Die Woche vergeht schneller als das man 'Einhorn' sagen könnte. Bis auf ein paar Blickkontakte, die meine Knie weich werden ließen, und kurze Telefonate hatten Harry und ich nichts miteinander zutun.
Aber nicht weil wir einander ignorierten, sondern weil wir im Stillen eine Abmachung getroffen hatten. Bevor wir nicht selbst wussten, was wir waren, sollte niemand Gerüchte spinnen können. Wir hatten zwar nichts abgesprochen, aber ich verstand es so.
Als ich nach der Schule mit dem Strom die Schule verließ, lehnte Harry schon an seinem großen Auto und wartete auf mich. Die vier Typen, die bei ihm standen verängstigten mich allerdings. Ich erkannte zwar diesen Niall, Zayn und Louis, aber ich hatte trotzdem starken Respekt vor ihnen und wusste nichts über sie.
Außer dass sie als die Bad-Boys der Schule galten.
Als Harry mich erkannte und die Stirn in Falten setzte, weil ich wie angegossen an einem Fleck stand, ging ich langsam auf sie zu.
"Leute, das ist Mila." Er legte einen Arm um meine Taille und zog mich an ihn.
"Willst du uns verarschen?", fragte Louis belustigt. Ich hatte ihn ja au der Party schon kennengelernt, "Als ob wir sie nicht kennen würden. Du redest und denkst ja praktisch an nichts anderes mehr. Dummkopf."
"Ich bin Liam." Der junge Mann mit den braunen Augen gab mir die Hand. Hätten die Fünf nicht überall Tatoos, Piercings und den schlechten Ruf, hätte ich sie nicht für diese bösen Jungs gehalten.
Lächelnd schüttelte ich seine Hand. "Es ist schön, dich kennenzulernen."
Zayn beobachtete mich kritisch, als ich auch von Niall und Louis begrüßt wurde.
"Ich weiß nicht ob ich dir glauben soll. Dieses 'Nette, ich hab' keine Vorurteile und hach- die ganze Welt besteht ja sowieso aus Schmetterlingskotzenden Ponys'- Getue."
"Mit allem Respekt, Zayn, wenn ich jemanden etwas vorspielen will, gehe ich zu denen da." Ich deutete in Richtung Cheerleader. "Und philosophiere mit ihnen über die neuesten Gucci-Schuhe. Dann kriege ich mehr Ansehen, als wenn ich hier stehe."
"Bum! Zeig's ihm Mädchen!" Louis begleitete meine kurze Rede amüsiert. "Ich mag dich. Du hast Kick."
Alles, was Zayn tat, war die Augen zusammen kneifen. Aber seine Mundwinkel schoßen ein wenig in die Höhe, auch wenn er es sofort versteckte.
"Wir gehen jetzt," knurrte Harry und zog mich ins Auto.
"Du hast ja nur Angst, das wir sie mehr mögen werden als dich," schrie Louis ihm nach. Niall lachte laut und lief dabei sogar etwas rot an, was zugegebenerweise extrem süß war.
Als Harry vom Schulparkplatz fuhr, warf er seinen Kumpels oder weiß Gott wie man sie nennnen sollte einen bösen Blick zu.
"Bist du eifersüchtig?" Eigentlich fand ich es abwegig, doch der Verdacht wollte nicht aus meinem Kopf schleichen.
"Nein."
Ich ließ es bleiben, und fühlte mich überfordert mit Harrys plötzlichem Stimmungsschwankungen.
Plötzlich klingelte sein Handy, doch er zog es gar nicht erst aus der Hosentasche. Als der Ton nach ein paar Minuten wieder kam, gab er einen frustrierten Laut von sich und nahm ab.
Nach einer Sekunde wandelte seine Miene. Sorge, Trauer und Wut standen im Vordergrund. "Gemma. Bleib' ruhig. Alles ist gut, okay? ... Ja... Jaja.... Ich komme vorbei."
