Kapitel 37

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„Ich hab dir nicht Erlaubt einzutreten, Cain."
Der Schwarzhaarige reagierte nicht auf die Worte seines Bruders, sondern fixierte stur das Mädchen vor ihm. Ihre Augen waren stark gerötet, ihre Wangen Fleckig, Dan hatte seinen Arm um ihre Schulter gelegt als wolle er sie trösten, ihr Schutz bieten.
Der Schülersprecher wusste sofort das Etwas nicht Stimmen konnte, das ungute Gefühl das ihn beschlich fühlte sich hässlich an, widerwertig und Abstoßend, er wollte es von sich stoßen wie eine Schlange ihre alte, trockene Haut.

Weiterhin im Raum standen drei ihm unbekannte Deltas. Sie rochen allesamt nach Rudelmitgliedern, waren in schwarzer Kampfmontur gekleidet und behielten ausdruckslose Gesichter bei.
C-Cain, a-also-", das Kia auch nur daran dachte ihm die Situation zu schildern machte einen positiven Eindruck auf den Schülersprecher, dennoch brachte er sie mit einem scharfen Blick zum Schweigen ehe er sich seinem Bruder zuwandte, seinem Alpha.

„Was geht hier vor, Nathan?", eisig, kalt klang die Stimme des Gestaltwandlers, spürte die mahnenden Blicke der treuen Deltas.

„Das geht dich nichts an.", Nathans Stimme klang Teilnahmslos, allerdings auch besorgt. Cain wandte sich an Dan.
„Äh...", der Junge sah von seinem Alpha zu seinem Schülersprecher: „Das ist ne miese Pattsituation."

Der Alpha seufzte, lehnte sich in dem Sessel seines Schreibtischstuhls zurück und musterte Cain einen Augenblick lang stumm. Dann warf er seinen drei Begleitern einen Nachdenklichen Blick zu, ehe er die Stimme hob: „Maisen, Luther, ich will das ihr zwei ihre Spur findet. Ryan, du wirst zu Jester gehen und ihn auf den aktuellen Stand bringen, ich kann meinen Betha immerhin schlecht uneingeweiht lassen."
Die drei Nicken. Cai richtete seinen Blick weiter auf Nathan, auch als die drei Deltas an ihm vorbei huschten und einer, Masen, dabei mit voller Absicht gegen seine Schulter stieß. Doch der Alpha ließ sich Zeit, lächelte nur matt als er Cains Blick bemerkte und wandte sich schließlich an Kia und Dan: „Es war Gut das ihr her gekommen Seit. Dan, bring sie bitte zu Allen. Er soll sie noch einmal Untersuchen und ihr entsprechende Medikamente verabreichen. Ihr behaltet die Sache für Euch – das ist ein Befehl." Trotzdem klangen seine Worte als würde er Smalltalk beschreiben und seine zwei Schützlinge konnten Widersprechen wenn sie wollten.

„Zum Schularzt?", wiederholte Kia leise, fast hypnotisch, nickte aber ununterbrochen zustimmend. Vorsichtig führte Dan seine beste Freundin aus dem Raum, ohne den Schülersprecher noch einmal anzusehen.

Als Nathan sich an seinen kleinen Bruder wandte, wirkte sein Blick mehr als gefasst, allerdings auch skeptisch. Er schien einzuschätzen wie Cain reagieren würde bei der ihm so ersehnten Information. Der Schülersprecher wurde ungeduldig, sein Kiefer zuckte vor Anspannung, obwohl er sich von außen nicht sonderlich viel Anmerken ließ.

„Ich fasse mich kurz.", setzte der Alpha an: „Du bist ihr Mate du-"

„Das ist Blödsinn. Ich Mag sie nicht besonders und Andersherum ist es genauso. Wir könnten niemals Lebensgefährten sein – sicher, sie riecht wirklich... Umwerfens, aber nur weil sie mich geil macht hab ich noch lange nicht vor mit ihr Glückliches Pärchen zu spielen.", unterbrach der Junge seinen Anführer.

„Unterbrich mich nicht."

