Beunruhigt schloss ich die Haustür hinter mir und schlich ins Wohnzimmer. Ruby schlief wahrscheinlich schon, deswegen wollte ich kein Theater veranstalten.
"Ach, hey Mila, wie war dein Abend?" Mum und Dad saßen auf der Couch und sahen TV.
"Toll, ä..ähhmm, seid ihr sauer?" Ich fühlte mich etwas unwohl, wie ich im Türrahmen stand und auf meine Schimpfe wartete. Meine Eltern waren zwar die besten Menschen auf dieser Welt, machten sich aber natürlich auch Sorgen... Und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es kurz vor Mitternacht war.
"Du wirst in ein paar Monaten 18," seufzte mein Dad, "da ist es klar, dass du mal rebellierst, und wir haben mal gehört, das man nicht zu streng sein sollte, sonst wirst du noch schlimmer..."
Ich lachte laut auf, und die beiden sahen verwundert auf. "Ihr seit Zucker." Ich gab beiden einen dicken Kuss auf die Wange. "Ich war joggen, und hab mich etwas verlaufen. Dann hab' ich aber zufälligerweise eine Freundin getroffen, und die hat mich noch auf einen Film bei ihr eingeladen."
Und schon wieder log ich sie an.
"Kein Problem, Maus. Ruf uns nur das nächste Mal kurz an, ja?"
"Und jetzt musst du duschen gehen, man riecht nämlich das du gerade joggen warst," neckte Dad mich und ich haute ihn leicht gegen den Arm, bevor ich nach oben verschwand.
*****
Die Nacht war eindeutig zu kurz gewesen. Ich konnte nur ein paar Stunden Schlaf ergattern, da meine Gedanken immer wieder um Harry und unseren Kuss im Auto kreisten.
Jetzt hatte ich mich doch auf ihn eingelassen, und was die Situation noch schwieriger machte: Ich bereute nichts und wünschte mir sogar manchmal, dass sich alles wiederholen konnte.
Aber das durfte es nicht. Harry und ich waren zu verschieden, es würde nicht klappen. Außerdem war die Frage, ob er überhaupt an einer Beziehung interessiert war.
Während ich mir die Zähne putzte, schlüpfte ich in eine verwaschene Jeans und in ein lockeres Top mit Aztekenmuster. Meine Haare standen in alle Richtungen ab, also kämmte ich sie kräftig durch und flechtete sie dann in einen Zopf über meine Schulter.
Nachdem ich mir auch noch einen Apfel geschnappt hatte, raste ich zur Bushaltestelle los. Der Bus stand schon, und ich stieg ein.
"Ich dachte schon du wärst krank." El lächelte mich an, als ich neben ihr auf den Sitz sank.
"So fühle ich mich auch. Zuwenig geschlafen," erklärte ich und sie nickte verständnisvoll.
"Du hast immer noch die Chance aus zu steigen, und zurück nach Hause zu gehen. Sag einfach, du hättest ganz starke Bauchkrämpfe, das klappt immer."
"Bringe mich gar nicht erst in Versuchung."
****
Die ersten zwei Unterrichtsstunden krochen nur langsam vorbei, doch ich versuchte in Mathe mein Bestes zu geben. Ich kam gut mit, und das wollte ich mir nicht von einem gewissen Harry verderben lassen, der in der letzten Reihe saß und mich willkürlich ignorierte.
Nicht, dass ich ihn anstarrte oder so, aber wir hatten uns schließlich erst vor wenigen Stunden geküsst, da konnte man ja mal ein wenig Gefühl zeigen... Oder mich wenigstens mal ansehen, oder?
"Miss Smith, es wäre hilfreich, wenn sie mit ihren Gedanken wieder zurück zur Mathematik kommen würden." Mr. Benett lächelte mich freundlich an, und wendete sich dann wieder zu den Formeln an der Tafel um.
"Du bist komisch heute. Hast du deine Tage?"
Liv schob mir unauffälig den Zettel zu, und ich versteckte ihn hinter meinem Etui. Dann kritzelte ich die Antwort.
"Nein, es ist alles ok. Nur ein wenig müde."
*****
"Ich kapiere dieses Mathethema einfach nicht," jammerte Amy und steckte ihre leuchtroten Haare hoch. Ich drehte meine Spaghetti auf der Gabel und führte sie in meinen Mund.
"Wenn du willst, kann ich dir helfen," bot ich an, und El und sie sahen mich an. Wie aus dem Nichts prusteten sie los.
"Was? Was ist passiert?" Irritiert starrte ich die beiden an, und runzelte die Stirn.
"Dein Mund ist voller Sauce," kicherte El. "Du siehst aus als hättest du Blut getrunken."
"Lieber nicht." Ich verzog lächelnd das Gesicht und putzte mein Gesicht an der Serviette ab. "Also, darf ich dir in Mathe helfen?"
Amys Antwort ging unter, als Harry mit seiner Gang an unserem Tisch vorbei kam. Mit geöffnetem Mund starrte ich ihm nach, und mein Herz schmerzte, als er mit einer hemmungslosen Ignoranz nach vorne starrte. Die Jungs steuerten auf den Tisch der Cheerleader zu, und ich presste meine Lippen zusammen.
"Hey, darf ich mich zu euch setzen?" Ein Junge mit verwuschelten blonden Haaren und sanften braunen Augen stand vor uns am Tisch.
"Klar." Ich rutschte auf der Bank zur Seite, damit er neben mir Platz nehmen konnte. Vorsichtig stellte er sein Tablett ab.
"Ich bin Jeremy." Freundlich lächelte er in die Runde, doch ich hatte das Gefühl das sein Blick am längsten auf mir lag.
Aber das bilde ich mir bestimmt nur ein.
"Mila." Ich lächelte ihn an, und er erwiderte es. Auch El und Amy stellten sich vor.
"Und Jeremy, wie gefällt es dir bisher in London?" Amy lehnte sich vor, und nahm ihn genau in Augenschein.
"Die Stadt ist wirklich schön, und die Menschen sehr freundlich. Aber ich war noch nicht auf dem London Eye." Gespielt traurig wischte er sich eine imaginäre Träne weg, und ich konnte mein Lachen nicht verbergen.
"Mila kann dich ja begleiten," schlug Amy vor, und ich schoss ihr einen tödlichen Blick zu.
"Kl-klar kann ich das. Also wenn du willst." Amy hatte mich in diese Situation geschubst, da wollte ich Jeremy nicht wehtun. Er konnte nichts für Amys Direktheit.
"Kriege ich vielleicht deine Nummer, dann können wir ja einen Termin vereinbaren?" Fast schüchtern wurde seine Stimme immer leiser während er sprach.
Lächelnd nahm ich sein Handy entgegen, und speicherte meine Nummer ein.
Hoffentlich sah er die Sache genauso freundschaftlich wie ich.
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Harrys POV
"Deine kleine Freundin flirtet." Zayn rempelte mich an, und mein Blick schoss sofort zu Mila. Sie lächelte diesen neuen Typen an, und sie unterhielten sich. Dann nahm sie sein Handy entgegen und tippte etwas ein.
Machte der kleine Scheisser sie da gerade an?!
Wut und die unzügelbare Sehnsucht danach, auf sein mickriges Gesicht einzuschlagen stiegen in mir hoch, während ich die beiden weiter beobachtete.
Als Mila über etwas lachte, was dieser Typ sagte ballte ich meine Hände zu Fäusten.
"Hey, komm runter." Louis legte mir eine Hand auf die Schulter, und versuchte mich zu beruhigen. Manchmal klappte das, aber meist rasselte mein Temperament mit mir durch. "Sie unterhalten sich doch nur. Außerdem hast du doch sowieso kein Interesse an ihr, sie ist nur ein durchschnittliches, langweiliges Mädchen. Obwohl sie nicht wirklich schlecht aussieht. Also diese Tit-."
"Halt sofort die Klappe," zischte ich ihn an, und Zayn legte den Kopf schief.
"Also willst du sie doch vögeln? Warum sitzt du dann hier und guckst zu? Du kannst alle haben, Harry. Du musst nur mit den Fingern schnipsen."
Als der Typ Mila auch noch eine Hand auf den Arm legte, schob ich ruckartig meinen Stuhl nach hinten und stand auf. Ich war kurz davor, ihn hier und jetzt zu verprügeln, aber als Mila auswich, und er die Annäherungsversuche unterließ, beruhigte ich mich ein wenig.
"Ich muss an die frische Luft," knurrte ich und verließ sofort den Saal.
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"Milas neuer kleiner Freund kommt gleich durch den Hinterausgang. Alleine."
Ich überflog Nialls SMS nur kurz, und sprintete dann zum Ausgang. Ich würde diesem Typ zeigen, was mein Revier war.
Pfeifend kam er durch die Türe, und meine Aggression kam wieder zum Vorschein. Ich nagelte ihn an die Wand und hob ihn am Kragen hoch.
"Was zur Hölle ist dein Problem?" Der Typ versuchte sich zu befreien, doch ich war stärker.
Ich bin immer stärker.
Ich hatte alle Mühe nicht in seine heuchlerische Fresse zu schlagen, als er einen auf unschuldig tat.
"Bleib weg von Mila, sonst wirst du diesen Tag nicht überleben." Seine Augen wurden größer, doch im nächsten Moment drückte er sie zusammen.
"Weißt du was, ich habe es sowas von satt das ihr bösen, gefährlichen Buben den normalen Jungs sagt wo es lang geht, und dann die Mädchen kriegt. Warum lässt du Mila nicht selbst entscheiden, und glücklich werden? Das wird sie mit dir nämlich nicht, und das weißt du ganz genau."
Seine Antwort überraschte mich. Nicht, weil er den Mund aufgemacht und mir widersprochen hatte, sondern weil er Recht hatte. Jeder wusste das Mila mit normalen Typen besser dran wäre, und die Frage ist, ob sie mich überhaupt leiden konnte. Jeder Annäherungsversuch war von mir ausgegangen, und wenn ich mir geschworen hatte, mich von Mila fernzuhalten, stand ich im nächsten Moment vor ihr und blickte in die tiefe, blaue Augen, die...
"Fuck!" Mit aller Kraft schlug ich gegen die Mauer, als ich merkte, dass der Typ weg war.
Ich hatte Schwäche gezeigt, und ihn gehen lassen.
Gerade als der Schmerz durch meine Hand zuckte, ertönte eine besorgte Stimme hinter mir:
"Was tust du da, Harry?"
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Euch allen einen schönen, schönen Heiligabend. Ich hoffe eure Wünsche werden erfüllt, und ihr verbringt den Tag mit eurer Familie oder Menschen, die euch wichtig sind <3 (ich krieg' heute offiziell meine 1D Konzertkarte für Düsseldorf, aber ich hatte sie schon in der Hand und hab sie abgeknutscht xD es tut mir leid, wenn ihr nicht dorthin könnt :( ) AAHHHH HEUTE HAT LOUIS-PUPSI GEBURTSTAG!!!
I DON'T KNOW ABOUT YOU, BUT HE'S FEELING 22 :D (ok, Taylor Swift Alarm. Rennt in eure Bunker, verschließt die Türen und macht ganz laut 1D Musik an, vielleicht geht sie dann weg :o) jetzt ernsthaft ich bin WIRKLICH nicht betrunken :D
Celina xx
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Unmistakable || h.s
FanfictionDie eher unscheinbare Mila zieht mit ihrer Familie nach London. Ihr Leben scheint perfekt zu sein, bis sie auf den Bad Boy der Schule trifft. Harry Styles. Party, Alkohol, Tattoos. Mila fühlt sich von ihm angezogen, ist aber auch veränstigt. Ihrer L...