Er legte auf und wandte sich zu mir. "Ich muss dich leider zuhause absetzten, ein Notfall."
"Wo musst du denn hin? Ist alles gut?" Besorgt spielte ich mit meinen Fingern, die auf meinem Schoß lagen. Ich kannte zwar diese Gemma nicht, aber Harry schien wirklich aufgebracht zu sein.
"Krankenhaus. Meine Mum hat generell ein schwaches Herz und oft Probleme damit, und vor wenigen Stunden hat es einfach aufgehört zu schlagen."
Entsetzt schlug ich eine Hand vor den Mund. "Ist sie tot? Sie darf nicht tot sein!"
"Du kennst sie doch gar nicht. Vielleicht ist sie ja eine drogenabhängige Nutte," meinte Harry und beobachtete meine Antwort aus den Augenwinkeln.
"Aber sie ist deine Mutter! Jeder braucht eine Mum, egal ob Prostituierte oder Anwältin."
Seufzend gab er auf. "Sie lebt noch und es sieht alles gut aus, aber die Ärzte behalten sie lieber noch ein paar Tage da."
"Wenn du schnell zu ihr willst, warte ich im Auto auf dich. Mein Haus liegt in einer ganz anderen Ecke der Stadt, und mit dem Verkehr brauchst du viel zu lange. Ich habe kein Problem damit, zu warten."
Harrys POV
"Bist du dir sicher? Es kann lange dauern."
"Kein Problem. Ich, äähmm, ich kann Hausaufgaben machen und lernen." Sie deutete auf ihre Tasche.
Ich zögerte. War das ihr Ernst? Die Schule war erst seit zehn Minuten aus und sie wollte schon wieder lernen? Als Mila weder kicherte noch lachte, bemerkte ich das es ihr voller Ernst war.
"Du willst wirklich was für die Schule tun?," hakte ich nach, nicht wissend ob sie mich verarschte oder einfach vollkommen irre war.
"Ähmm, ja, ich.. Es kann ja nicht schaden, oder?"
"Hhmm," murmelte ich nur und bog auf den Parkplatz des Krankenhauses ein.
Ich war viel öfter hier als ich sollte.
Als Mila immer noch sicher war, das sie warten wollte, stieg ich aus und lief auf den Eingang zu. Als ich durch die Drehtür lief, stieß mir schon der vertraute Duft nach Desinfektionsmitteln, Trauer und Erleichterung entgegen. Alte Menschen humpelten durch die Gänge, und eine tränenüberströmte Frau stützte sich an ihrem Mann.
Zuviel Drama.
Augenrollend suchte ich die Zimmernummer 269. Gemma hatte mir schon mitgeteilt, das es im zweiten Stock lag.
267, 268... 269.
Ich stieß die grünblaue Tür auf. Das erste, was ich sah, war meine Mum. Sie lag blass auf dem Krankenbett, durch viele Kabel mit den Geräten neben ihr verbunden. Die einzigen Geräusche waren das stetige Piepsen der Technik, und Gemmas Schluchzen.
"Du weißt genau, das Anne uns verboten hat wegen ihr zu weinen." Ihr Kopf schoss nach oben, und sie wischte sich die Tränen weg.
"Kannst du immer noch nicht Mum sagen?"
Ich ignorierte ihre Frage, und setzte mich auf den Stuhl neben dem Bett. "Wie geht's ihr?"
"Die Ärzte sagen, dass sie wieder über die Runden kommt, und ihr Herzschlag ist wieder regelmäßig, aber für die nächste Woche wollen sie Mum hier behalten. Sie hatte zuviele Rückfalle in den letzten Monaten."
Ich schwieg, und betrachtete die Dutzend Schläuche, durch die Annes Körper mit den Apparaten verbunden war. Der Anblick machte mich krank. Meine Mutter war eine starke Frau, und hatte diese Sachen nicht nötig. Sie würde kämpfen wie sie es immer tat, sowohl für Gemma und mich, als auch für sich selbst, und gewinnen.
"Harry?" Gemma kniff in meinen Arm, und ich schrak auf.
"Ich hab dir gesagt, du sollst das lassen," fuhr ich sie an, und sie fing an zu kichern.
"Mein Baby-Bruder hasst es immer noch gekniffen zu werden. Wie süß. Selbst die harte Schale kann das nicht ändern." Einen Moment überlegte sie, und man sah wie sie mit sich selbst kämpfte. "Können wir gleich was essen gehen? Weißt du, ich hab seit langer Zeit nicht mehr richtig mit dir gesprochen. Du lässt ja niemanden an dich ran, und ignorierst sowohl SMS, als auch Anrufe. Ich war schon überrascht das du vorhin abgehoben hast."
"Ich habe keine Zeit."
Gemma presste die Lippen aufeinander. "Nur zehn Minuten? Bitte!"
Ich schätzte diese Kämpfernatur, und Dickköpfigkeit lag in der Familie.
"Ich bin schon verabredet, es geht wirklich nicht."
"Nicht mal ein paar Minuten? Harry, ich will wissen wie es dir geht."
"Hervorragend. Danke für die Nachfrage," antwortete ich trocken und wich ihr aus. Mila wartete im Auto. Auf keinen Fall würde ich den Tag mit ihr hinschmeißen.
"Gott, Harry!", stöhnte sie. "Du bist genauso schlimm wie mit acht! Kannst du deine Verabredung nicht ein wenig nach hinten verschieben? In aller Liebe, kleiner Bruder, ich weiß das deine Verabredungen nichts wert sind, und nur für ein paar Stunden nett sind. Dann geht ihr wieder getrennte Wege. Du lässt mich zwar nicht in dein Leben ein, aber das sind Fakten, die die ganze Stadt weiß."
"Nein." Ich erhob mich langsam, aber energisch. "Wenn du es genau wissen willst, die Verabredung sitzt im Auto. Ich kann dich also leider nicht mit einschieben."
"Du lässt ein Mädchen im Auto warten? Das macht kein Gentleman."
"Ich bin kein Gentleman, und das wissen wir alle." Plötzlich schnappte Gemma ihre Jacke und Tasche, und lief hinter mir her, als ich auf den Flur trat.
"Ist noch was?" Genervt sah ich sie an. "Sonst würde ich gerne gehen. Alleine."
"Darf ich dich wenigstens raus begleiten? Mein Auto steht auch auf dem Parkplatz," bettelte meine Schwester und erhöhte ihre Schritte, als ich sie abhängen wollte.
"Wer sagt denn das ich auf den Parkplatz muss?"
"Deine Freundin wartet im Auto. Wenn dieses nicht auf dem Parkplatz steht, hast du dann vielleicht im Wartezimmer geparkt? Warte mal." Sie spähte durch die gläserne Tür des Wartebereichs. "Nop. Kein großes, protziges Auto."
"Du nervst," seufzte ich, als wir an die frische Luft traten.
"Ich weiß." Plötzlich lachte sie. "Aber ich hab' gewonnen, oder? Ich durfte dich raus begleiten."
********************************************************
Neue Rolle: GEMMA!! :D Willkommen in der Welt von 'Umistakable', liebe Gemma :)
Frohes neues Jahr euch allen :D Ich hoffe 2014 wird euer Jahr, und ihr zeigt allen was ihr könnt! Rockt es! ;)
Celina xx
DU LIEST GERADE
Unmistakable || h.s
FanfictionDie eher unscheinbare Mila zieht mit ihrer Familie nach London. Ihr Leben scheint perfekt zu sein, bis sie auf den Bad Boy der Schule trifft. Harry Styles. Party, Alkohol, Tattoos. Mila fühlt sich von ihm angezogen, ist aber auch veränstigt. Ihrer L...
