Ein Gefühl von Zufriedenheit beschlich den Silberäugigen. Er wusste dass Das, was er getan hatte, vollkommen falsch gewesen ist. Im besten Falle würde Nathan ihn aus dem Rudel schmeißen, im schlechtesten in irgendeinen Keller sperren und ihn dort vor sich hin vegetieren lassen. Der Rudelführer hatte ein weiches, viel zu freundliches Herz, doch er blieb dennoch ein Alpha. Cain wusste das sein Bruder sehr hart durchgreifen konnte und es, aller Vermutung nach, auch würde, wenn er die Sache mit Leiha herausfand.
Doch sein kleines Spielzeug hatte nicht nur weit bessere Probleme als seine Spielchen, sondern auch eine angeknackste Psyche. Sie würde nicht wagen ihre unwichtigen Problematiken mit ihrem Alpha zu besprechen.
Cain würde ihr weiter wehtun, weiter mit ihr und ihrem seelischen Zustand spielen können, ohne dass sie etwas dagegen tun würde. Er konnte sie in seinem Bett behalten, konnte sie von all den anderen Wölfen des Rudels isolieren wenn ihm danach war. Es existierten immer Mittel und Wege um sein Ziel zu erreichen.
Gleichzeitig hatte der Schülersprecher aber auch das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben. Er fühlte sich wie ein Kind das nicht recht zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte und letzten Endes die Option wählte die für ihm mehr Spaß bedeutete. Er war nun einmal ein Sadist. Und der Kampf mit Leihas Entführer hatte in einem Unentschieden geendet. Der Schülersprecher war wütend gewesen, vollkommen frustriert. Und als dieses sture Omega sich ihm auch noch verweigert hatte, war bei ihm einfach eine Sicherung durchgebrannt. Nur deshalb hatte er ihren Zustand ignoriert und sich über sie her gemacht, obwohl es sie kaputt machte. Und das wusste Cain auch.
Oh, aber er bereute seine Tat nicht.
Immerhin Liebte der Junge es Anderen weh zu tun, sie Leiden und Weinen zu sehen. Selbst wenn seine Methoden schlicht waren, bekam er doch immer ein zufrieden stellendes Ergebnis. Ein Gefühl von Genugtuung übermannte ihn als er an ihr Tränenverschmiertes Gesicht dachte, an das viele Blut und ihre Schmerzerfüllten schreie.
Bei dieser Erkenntnis biss der Schülersprecher sich auf der Unterlippe herum. Die Worte des Kerls von vor wenigen Stunden kamen ihm in den Sinn. Die Worte die er gesagt hatte, kurz ehe Dan erschienen war.
„Du erinnerst mich an ihn. Dein Blick, dein Kampfstil, dieser Ton in deiner Stimme und das du dir einfach nimmst was dir Gehört. Vielleicht solltest du in Erwägung ziehen ihn einmal Persönlich kennen zu lernen", Cain schüttelte den Kopf um die Erinnerung seiner Stimme aus seinem Gedächtnis zu vertreiben.
Er drehte sich auf die Seite und musterte die schlafende Gestalt neben sich. Das Gesicht ihm zugewandt, wirkten ihre Gesichtszüge entspannt. Wären da nicht die tiefen Ringe unter ihren Augen gewesen, hätte er gar nicht geglaubt dass es ihr schlecht ging.
Vorsichtig strich der Schülersprecher dem Mädchen ein paar Strähnen aus dem Gesicht, hinter ihre Ohren. Ihre Lieder zuckten unter seiner Berührung, doch er konzentrierte sich auf ihre zarte Haut, die Konturen ihrer Wange, ihres Kinns. Sicher, sie war sein Spielzeug. Aber sie war auch sein Mädchen. Sosehr er sie auch verletzen wollte, er musste sich zusammen reißen und aufpassen das er sie nicht zerstörte. Weder er, noch irgendjemand anderes. Andernfalls sah er ziemlich schwarz für seine eigene Seelische Gesundheit.
Cain empfand einen Hauch Sympathie für sie. Aber das er sie, ihren Körper, einfach nicht mehr aus dem Kopf bekam nahm er ihr sehr Übel. In den letzten sechs Tagen hatte er es Versuch. Drei Mädchen hatte er abblitzen lassen müssen, weil es einfach nicht dasselbe gewesen war. Zwei dieser Drei waren über diesen Fakt ziemlich erleichtert gewesen.
Der Junge seufzte leise und Leiha seine Hand um sich die Handinnenfläche mit der Rasierklinge auf zu schlitzen die neben ihm auf dem Nachttisch lag. Er wusste dass das Laken unter ihnen schon bessere, weißere Tage erlebt hatte, deshalb würden ein, zwei Tropfen mehr auch keinen Unterschied machen. Als er seine Wunde an ihren Mund presste, beobachtete er das herab tropfende Blut, wie es ihre Lippen benetzte und sie automatischen begann zu schlucken.
Es erforderte nicht viel Blut.
Und ein Delta teilte normalerweise nie das seine mit einem Wolf niederen Ranges, immerhin würden diese Werwölfe so oder so spätestens bis zum nächsten Vollmond geheilt sein. Doch da dieser noch drei Wochen hin war und Nathan schon Morgen Leihas Rücken sehen könnte, beschloss Cain, es nicht darauf ankommen zu lassen. Ihre Wunden wären verschlossen, sie würde die letzte Nacht für einen Traum halten.
Vermutlich.
Als seine Wunde verheilt war, entzog er seine Hand ihrem Mund. Er strich ihr ein weiteres Mal über das frisch gewaschene Haar und beobachtete ihre zuckenden, unruhigen Augenlieder. Sie hatte einen Albtraum.
Da er alleine war, niemand ihn sah, und er gerade gute Laune hatte, zog der Schülersprecher sie mit dem Rücken an sich und schlang seine Arme um ihren Leib um ihr Schutz, gar Geborgenheit zu bieten. Sie hatte noch nicht Verstanden dass sie vor niemanden außer ihm selbst Angst haben musste. Denn er würde nicht mehr Zulassen das Jemand ihr wehtat, außer er selbst. Vermutlich ein seltsamer, kurioser, wahnsinniger Gedanke, doch Cain war fest Entschlossen.
„Schlaf Jetzt, mein Mädchen.", flüsterte er ihr leise ins Ohr und spürte Augenblicklich wie ihr Körper sich entspannte. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen, schlief dann auch Cain ein. Ihm Gefiel das ihr Körper so intensiv auf seine Stimme reagierte - Anders als dieses sture Weib selbst. Doch der Gedanke glitt wie eine Feder an ihm vorbei, war nicht sarkastisch oder böswillig. Man konnte ihn sogar als Lobend betrachten.
Ich hatte eben Lust auf etwas Süßes =3
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Omega: Academy of the Pack
WerewolfDas Omega, ist das schwächte Glied im Rudel. Es wird herablassend behandelt und spielt den Sündenbock für all seine Gefährten - Doch im Gegensatz zu einem Wolf, ist ein Werwolf immer auch zum Teil menschlich. In einer Zeit in der die Gestaltwandler...
