Kapitel 47

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„Dieser Dämon hat also eines meiner Jungtiere angegriffen.", Nathans Kiefer zuckte während er die Worte aussprach die Cain ihm so eben in den Mund gelegt hatte. Unsicher sah ich von einem Bruder zum Anderen, fühlte mich unwohl auf dem Stuhl, flankiert von zwei ausgewachsenen Deltawölfen die mich skeptisch musterten.

„Es sieht alles in Ordnung aus. Ihr Kehlkopf ist etwas Gequetscht, aber es wird innerhalb weniger Tage wieder verheilt sein.", meldete sich eine mir fremde Stimme zu Wort. Der Mann neben Kias Bett erhob sich, suchte den Blickkontakt zu seinem Alpha und nickte um seine Worte zu verdeutlichen.
Mir wurde schnell klar dass er dies Tat um Nathan zu beruhigen, denn kaum das ich ihm erneut einen Blick zuwarf, entspannte dieser sich ein wenig. Offenbar war er, fast wie Cain immer wieder behauptete, sehr Gutherzig. Das machte ihn in meinen Augen zu einem sehr guten, sympathischen Alpha.
„Wie sollten den Dämon dominieren. Scheint mir die einfachste Lösung zu sein.", sprach der braunhaarige Mann Links von mir ohne mich aus den Augen zu lassen. Ich verkrampfte mich unmerklich.
„So ein Blödsinn.", fauchte nun Cain: „Was denkst du tu ich hier seit gestern?!" der Schülersprecher sprach mit einer Respektlosigkeit die selbst mir ein Dorn im Auge war. Ich wusste das er Autoritätsprobleme hatte, inmitten anderer, ausgewachsener Deltas fühlte er sich offenbar aber noch weit mehr gereizt, wohl möglich bedrängt, als es ohnehin der Fall war.
„Hä?! Wie war das, kleiner Kläffer?!", ach der Braunhaarige hatte seine Stimme erhoben. Ich spürte die Anspannung im Raum so deutlich wie meinen eigenen Atem.

„Hört auf.", Nathan sprach leise, doch zu meinem Erstaunen hörten Beide auf ihn: „Leiha, ich werde dir jetzt genau erklären was ich tue, damit du dich mental darauf vorbereiten kannst, einverstanden?"

Ich nickte und beobachtete wie mein Alpha sich vor mich kniete um mit mir auf Augenhöhe zu sein. Aus irgendeinem Grund beruhigte mich die Geste weniger, als das sie mich viel eher beunruhigte.
„Ich bin dein Alpha. Du hast es bestimmt ein paar Mal mitbekommen... etwa als Cain wieder einmal einen seiner Wutausbrüche hatte", der Angesprochene knurrte kurz, ließ sich dann aber von Dan ablenken. Nathan sprach weiter: „Als ich Cain den Befehl gab sich zurück zu verwandeln, tat er genau das."
Ich erinnerte mich. Auch als ich das erste Mal vor dem Schülersprecher weg gelaufen war, hatte dieser mir den Befehl erteilt meine menschliche Form wieder anzunehmen. Ich war vollkommen außer mir gewesen, hatte einfach nicht verstanden weshalb mein Körper gehorcht hatte. Nun ahnte ich was es mit diesem Befehlston auf sich haben könnte.

„Weil ich auch sein Alpha bin und du, noch dazu, nicht etwa ein Delta bist, müsste die Taktik auch bei dir Funktionieren. Ich werde dir gleich Befehlen dem Dämon in dir Platz zu machen, Scest wenn ich mich richtig erinnere, oder?"

„Asscastes.", korrigierte Cain. Ich trug ihm immer noch nach das er sich diesen seltsamen Namen beim ersten Mal hören eingeprägt hatte.
„Asscastes, genau. Er wird deinen Körper übernehmen, hörst du? Aber wir werden nicht zulassen dass er etwas tut, das er nicht tun soll.", Nathan sah mir eindringlich in die Augen, bis ich zustimmend nickte. Er wartete einen Augenblick lang, ich spürte wie die Deltas Links und Rechts neben mir ebenfalls nickten. Wahrscheinlich hatte Nathan sie mit seinen Blicken gefragt ob sie bereit waren mich fest zuhalten wenn es Notwendig war.

„Warte", ich machte Große Augen.

Der Alpha wandte seinen Blick wieder mir zu, wirkte aber nicht wütend oder verärgert meine Stimme zu hören. Er lächelte aufmunternd, unterstützte mich in meinem Protest: „I-Ich will das sie aus dem Raum verschwinden."
Ich deutete wage auf Kia und Chrome. Ich hatte meiner Zimmergenossin auch so schon genug Schmerzen zugefügt und Chrome war ein Mensch. Er hatte mich gerettet, wusste das irgendeine Schraube in meinem Kopf nicht mehr ganz locker sah, war aber doch noch ein Kind. Ich hätte auch gerne Cain und Dan raus geschmissen. Ihre Blicke sagten mir jedoch das ich mir diese Idee getrost abschminken konnte.

Nathan nickte: „Kia, Chrome? Würdet ihr bitte in das Nebenzimmer gehen?"

Während ich den Beiden hinterher sah, machte ich mir Gedanken darüber was aus dem Rothaarigen Jungen werden würde. Wenn sein Vater ein Jäger gewesen war, würde er bei Gestaltwandler wohl nur auf misstrauen stoßen. Andererseits konnte er auch nicht einfach zu seinesgleichen mit all dem Wissen das er über uns alle hatte.

„Ich will das du Asscastes dein Bewusstsein überlässt.", Nathans Stimme klang herrisch. Mir kam nicht Mal in den Sinn mich zu wehren, oder zu widersprechen. Ich fühlte wie mein Kopf nach vorne Sackte, meine Glieder erschlafften wie als fälle ich in ummacht. Ich war nicht wirklich Bewusstlos, es war wie vorhin. Wie die ganzen, letzten Tage. Obwohl ich im Stande war alles aus meinen eigenen Augen zu sehen, war nicht ich es die sprach und sich Bewegte, obwohl es sich so unglaublich Echt anfühlte.

Ein irres Kichern glitt über meine Lippen, hallte wie ein Schwarm Bienen durch das totenstille Zimmer. Ich, beziehungsweise Scest, warf meinen Kopf zurück und lachte noch weiter. Es war urkomisch von Gestaltwandlern umzingelt zu sein die dachten sie könnten mir tatsächlich etwas anhaben.
Und doch... So Lustig, so amüsant, ich diesen Gedanken fand, so ärgerte er mich auch und kränkte mich in meinem Stolz. Mein Lachen brach so schnell als hätte man einen Lichtschalter betätigt. Mit stummer, ausdrucksloser Miene sah ich den Kerl vor mir an. Ich wusste dass es sich um einen Alpha handelte. Und ich wusste dass dieser Alpha nicht Er war. Das war Gut. Wäre es Er gewesen, hätte ich tief in der Tinte gesteckt, auch wenn ich nicht genau sagen konnte woher ich das wusste.
„Was ist?", keifte ich Nathan an.
„Das hat Kia wohl mit roten Augen gemeint...", mein Blick schoss zu dem sprechenden, genauer zu Dan. Ich wollte aufspringen und ihm an die Kehle gehen, doch ein Arm neben mir drückte mich zurück auf den Stuhl. Eingeschnappte blies ich Luft in meine Wange, plusterte sie wie ein bockiges Kind auf.

„Asscastes, nicht wahr? Wir hatten das Vergnügen noch nicht.", Nathans Stimme klang sachlich. Mich störte dieser Mangel an Gefühlsregungen. Er schien freundlich, gleichzeitig aber auch distanziert. Ich mochte keine Distanz.

„So in Etwa... Asscastes Theotredor Alkestei Vivelves ist mein Name. Aber ich mag ihren Spitznamen für mich. Er klingt süß.", ich kicherte, vor allem da ich von mir selbst sprach in mehrfacher Auffassung: „Sie nennt mich Scest. Ist ein entzückender Name, oder?"
Nathan lächelte matt: „Wirklich Herzallerliebst. Würdest du aus dem Körper meines Schützlings verschwinden?" Ein wenig kränken tat mich seine Bitte schon. Ich verengte die Augen zu zwei kleinen Schlitzen. Ich Beschützte sie vor sich selbst, vor ihrer eigenen Schwäche. Deshalb sah ich auch keinen Grund aus dem Körper zu verschwinden in dem ich hockte.

„Nein."

das Knurren, ließ mich nun aber zu dem Jungen neben Nathan blicken. Cain.


Omega: Academy of the PackGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt