Der Mann vor mir stutzte, während er die Augen zusammen kniff. "Du bist die, die damals in Harry Styles' Auto saß. Vor dem Krankenhaus, hab ich Recht? Dein Freund hat meinen Bruder krankenhausreif geprügelt. Gut, dass ich dir über den Weg laufe."
Meine Luft war wie abgeschnürt, und meine Gedanken totstill, als der Mann näher kam. "Und was ist dein Name, Harry Styles' Freundin?"
Die Antwort kam stockend. Ich wusste nicht was mich dazu trieb zu lügen, aber ich tat es trotzdem: "Lily."
"Hm, Lily," setzte der Mann an und kam noch näher. Er drängte mich soweit zurück, bis mein Rücken auf eine Mauer traf. Es war, als wäre ich gelähmt, denn ich konnte mich nicht bewegen.
Aber was hätte es gebracht, zu flüchten? Der Mann war mindestens zwei Meter groß, so breit gebaut wie eine Mauer und ganz bestimmt nicht ungeschickt.
Innerhalb von wenigen Sekunden würde ich also wieder genau hier stehen, mit dem Rücken gegen festen Stein und seinem Körper nur einen halben Schritt von mir entfernt.
Ein Würgereiz stieg in mir hoch, doch ich unterdrückte ihn. Alles, was ich jetzt tun konnte, war, stark zu sein.
Und zu flüchten, wenn es die richtige Zeit war.
"Du wirst deinem Freund eins ausrichten: Wir wollen unser Geld. Und da ich ein wenig angepisst von seinem unrespektvollen Verhalten bin, werde ich ihm eine kleine Lektion erteilen. Leider bist du meine einzige Chance, um ihn zu erreichen." Sein Atem strich über meine Wange. Angeekelt drehte ich den Kopf weg. Er roch nach Alkohol und etwas anderem, schwerem.
"Es wird ganz schnell gehen, okay?" Fast so, als würde er sich um mich sorgen, strich er eine Haarsträhne hinter mein Ohr und fuhr mit der Fingerspitze weiter über meine Wange.
Und dann lagen seine Lippen auf meinen.
Es war ein grässliches Gefühl, und ich presste meine Lippen so sehr zusammen, wie es nur ging. Doch er ließ sich davon nicht stören, und führte seinen drängenden Kuss fort.
Mein ganzer Körper zitterte, und ich ballte die Hände so stark zu Fäusten, dass meine Nägel blutige Spuren hinterließen.
Es würde keine glorreiche Rettung kommen. Kein Prinz auf dem weißen Ross. Das war nur eine Erfindung in Filmen, um die Sache dramatischer zu verpacken, doch die Realität war bitter:
Entweder du hilfst dir selbst, oder eben nicht.
Mittlerweile waren auch seine Hände dabei, über meinen Körper zu fahren. Ich schaltete alles ab, ignorierte die Lippen, die plötzlich über meinen Hals nach unten fuhren, verdrängte die Hände, die über meine Hüfte strichten, um dann bei meinen Brüsten zu verweilen.
Und als ich an die graue Steinwand gegenüber von mir starrte und eine kleine Träne über meine Wange rollte, erinnerte ich mich plötzlich an etwas, was Finn mir beigebracht hatte, als ich etwa zwölf war. Finn selbst war damals nur ein paar Jahre älter gewesen. Es war ungefähr in der Phase gewesen, in der er fast jeden Nacht feiern ging.
Jetzt fragte ich mich, ob es mit dieser Phase zusammen hing, dass er mir gerade dann die wichtigsten Schritte der Selbstverteidigung beigebracht hatte.
Er hatte sich vor mich gestellt, und mit fester Stimme gesagt: 'Es gibt böse Männer da draußen, die es mögen, jemandem wehzutun. Falls du jemals in diese Situation kommen solltest, musst du an die Dinge denken, die ich dir jetzt erkläre.'
Plötzlich waren meine Erinnerungen an seine Anweisungen kristallklar, und ich fühlte mich, als hätte jemand anders Kontrolle über meine Bewegungen übernommen:
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Unmistakable || h.s
FanficDie eher unscheinbare Mila zieht mit ihrer Familie nach London. Ihr Leben scheint perfekt zu sein, bis sie auf den Bad Boy der Schule trifft. Harry Styles. Party, Alkohol, Tattoos. Mila fühlt sich von ihm angezogen, ist aber auch veränstigt. Ihrer L...
