11.Kapitel (Phoenix)

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»Weißt du Ash, ein Tattoo wurde dir echt gut stehen«, meinte Takumi als er gerade bei mir war und wir uns einen Film ansahen. Mike lag mit einer absolut tödlichen Erkältung im Bett und konnte sich kaum von der Stelle rühren ohne an seinem Husten zusammen zu brechen, weswegen ich meine freie Zeit heute nur mit Takumi tot schlug.

»Wie kommst du denn jetzt bitte darauf?«, fragte ich und er zuckte mit seiner üblichen Art die Schulter.

»Ich dachte nur, dass du damit cool aussehen würdest. Gerade weil du jetzt das Piercing hast.« Mit einem Kopfnicken deutete er auf mein Gesicht, wo seit zwei Wochen ein Lippenpiercing zu sehen war. Es war ein Kampf gewesen meine Eltern dazu zu überreden mir eines machen zu lassen, wenn ich jetzt noch mit einem Tattoo ankam, war das sicher zu viel des Guten und sie würden mir den Kopf abreißen. Und ich hing ziemlich an meinem Kopf.

Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder dem Film zu, der zwar ganz okay war, aber trotzdem nicht gut genug, dass ich ihn mir noch ein zweites Mal ansehen würde. Takumi schien es genau so zu gehen, denn er gähnte ein paar Mal.

Als der Film geendet hatte, schaltete ich den Fernseher aus und Takumi sah mich an, ehe er breit anfing zu grinsen. Ich mochte dieses Grinsen von ihm nicht und mich überkam ein ungutes Gefühl.

»Weißt du was dir außer einem Tattoo noch stehen würde? Blaue Haare!« Ich starrte ihn an, als habe ich ihn gerade zum ersten Mal in meinem Leben gesehen.

»Nein! An meinen Haaren wird überhaupt nichts gemacht, verstanden?«, sagte ich doch Takumi schüttelte nur mit dem Kopf.

»Komm schon, nur ein wenig... so der Pony oder so? Du kannst ansonsten deine schwarzen Haare gerne behalten.«

»Nein!«, sagte ich erneut, aber an seinem Grinsen konnte ich sehen, dass er nicht nachgeben würde, bis ich es nicht machte. Aber meine schwarzen Haare gefielen mir doch schon so gut...

»Los komm! Wir gehen jetzt in die Stadt!« Ich ließ mich von Takumi auf die Füße ziehen und zur Haustür hinaus schieben.

Zählte meine Meinung denn überhaupt nicht? Blau war zwar eine meiner Lieblingsfarben, aber ich hing an meinen schwarzen Haaren... auch wenn es nur ein Teil war... außerdem würden mich meine Eltern vermutlich vollkommen geschockt anstarren.

Meine Eltern waren zwar keine Spießer, aber es gab ein paar Dinge, welche sie nicht so gut fanden. Bunte Haarfarben und Dinge, für die ich ihrer Meinung nach noch zu „jung" war (damit waren zum Beispiel Piercings und Tattoos gemeint), zählten definitiv dazu.

»Takumi...«, sagte ich doch er unterbrach mich.

»Nur dieses eine Mal okay? Du kannst es ja wieder umfärben, aber du musst dich auch mal etwas trauen!« Womit hatte ich solche Freunde eigentlich verdient? Und warum machte ich eigentlich auch noch bei der ganzen Sache mit?

~

»Es steht dir echt gut! Wirklich«, meinte Takumi zwei Stunden später, als ich mich dann doch dazu überreden lassen hatte, mir zumindest einen Teil meiner Haare blau zu färben. Die Farbe stank höllisch und ich war unendlich froh, sie endlich rauswaschen zu können, wobei ich betete, dass es so funktioniert hatte wie es sollte... vorher hatte ich meine Haare noch Blond färben müssen, was mir einen unglaublichen Stich ins Herz versetzt hatte, aber Takumi hatte sich nicht beirren lassen.

»Ich will nicht in den Spiegel sehen«, stöhnte ich, doch mein kleiner Freund hatte mich schon vor den Spiegel geschoben und mir entfuhr ein Seufzen, als ich sah was aus meinen Haaren geworden war.

Mein Pony war jetzt tatsächlich blau und auch die vorderen Strähnen meiner Haare. Takumi hatte zwar recht – ganz so schlecht sah es nicht aus –aber trotzdem war es gewöhnungsbedürftig und eigenartig.

Takumi schleifte mich in mein Zimmer, dann hob er schon sein Handy hoch, warf sich an meine Seite und machte ein Foto.

»Wenn du das auf Instagram...«

»Schon passiert«, sagte Takumi und sofort vibrierte mein Handy um mir zu sagen, dass ich auf einem Bild makiert wurde.

Eigentlich mochte ich Instagram gar nicht, aber dank meines kleinen Freundes hier, hatte ich es mir tatsächlich zugelegt, weil er immer und überall wenn wir irgendetwas besonderes machten Fotos davon hochladen musste.

»Ich hasse dich, ich hoffe du weißt das«, murmelte ich und Takumi lächelte mich nur an.

»Danke, ich liebe mich auch. Schau mal Mike hat es schon kommentiert.«

Wie nicht anders zu erwarten hatte Mike als Kommentar nur »Dein Ernst?« mit drei Lachsmilys gepostet und ich wollte mein Handy gerade seufzend zur Seite legen, als ich eine Privatnachricht bekam von jemandem, der Chris im Namen trug und auf dem Profilbild erkannte ich ihn auch tatsächlich.


Blau steht dir echt gut. Das Piercing übrigens auch.


Meine Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln. Seit meiner kleinen Nachricht ging mir Chris nicht mehr so stark aus dem Weg, sondern lächelte mich auf dem Schulflur ab und zu an, wenn sich unsere Blicke trafen. Er wirkte allgemein etwas besser gelaunt, doch trotzdem sah ich noch immer, wenn sonst niemand zu ihm hinüber schaute, diesen dunklen Schatten über sein Gesicht huschen, bis er wieder ein freundliches Lächeln aufsetzte. Manchmal hatte er auch starke Augenringe, als würde er kaum schlafen und desöfteren sah es auch so aus, als wolle er am liebsten einfach verschwinden.

Ich fragte mich, was mit ihm los war.

»Was starrst du so nachdenklich auf dein Handy?«, fragte Takumi und bevor ich protestieren konnte, hatte er mir mein Handy schon aus der Hand gezogen und starrte nun auf die Nachricht, ehe er die Augen verdrehte.

»Du hast dich aber nicht mit ihm angefreundet, oder?«

»Was genau hast du eigentlich gegen Chris?«, stellte ich stattdessen die Gegenfrage und Takumi fuhr sich seufzend durch die Haare.

»Überhaupt nichts. Das ist ja mein Problem. Er ist nett, cool und das alles...aber...« Weiter kam er nicht, da genau in diesem Moment meine Mutter uns zum Essen rief und Takumi die Gelegenheit nutzte, seiner Antwort zu entkommen.

Wir gingen beide die Treppe nach unten und meine Mutter hielt kurz inne, als sie meine blauen Haare sah.

»Was kommt als nächstes? Ein Tattoo?«, fragte sie seufzend und ich stieß Takumi schnell meinen Ellbogen in die Seite, bevor er so etwas sagen würde wie »Wir haben tatsächlich vorhin darüber gesprochen.« Manchmal hasste ich ihn, auch wenn er einer meiner besten Freunde war.


Ich entschuldige mich, das Kapitel ist nicht bearbeitet und auch eher eine Art kleiner "Lückenfüller".  Sobald ich Zeit habe werde ich es mal bearbeiten.


Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt