Kapitel 43

851 41 0
                                        

Ich zischte leise, keuchte als er mir ins Gesicht schlug. Meine Wange pulsierte vor Schmerz, doch ich fühlte mich immer noch Normal.
„Das hässliche, kleine Ding will einfach nicht.", fauchte Cain und trat mir mit voller Wucht in den Magen. Ich hätte mich Übergeben, wenn sich denn irgendetwas in mir befunden hätte das meinen Mund verlassen konnte. So aber schrie ich nur Schmerzerfüllt auf.
„D-Das reicht doch..."
„Das Mastvieh soll endlich seinen nutzlosen Wirten beschützen!", Mit diesen Worten stach er mir mit der Gabel in mein, ohnehin schon verletztes, Bein. Ich schrie noch lauter, Tränen traten mir in die Augen. Durch den Schleier der Tränen erkannte ich das Glitzern in seinen Augen, die Freude bei dem was er tat. Ich hasste ihn für das was er tat, ausnahmsweise aber nicht für die Dinge die er tat.
„Cain!", dieses Mal war es Kia und nicht Dan.

Der Schülersprecher seufzte und trat einen Schritt zurück. Ich hätte beinahe behauptet er wäre Enttäuscht mir nicht weiter wehtun zu dürfen, doch sie hatten Abgemacht es bleiben zu lassen wenn der Dämon sich nicht bei den ersten Verletzungen zeigte.

Das typische, nervige Klingeln ertönte und verkündete das Nathan die SMS bekommen hatte. Ich wagte einen Blick auf den Monitor des Computers und musterte kritisch das S Symbol. Skype hatte ich das letzte Mal benutzt als mein eigener Bruder noch am Leben gewesen war.
Dan bestätigte den Anruf mit der Webcam, während Kia mich los band. Vorsichtig bewegte ich Arme und Beine um wieder ein Gefühl für meine Gliedmaßen zu bekommen. Auf dem Bildschirm erschien indessen das Bild von Nathan an seinem Schreibtisch, während Cain, auf unserer Seite des Bildes zu erkennen war, im Hintergrund Kia, Dan und ich bis zu einem gewissen Grad.

„Cain... Wenn du wieder hier bist, Sperr ich dich in irgendein dunkles Loch. Versprochen. Wieso hörst du nicht wenn ich dir einen Eindeutigen Befehl gebe?", Nathan klang nicht besonders Wütend, aber erschöpft.

„Ich bin ein Einzelgänger, Bruderherz.", Cain spottete bei dem Spitznamen: „Und zwar ein ziemlich Talentierter. Leiha, komm her."

Ich folgte seiner Anweisung und trat neben ihm. Zögerlich, wohl Möglich etwas Gequält, lächelte ich meinem Alpha zu, glücklich zu sehen dass es ihm Gut ging.
Nathan machte große Augen und dann folgte viel zu viel Erklärung.
Cain ließ Dan an den Computer, selbst zu faul um alles zu Erklären wo er es doch vorhin schon einmal gemacht hatte. Mein Kumpel erzählte ausschweifend wie Cain in Kias Zimmer gestanden hatte um die Reste meines Geruches tief zu inhalieren. Er erzählte wie der Schülersprecher sich Lucian zur Seite nahm, der ihm nur Stunden später verbotener Weise die Informationen des Suchteams von Nathan gebracht hatte. Kia, die gesehen hatte in welche Richtung der der Entführer mit mir verschwunden war. Der Schülersprecher hatte wohl lange auf eine Landkarte gestarrt, und mithilfe aller Informationen meinen ungefähren Standpunkt heraus bekommen. Ich konnte immer noch nicht nachvollziehen wie. Dass meine Fährte von diesem Ausgangspunkt an meinem Geruch hatte ausmachen können, war mir jedoch schlüssig. Ich strich mir durch meine frisch gewaschenen Haare während Kia das sprechen übernahm und noch einmal wiederholte was ich alles Erzählt hatte. Der Dämon. Die Leute von Cerberus. Sie nannte die Namen meiner Entführer, erzählte von dem Fluchtplan den sich ebenfalls Cain ausgedacht hatte. Er war so simpel das es mir lächerlich erschien - Die Polizei anrufen und ihnen erzählen dass eine Bande Drogen und Waffendealer sich im Lagerhaus verkrochen hatte. Chromes und meine Ablenkung war also gar nicht für und, sondern für Kia, Dan und Cain bestimmt gewesen.

„Das... sind viele Informationen. Geht es dir auch wirklich Gut Leiha?"

„Ja" Bestätigte ich nun zum siebten Mal. Doch mein Alpha musterte mich kritisch, er schien die Sache mit dem Dämon nicht zu unterschätzen.
„Schön. Habt ihr alle Gehört?", Nathan sprach mit Leuten im Hintergrund die wir nicht sehen konnten. Ich vermutete es handelte sich um die Sicherheitsleute.
„Ihr bleibt wo ihr seid. Übernachtet in dem Motel. Wir sind Morgen bei euch.", er legte auf.
Cain schnaubte verächtlich.

Ich beobachtete mit großen Augen wie er im Zimmer auf und ab tigerte und vor sich hin brütete. Ich wollte gar nicht wissen was in seinem Kopf vor sich ging, dazu war er mir zu unsympathisch. Obwohl er ein paar Pluspunkte dadurch gewonnen hatte das er mich gerettet hat. Also wandte ich mich Kia zu, die gerade das Tuch auf Chromes Stirn wechselte. Der Junge war immer noch nicht aufgewacht.

„Was wird jetzt aus ihm?", fragte ich leise.
„Ich weiß es nicht", antwortete sie ebenso flüsternd.
Auch ich setzte mich zu dem kleinen Jungen, strich ihm Führsorglich durch das rote Haar. Ich hatte ihm versprochen seine Eltern zu rächen, aber wurde Rache nicht immer so sehr verteufelt wie all die anderen Todsünden?
„Schön.", ich sah zu Cain als dieser zu sprechen begann. Er war stehen geblieben und sah nun zu mir hinüber: „Wir nehmen uns das Zimmer am anderen Ende des Flurs. Kia, Dan, ihr teilt euch das hier mit dem Jungen. Wenn etwas ist, schreit."
„Sollten nicht lieber die Mädchen zusammen schla-"

Cain brachte Dan mit einem mörderischen Blick zum Schweigen. Dann bedeutete er mir ihm zu Folgen und verließ das Zimmer. Ich hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache, tat aber trotzdem wie Geheiß.

Omega: Academy of the PackGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt