beine breit machte wenn ein mieser Arsch wie Cain es sagte.

„Ich mach da nicht mehr mit", flüsterte ich leise und trat ein paar Schritte weg.

Der Schülersprecher erstarrte in seiner Bewegung, hatte er eben wieder Gute Laune gehabt, war diese nun genauso schnell verschwunden wie sie gekommen war. Mit düsterer Miene zog er die Augenbrauen zusammen, sagte aber nichts.
„Ich... Ich will das nicht mehr.", erklärte ich und wischte mir über die Tränenverschmierten Augen.
„Hör auf zu flennen. Ich hab dir nie die Wahl gelassen ob du willst oder nicht, hast du das denn nicht Verstanden?"
Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Er hatte nie gefragt ob er sich an mir zu schaffen machen durfte, er hatte es einfach getan und hätte ich meine Zustimmung letzten Endes nicht widerwillig Gegeben, hätte er sich schlicht weg genommen was er wollte. Weil Cain ein Sadist war, ein Einzelgänger im Rudel der nur darauf wartete seinen Bruder ermorden zu können oder aus dem Rudel zu fliegen.

„Selbst wenn, ich hab die Aufgabe auf dich aufzupassen. Wir sind also unvermeidlich miteinander verbunden, wenn nicht durch diese verdammte Mate Sache", er spukte das Wort angewidert heraus: „Dann durch das Rudel. Find dich damit ab." Cain lief zur Tür. Quälend Langsam zog er den Schlüssel heraus und drehte diesen im Schloss. Kaum hatte er sie einen Spalt breit geöffnet, quetschte ich mich hindurch.

„Hey! Leiha, was soll das?", rief mir der Schülersprecher genervt hinterher, doch ich hörte nicht auf ihn, beschleunigte meine Schritte und verließ das Schulgebäude so schnell ich konnte.
Meine Schritte trugen mich über die weite Wiese, ich wusste nicht wohin ich gehen wollte, doch vermutlich war jeder Weg besser als einfach stehen zu bleiben und zu warten bis Cain sich dazu entschloss mir zu Folgen. Ich wusste dass er meinen Geruch mit Leichtigkeit verfolgen konnte, immerhin war das Schulgelände nicht besonders groß.
Ich musste an die Versammlung denken, wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und wiederholte die Ereignisse der letzten Monate. Meine Eltern und mein Bruder waren gestorben weil die kein Rudel hatten. Aus diesem Grund hat Nathan mir Schutz angeboten. Die Luna meines Rudels hasste ihren Titel, damit konnte ich Leben. In Büchern und Geschichten erzählte man sich, die Frau des Alphas müsse das Rudel zusammen halten, die Mutter spielen. Aber es war wie die Mate Sache – einem Titel hingen keine Pflichten an. Liebe hatte noch nie etwas mit Verpflichtung zu tun.
Am wenigsten Leiden konnte mich im Augenblick entweder Kia, oder Ryze. Ich war mir diesbezüglich nicht sicher. Lucian und Dan hingegen bezeichnete ich als Freunde, Ivy vermutlich als eine Art große Schwester. Und mein Erzfeind war die Person die mir am nächsten stand. Cain. Wie hatte das alles so aus dem Ruder laufen können? Und statt noch mehr Personen kennen zu lernen, schottete ich mich mit den Problemen ab die ich ohnehin schon hatte. Vielleicht sollte ich mit meiner Klassenlehrerin sprechen.

„Leiha!", ich erwartete Cain anzutreffen, doch stattdessen rannte mir Dan entgegen. Ein letztes Mal wischte ich mir über das Gesicht, in der Hoffnung alle Beweise waren verschwunden. Dan zumindest, schien nichts zu bemerken, oder aber er war einfach zu aufgeregt: „Wir haben ein Problem!"

Verwirrt öffnete ich meinen Mund um ihn nach näheren Details zu Fragen, doch mein Kumpel sprach schon weiter.
„Kia ist verschwunden! Als du vorhin mit Cain weg gegangen bist, hab ich sie gesucht! Ich bin ihrem Geruch bis in den Wald gefolgt aber dann...! und jetzt...! Sie ist immer noch nicht wieder da und keiner hat sie gesehen! Ihre Spur ist mittlerweile fast verblasst und ich kann einfach keinen Lehrer finden! Hast du vielleicht-" Er unterbrach sich und sah mich mit einem Blick an als währen mir soeben zwei Hörner gewachsen: „Sag Mal hast du mit unserem Schülersprecher geschlafen? Du riechst du verschwitzt, als hätten sich eure Gerüche vermischt... und bitte sag mir das ich da nicht-"
„Halt! Sprich es nicht aus!", ich hob meine Hände schützend vor mich, schüttelte heftig den Kopf und biss mir auf die Unterlippe. Dann sammelte ich meine Gedanken: „Äh, schön. Cain ist in der Schule, er wird wohl am ehesten Wissen wo Nathan mit Ryze, Ivy und Jester hin ist. Ich schau ob ich jemanden zuständigen in unserem Wohnheim finde."

Dan nickte und verschwand in Richtung des Schulgeländes. Ich schaute gequält drein. Eigentlich hatte ich eine Dusche nehmen wollen und mir saubere Sachen anziehen wollen. Ich wollte mit der nun eben verschwundenen Kia sprechen und mich für das Heute bedanken. Wenn ich jetzt laut schreiend ins Mädchenwohnheim ging, würden sie alle Wissen was zwischen Cain und mir vorgefallen ist.
»Dann such auf eigene Faust. Du bist Stärker als die es Glauben, wieso beweist du es ihnen nicht einfach? Wenn du kein schwaches, naives Mädchen sein willst, dann wird eben eine starke, selbstbewusste Frau! Hihihi...hehe!« lullte mich diese Stimme ein. Wenn ich es recht heraus hörte hatte sie einen männlichen Klang. Ich schüttelte wieder den Kopf, beschloss aber dass dieses seltsame Etwas Recht hatte. Das ich einer Stimme in meinem Kopf gehorchte, die dauernd irre Lachte, blendete ich gekonnt aus. Früher oder Später müsste ich mir darüber ernsthaft Gedanken machen.
Ich rannte in die Richtung aus der Dan gekommen war und hatte sehr großes Glück die Stelle am Waldrand zu finden von der mein Kumpel gesprochen hatte. Sehr leicht, fast verschwunden, erkannte ich die Duftnote meiner Zimmergenossin und kämpfte mich weiter voran durch Sträucher, Geäste und tief hängenden Bäumen. Wurzeln ragten aus der Erde hervor, Moos und Stein hafteten dicht an dicht, es roch nach Regen. Vermutlich würde es heute Abend Gewittern.
Ich musste schon eine ganze Weile gelaufen sein, hatte Kias Geruch schon längst verloren, als ich Stimmen hörte und Schritte. Mit geweiteten Augen blieb ich stehen. Zwei Männliche und eine weibliche Stimme, sie klangen als würden sie viel Zeugs mit sich tragen. Vielleicht waren es Menschen, irgendwelche Camper.

Vorsichtig erkämpfte ich mir einen Weg durch den bewucherten Wald und suchte Deckung hinter einem Baum. Tatsächlich waren dort drei Personen mittleren Alters. Sie trugen Waffen bei sich, wirkten auf mich aber nicht wie irgendwelche Jäger.

„Eine Bewegung und ich Erschieße dich."

Meine Augen weiteten sich als ich hörte wie eine Waffe entsichert wurde. Offenbar hatte ich einen Mann zu wenig gezählt. Er stand mir Gegenüber, hielt eine geladene Waffe auf mich gerichtet und musterte mich mit kalten Augen. Ich roch dass es ein Werwolf war, verstand aber nicht weshalb er mit diesen Menschen reiste. Mit großen Augen sah ich ihn an, sein zurück gebundenes, braunes Haar und die Bartstoppeln an seinem Kinn. Er roch Fremd. Ganz und gar nicht nach meinen Rudelgefährten. Und sein Blick verriet mir, dass er seine Drohung ohne mit der Wimper zu zucken wahr machen würde.


So. Fünf... Sechs Updates in 2 Tagen? Und das obwohl ich für einen Umzug am Packen bin und Schule hab! (Nagut, ich gebs zu.. Bin Krank.) Gewöhnt euch bitte nicht drann. Die Geschichte läuft nur gerade auf ihren Höhepunkt zu, da bin ich eben voller Elan (wie gesagt, es wird einen zweiten Teil geben, der wird um einiges Umfangreicher von der Story und vermutlich auch viel länger). Ich hoffe natülich auf ganz viel Feedback, Verschwörungsteroien, Anmerkungen, Anregungen und so weiter und sofort. Vlt. auch Votes oder eine ehrliche Meinung darüber wie scheiße ich schreibe wenn ich schon seit Stunden am Tippen bin o.o

Omega: Academy of the PackGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt