Cain öffnete eines der Schränke, als würde er sich hier auskennen. Und Tatsächlich förderte er einen weißen Kittel ans Tageslicht, offenbar ein Ersatz für den immer noch verschollenen Schularzt. Während er ihn sich anzog, durfte ich erkennen dass dieser ihm bis knapp unterhalb des Pos reichte. Der Look stand dem Schülersprecher, ließ ihn intelligent und verwegen aussehen mit seinen zerzausten Haaren. Ich verstand nicht wo er die Hose her hatte, die er sich soeben über die Waden zog, doch es verlieh seinem Auftreten gewollte Eleganz. Ich selbst zupfte an meinem T-Shirt, stand vorsichtig vom Bett auf und zog meine Hose hoch. Mein Blick fiel auf die Bettwäsche des Krankenbetts. Mir wurde übel als ich das rote Blut darauf erkannte.
„Hm... Stimmt. Aber falls du in Biologie nicht aufgepasst hast - Die Chancen das Omega und Delta Nachwuchs zeugen ist etwas so groß wie ein Flugzeugabsturz."
Mein Herzschlag beruhigte sich. Ich schloss meine Augen, blendete den Schmerz zwischen meinen Schenkeln aus, und konzentrierte mich schließlich darauf das Bettlacken vom Bett zu ziehen. Cain nahm es mir aus der Hand, wahrscheinlich war ihm bewusst das ich keine Ahnung hatte wohin damit.
„Oh, ok.", ich Atmete erleichtert aus: „Können wir bitte so tun als sei das gerade eben niemals passiert?"
„Ich denke eher weniger... Ich hab vor das jetzt öfters zu machen."
„Was?!", ich drehte mich, fast schon schockiert, herum und begegnete einem amüsierten Gesichtsausdruck. Cain Antwortete mir nicht, weshalb sollte ein Delta auch schon einem Omega antworten.
„Du wolltest meine Wunden behandeln.", erinnerte der Schülersprecher, lenkte vom eigentlichen Thema ab.
Ich starrte ihn perplex an, wusste nicht ob ich wütend auf ihn sein sollte oder dankbar weil er die letzten Minuten nicht weiter kommentierte. Letzten Endes schwieg ich, zog die Lippen spitz, und deutete Cain sich wieder hinzu setzten.
Seine Behandlung dauerte nicht lange. Ein weiteres Mal desinfizierte ich seine Wunden, gab eine Creme auf die Verletzung an seiner Nase und verband jene am Rücken. Für die Schulter waren drei Stiche Nötig ehe ich die Wunde verpacken konnte, an seiner Taille waren es sogar Sechs.
„Mich verlässt der Mut wenn ich daran denke, dass deine Wunden Morgen sowieso alle wieder weg sind und ich mir jetzt solche Mühe mache", erklärte ich um die Stille zu durchbrechen. Meine Worte waren als Scherz gemeint, um die Stimmung aufzulockern.
„Und mich wenn ich daran denke, dass meine ganzen Knutschflecke wegen dem Vollmond ebenfalls morgen wieder weg sind. Dabei siehst du mit ihnen wirklich schön aus."
Mich grauste bei der Vorstellung wie ich aussehen musste und ich Ermahnte mich heute, wenn möglich. nicht mehr in den Spiegel zu sehen.
Stattdessen sah ich ein weiteres Mal auf die Uhr, zog meine Augenbrauen hoch als ich erkannte dass es 19 Uhr war. Cain müsste sich bald zu unserem Alpha begeben und ich selbst sollte wohl noch einmal eine Dusche nehmen ehe ich mich mit Lucian traf. Soweit ich wusste wollte Dan bei Kia bleiben. Liebend gerne hätte ich mich ihm angeschlossen, doch über den verrat meiner Zimmergenossin war ich noch nicht hinweg.
„Und er wird dich wirklich in den Keller sperren?", fragte ich leise.
Der Schülersprecher sah einen Augenblick lang überrascht aus, er hatte wohl nicht geglaubt ich würde einfach so das Thema wechseln. Einen Moment lang schwieg er, dann fand ich Zustimmung in Form eines zögernden Nickens.
„Nathan macht nie leere Versprechungen. Als Alpha darf er sich diese Schwäche nicht erlauben... Ich hab den Vollmond schon oft im Keller verbracht. Einmal war er so wütend das er mich dort unten sogar an die Leine gelegt hat. Sehr Erniedrigend. Aber... Zugegeben wirkungsvoll. Er weiß das mir Platzangst mehr ausmacht als aus dem Rudel geworfen zu werden." , ich war vollkommen perplex als Cain so vor sich hin plauderte. Notiz an mich selbst - Jungs sind nach dem Sex sehr Gesprächig. Zumindest der Schülersprecher hier. Ich neigte meinen Kopf zur Seite, biss mir auf die Unterlippe, und versuchte mir Vorzustellen wie es sein musste während der Nacht aller Nächste eingesperrt zu sein. Allein der Gedanke daran behagte mir nicht.
„Wieso versuchst du dann ihn zu töten?", wenn ich mich schon so weit aus den Fenster lehnte, dann aber auch Richtig.
Cain war damit beschäftigt den Mantel zu zuknöpfen, hielt bei meiner Frage jedoch inne und sah mich an. Sein Blick war kalt und emotionslos. Ich konnte nicht einmal sagen wie er dabei fühlte das ich ihn Fragte.
„Das geht dich nichts an.", der Junge schnaubte und schloss den letzten Knopf ehe er sich der Tür zu wand: „Komm, wir gehen auf das Schuldach."
Das er mir keine Antwort gab nahm ich stumm zur Kenntnis, seine Aufforderung hingegen warf Fragen auf.
„wieso?"
„Weil ich es sage.", mittlerweile hatte ich mich an diesen schneidenden Ton gewöhnt, zuckte also nicht zusammen als er mich anfuhr. Cain verdrehte die Augen, zuckte dann aber mit den Schultern: „...Und weil Nathan mir befohlen hat auf dich aufzupassen. Das Bedeutet wir werden demnächst viel Zeit miteinander verbringen, Kleine."
Na das waren doch rosige Aussichten. Aber da ich einen gewissen Alltag zu bewältigen hatte und Freunde die diese Aufgabe ebenso übernehmen konnten, wäre es vielleicht ertragbar.
Ich begleitete Cain aus dem Raum, fühlte mich allerdings unwohl in meinen Sachen. Wie meine Haare wohl aussahen? Was war nun mit den Knutschflecken? Wir begegneten auf dem Weg zum Dach keiner weiteren Person und vermutlich wäre es höchst seltsam gewesen wenn dem doch der Fall gewesen wäre, da das Dach nur eine Treppe höher lag. Eine Treppe, die nur durch einen Generallschlüssel zu erreichen war den der Schülersprecher zufälligerweise besaß.
Ich verdrehte die Augen, folgte dem Silberäugigen aber weiter. Als ich auf das Dach trat blendete mich die Sonne und ich schirmte meine Augen vor dem grellen Licht. Es tat Gut die Strahlen auf meiner geschundenen Haut zu spüren. Genießerisch schloss ich meine Augen.
„Noch Mal zu der Geschichte mit deinen Haaren. Du hast gesagt es war Kia? Wieso wolltest du dann mit Evens sprechen?", Cain drehte sich mit verschränkten Armen zu mir herum, klang aber desinteressiert, als sein diese Unterhaltung nur ein Zeitvertreib.
Ich zuckte mit den Schultern und wog meine Worte ab ehe ich etwas erwiderte: „Kia war eifersüchtig weil Ivy mir so viel Aufmerksamkeit schenkt und ihr selbst nur Verachtung entgegen bringt. Ich...Ich glaube sie war nicht ganz sie selbst aber-"
„Leiha, erwarte von einem Gamma keine Kunststücke. Hunde beißen nun Mal zu wenn der eine mehr vom Herrchen beachtet wird als der Andere.", mischte Cain sich mit spottender Stimme ein.
„Hast du alle Ränge unter den Deltas gerade Hunde genannt?", fauchte ich aufgebracht.
Der Schülersprecher schmunzelte, lachte sogar kurz auf „Was willst du denn dagegen tun? Mich anfallen? Auch mit meinen Verletzungen könnte ich dich mit Links übers Knie legen", wieder trat dieser Funke in seine Augen. Der Schmerz zwischen meinen Schenkeln wurde mir ein weiteres Mal deutlich bewusst als ich ihn als Verlangen identifizierte: „Obwohl das gar keine so schlechte Idee ist. Nein, nein - Fall mich ruhig an. Ich steh auf wiederstand."
Widerlicher, perverser Sadist. Ich verzog das Gesicht, antwortete aber nicht. Cain war mir unheimlich, so gesprächig wie er sich verhielt. Vielleicht hatte sich doch, wie in einem Roman, alles durch dieses eine Mal geändert. Oder er war Nervös und suchte Ablenkung. Am wahrscheinlichen war es wohl, dass ich ihn einfach noch nicht richtig einschätzen konnte. Wohl möglich war er nun einmal nicht so abweisend, wenn man ihn ein wenig kannte. Andererseits war der Schülersprecher ein Einzelgänger. Das wollte also nicht zusammen passen. Das viele Nachdenken verursachte mir Kopfschmerzen.
„Na wie auch immer. Ich werd dann Mal los machen... Stell heute Abend keinen Mist an. Ich hab keine Lust den Babysitter für naive Omegas zu spielen die denken sie wären Teils menschlich.", Und mit diesen Worten verschwand er.
„Idiot...", ich verdrehte die Augen.
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Omega: Academy of the Pack
Hombres LoboDas Omega, ist das schwächte Glied im Rudel. Es wird herablassend behandelt und spielt den Sündenbock für all seine Gefährten - Doch im Gegensatz zu einem Wolf, ist ein Werwolf immer auch zum Teil menschlich. In einer Zeit in der die Gestaltwandler...