„Ach halt doch die-"

„Cain! Es reicht!", Nathan hatte die Stimme erhoben, war voll und ganz in seinem Element, seiner Rolle, seiner Position als Alpha. Der Schülersprecher schwieg, hatte den Drang den Blickkontakt zu brechen und eingeschnappt auf den Boden zu schauen, doch er war schon lange kein leicht einzuschüchternder Welpe mehr. Sonst hätte er nicht so sehnlichst nach dem Titel getrachtet den sein Bruder besaß, oder nach einer anderen Art von Macht: „Du hörst. Das ist Gut. Leiha und du, ihr seit Mates. Was ihr mit dieser Information anstellt ist mir ziemlich einerlei. Und was ich mit dieser Feststellung Aussagen wollte war, dass ich dir das hier nur Erzähle weil ihr zueinander gehört."
Cain schwieg weiterhin. Seine Anspannung stieg, doch die Wut auf seinen Bruder war noch nicht vergessen. Ein Gemisch aus Unsicherheit, aber auch Aggression und Zerstörungswut übermannte den Jungen, dennoch hielt er sich erstaunlich Gut im Griff.

„Leiha ist verschwunden."

Cain spürte wie er blass wurde.

„Besser gesagt sie wurde Entführt. Kia hat sie dabei beobachtet wie sie ein paar Jäger erledigte... ehe sie selbst von einem anderen Werwolf übermannt wurde. Sie wollte sofort zu uns eilen und es mir Erzählen, doch offensichtlich haben ihre Schuldgefühle, die Lustlosigkeit und der Mangel an Essen der vorherigen Tage wegen... irgendeinem Streit, dazu geführt das sie dank des gestiegenen Adrenalins das Bewusstsein verloren hat."

Was für eine dumme Gans, dachte Cain für sich, war jedoch immer noch dabei die Worte seines Bruders zu verarbeiten. Leiha gehörte ihm. Sie war sein Besitz, sein Eigentum, gehörte sogar auf offizieller Schiene ihm - wenn man diesem Mate-quatsch Glauben schenkte. Sie war sein Spielzeug. Sein kleines Hündchen. Und sicherlich würde er sie auch als seinen Schatz bezeichnen – Letzten Endes traf man nicht alle Tage eine Person bei der man sich so Gut Befriedigen konnte.
Der Gedanke dass jemand sie Entführt hatte, frustrierte ihn. Es war als hätte man einem kleinen Jungen sein Spielzeug weg genommen. Er hatte Angst, oh und wie er sie hatte. Und Cain schämte sich nicht zu zugeben dass er Angst um sie hatte. Es wäre so unfassbar, unfassbar schwer sich ein neues Spielzeug zu suchen das auch nur im Entferntesten mit Leiha mithalten konnte. Wenn diese Leute, diese Person, sie umbrachte, würde er Blut vergießen.

„So ein Quatsch, das werd ich schon tun wenn sie mir auch nur vor die Augen treten", zischte der Schülersprecher leise. Dass es die erste Reaktion war die man ihm anmerkte, die ersten Worte, gepaart mit einem hasserfüllten, wütenden Blick, war ihm in diesem Moment nicht Bewusst.

Er wurde noch eine Spur blasser als er daran dachte was sie vielleicht alles durchmachen musste. Er war ein Sadist, er wusste nur zu gut auf welche grausamen, hässlichen, unvorstellbar qualvolle Art man eine Person foltern, zerbrechen konnte. Aber er wollte es sein der ihr Wehtat, denn er kannte sie Gut genug um zu Wissen wie weit er gehen konnte und... Es hatte wohl auch etwas mit Eifersucht zu tun.

„Cain... Du wirst sie nicht suchen."

Er horchte auf. Was hatte Nathan gesagt?
„Ich habe meine Leute, Kleiner. Ich will nicht dass du dich in diese Sache einmischst und werde mich höchstpersönlich darum kümmern dass man ein Auge auf dich hat. Es sind schon Leute mit der Suche nach Leiha beschäftigt worden."

„Das kannst du nicht-"

„Und wie ich das kann. Auf Wiedersehen."
Cain kochte vor Wut und Abscheu. Und das zeigte er auch, indem er ganz demonstrativ auf den Boden spukte, ehe er den Raum verließ, im Hintergrund einem leisen knurren lauschend. Als die Tür in ihre Angeln viel, fixierte sein Blick die drei fest Entschlossen wirkenden Personen vor sich.

„Wir wollen sie auch suchen." Cains Gesichtsausdruck verdüsterte sich. Und obwohl er noch dabei war sich zu Fragen wofür er zwei Gammas gebrauchen konnte, brütete er Gedanklich seinen ersten Planentwurf aus.

Omega: Academy of the PackGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt