Kapitel 41

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Das Motel war klein, unauffällig und wenn ich richtig lag waren wir so ziemlich die Einzigen Gäste. Doch ich hatte nicht damit Gerechnet das sich am Eingang des Lagers kein abgelegener Wald befand, sondern eine ganze Stadt, mit vielen, lauten Autos, Fahrradfahren, Müttern mit ihren kleinen Kindern, ältere Herrschaften, Einzelgänger mit ihren Hunden, junge Pärchen, Schüler, Arbeiter, Postboten und so unzählige weitere Gestalten die man nicht Lenks eines Drogen und Waffenlagers erwartete.
Chrome hatte am ehesten mitgedacht. Ein Ort an dem man unseren Geruch nicht besonders gut verfolgen konnte, war die Masse an sich. Und so hatten wir uns in den Nachmittagsverkehr begeben, uns unter das Volk gemischt und Sicherheit in den Winkeln der Straßen gesucht.
Wo wir auf dieses Motel gestoßen sind.

„Wir können uns hier ausruhen bis Cain und Dan-", ehe Kia zu Ende gesprochen hatte, fing ich den zusammen sackenden Jungen neben mir auf. Der rothaarige Atmete schwer, war so bleich wie eine Leiche und schwitzte unheimlich Stark.
„Er ist warm... nein, er ist heiß!", fluchte ich leise, mit weit aufgerissenen Augen: „Wir brauchen einen Arzt!"
Meine Zimmergenossin sah unschlüssig auf den Rothaarigen, dann zu mir. Sie schien mit sich selbst zu streiten, vielleicht mit ihrem Gewissen, oder Worten die ihr nicht über die Lippen kommen wollten.
„Leiha... Du bräuchtest auch einen Arzt... Er wird nur erschöpft-"

„Er hat Fieber, Kia!", unterbrach ich sie aufgebracht und trug den Jungen auf das einzige Bett im Zimmer. Ich wusste nicht was ich tun konnte, immerhin war nicht ich es die eines Tages Arzt werden wollte um anderen Leute zu heilen.

„Geh aus dem Weg...", murmelte meine Zimmergenossin.
Ich Folgte ihren Anweisungen und beobachtete wie sie die Kissen aufschüttelte, den Jungen in die Decken einwickelte und ins Badezimmer verschwand. Mit einem nassen Handtuch ausgestattet, verließ sie den Raum wieder. Ich biss mir auf der Unterlippe herum, spielte nervös mit seinen Fingern herum. Kia faltete das Handtuch zu einem relativ kleinen Viereck, ehe sie es auf Chromes Stirn legte.
„Mehr kann ich auch nicht führ ihn tun.", erklärte sie.
„Er braucht doch Medikamente, oder?", flüsterte ich leise.
Das Mädchen nickte vorsichtig, doch mehr brauchte es nicht um mich in Bewegung zu setzten. Kaum das ich mich herum gedreht hatte, hörte ich jedoch erneut ihre Stimme.
„Warte, wir müssen auch noch deine Wunden versorgen!"
„Mir geht es Bestens.", von meinem Hunger, den zitternden Händen, blutigen Fingern, meinen aufgerissenen Lippen, meinem abartigen Gestank, einiger blauer Flecke, wohl möglich auch einer Hand voll Blutergüsse abgesehen. Doch da es sich bei meinen Wunden um nichts ernstes Handelte und alles wieder bis zum nächsten Vollmond verheilt sein würde, war mir mein Zustand ziemlich Gleichgültig.

„Bitte."

Ich zögerte, immerhin wollte sie mir nur helfen.
Da ich stehe blieb, kam Kia vorsichtig auf mich zu. Sie musterte mich, schob meine Ärmel nach oben und begutachtete mein Arm. Das gleiche tat sie an meinem Bauch, dem Rücken, an meinen Beinen, Füßen. Sie bat mich die Finger zu bewegen. Sie bat mit die Zehen zu bewegen, ihrem Zeigefinger mit den Augen zu folgen, meinen Mund zu öffnen und verschiedene Übungen nach zu machen.
Dass sie nichts sagte, betrachtete ich als positiv. Als sie kurz verschwand wusste ich dass sie mit einem zweiten, nassen Tuch zurückkommen würde und Tatsächlich sollte ich Recht behalten. Sie wusch mir den Dreck aus dem Gesicht, machte meine Nägel sauber und rieb den Stoff noch an ein paar andere Stellen meines Körpers, ohne dass ich es groß beachtete.
„So das-"

„Ich geh dann Mal einen Arzt suchen!", wieder unterbrach ich sie schroff um zur Tür zu eilen. Doch kaum das ich sie geöffnet hatte stand dort Cain und musterte mich intensiv. Ich blieb wie angewurzelt stehen, doch meine Anspannung, meine Ungeduld, ließ nicht lange auf sich warten. Etwas Grob versuchte ich mich an den Schülersprecher vorbei zu schieben, doch wie nicht anders zu erwarten hielt dieser mich an meinem Handgelenk fest.

„Du Stinkst.", murmelte Cain.

„Fick dich.", antwortete ich genauso freundlich.

Er verengte seine Augen, kurz darauf zog er mich an sich und legte seine Lippen auf meine. Ich war mir nicht sicher ob ich mich verarscht fühlen sollte, Angewidert, oder schlicht weg verblüfft. Aber genauso schnell wie er seine Lippen auf meine Gedrückt hatte, entzog er sie mir auch wieder. Aus dem Augenwinkel sah ich wie Dan sich an ihm und mir vorbei quetschte um in das Zimmer zu gelangen.
Einen Augenblick lang starrte ich Cain Fassungslos an, dann wagte ich Kopfschüttelnd erneut einen Versuch mich an ihn vorbei zu drängen. Doch wieder versperrte er mir den Weg.
„Wo willst du hin?", seine Stimme war ein einziges knurren.
Ich hätte wohl Eingeschüchtert sein sollen, den Blick senken sollen oder sonst etwas in der Richtung des Verhaltens eines Omegas, doch statt zu sputen knurrte ich und Antwortete genauso unfreundlich: „Endlich einen Arzt für Chrome suchen!"

Cain gab ein Abfälliges Geräusch von sich. Offenbar hatte er eins und eins zusammen gezählt und so schnell begriffen wer Chrome war. Doch statt mich los zu lassen schubste er mich zurück in den Raum und schloss die Tür hinter sich ohne von dieser Weg zu treten.

„Menschen sind doch nur Nutztiere. Lass ihn doch einfach sterben - falls es denn überhaupt so schlimm ist. Er sieht doch noch ganz Gut aus.", Cain sah kurz angebunden zum Bett, ehe er sich wieder meiner Wenigkeit zuwandte.
Ich konnte nicht Fassen was er gerade gesagt hatte, doch dann Erinnerte ich mich an Jesters Worte, vor Tagen, als Cain mich in seinem Zimmer bedrängt hatte. Als ich Fragen wollte wie man sich einem Delta gegenüber Verhält. Der Direktor hatte ebenfalls etwas von Menschen erzählt, von Campern soweit ich wusste. In diesem Moment wurde mir ein weiteres Mal klar das Cain ebenfalls ein Monster war, so wie Seth. Wie Jakob. Felice. Cerberus. Er hätte genauso gut zu ihnen gehören können, statt zu Nathan und seinem Rudel.

„Arschloch.", zischte ich leise.

Und dann spürte ich den Blutdurst ein weiteres Mal, das Verlangen zu töten. Ohne mir meiner Bewusst zu sein, stürzte ich mich auf den Schülersprecher und verwandelte mich, etwa Zeitgleich, in einen Wolf.
Auch seinen Lippen entfloh ein tiefes knurren, aber als ich ihn mit auf den Boden riss, hatte er noch die Form eines Menschen. Zähne fletschend vergrub ich meine Zähne in seiner Schulter. Dass er mich damals an genau derselben Stelle verletzt hatte, glich einer Ironie. Cain zischte schmerzerfüllt, dann Verwandelte auch er sich endgültig, verpasste mir vorher aber noch einen gezielten Triff in den Bauch, weshalb er mich sehr leicht herum rollen konnte.
Er war bei weitem größer als ich und viel, viel Stärker. Wir Kämpften etwa zwei Minuten, bissen uns, wälzten uns. Ich sprang ihm auf den Rücken, er warf mich mit Leichtigkeit ab. Möbel gingen zu Bruch, Kia und Dan versuchten uns zu beruhigen. Irgendwann schnappte Cain sich meinen Nacken und schlug meinen Kopf mit voller Wucht gegen die Kannte eines Schrankes.

Ich verlor auf der Stelle das Bewusstsein.

Omega: Academy of the PackGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt