32.Kapitel (Chris)

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Ich konnte es nicht begreifen, wie ich je auf die Idee kommen konnte Ash nicht zu lieben und Schluss machen zu wollen. Als ich die Worte ausgesprochen hatte, hatte es mich selbst so sehr verletzt, dass ich gemerkt hatte das all meine Bedenken vollkommen sinnlos gewesen waren.

Die Liebe zu ihm war definitiv echt, vielleicht auch etwas zu echt, denn die Tatsache dass ich ihn nicht sehen konnte, machte meine Laune immer schlechter und ich spürte Frustration in mir aufsteigen.

Wenn meine Eltern mir nur nicht diese dummen Regeln gegeben hätten...

Ich stand am Fenster, beobachtete wie meine Mutter eine kleine Tasche ins Auto schob und gut gelaunt lächelnd nahm sie auf dem Beifahrersitz platz. Bis morgen fuhren sie zu irgendwelchen Freunden auf eine Feier und einmal mehr spielte ich mit dem Gedanken die Zeit zu nutzen um zu Ash zu gehen. Allerdings wollte ich es nicht riskieren, dass ich nicht rechtzeitig zu Hause war und meine Eltern mich erwischten, wie ich weg gegangen war... Außerdem war Sandy noch da und obwohl ich mir sicher war, dass sie mich nicht verraten würde, konnte man sich ja nie sicher sein...

Seufzend sah ich dem Auto nach. Sollte ich es tun, oder doch lieber lassen? In meinem Kopf versuchte ich alles abzuwägen, was passieren würde wenn ich es nicht rechtzeitig nach Hause schaffen würde, welche Ausreden ich bringen konnte und wie schön es wäre, jetzt bei Ash zu sein.

Eigentlich brauchte ich nicht lange überlegen, er war es mir wert, aber wenn sich meine Strafe verschlimmern sollte, dann war das auch schlecht. Ich hatte nicht vor bis zu meinem Schulabschluss zu Hause zu bleiben.

»Geh doch einfach zu ihm.« Erschrocken drehte ich mich um, als meine Schwester im Zimmer stand, die Arme vor dem Körper verschränkt und mich musterte.

»Was machst du überhaupt in meinem Zimmer?! Und warum kannst du nicht einfach mal anklopfen? Du erschreckst mich zu Tode!«

Sie verdrehte nur die Augen, dann reichte sie mir einen kleinen Zettel, wo irgendwelche Lebensmittel darauf standen. Fragend sah ich sie an.

»Du willst doch zu deinem Freund, oder? Geh hin und wenn du morgen nach Hause kommst, bring die Einkäufe mit. Wenn unsere Eltern nach Hause kommen bevor du wieder da bist, sag ich ihnen einfach ich habe dich einkaufen geschickt und gebe dir Bescheid damit du kommen kannst. So werden sie nicht herausfinden wo du warst und das du überhaupt weg warst.« Einen Moment lang starrte ich sie mit offenem Mund an, ehe ich breit anfing zu grinsen. Meine Schwester war genial.

»Du bist die Beste!«, sagte ich, gab ihr sogar einen Kuss auf die Wange und war schon zur Tür hinaus verschwunden. Ich schnappte mir mein Fahrrad aus der Garage, dann rief ich während des Fahrens Ash an.

»Ich komme vorbei!«, sagte ich gleich, ohne darauf zu warten was er antwortete.

»Jetzt? Alles klar ich sag meinen Eltern Bescheid. Mike das war gemein!« Im Hintergrund konnte ich hören wie Mike lachte und Ash stöhnte auf.

»Bis gleich.« Ich legte wieder auf und fuhr weiter. Es störte mich nicht einmal das Mike gerade bei ihm war - ich war einfach nur unendlich froh Ash sehen zu können, abgesehen davon musste ich meine kurze Freiheit genießen.

Nach Luft schnappend kam ich bei ihm an, lehnte mein Fahrrad an die Hauswand und klingelte. Seine Mutter machte mir auf und lächelte, dann sagte sie Ash war zusammen mit Mike oben.

Ich stieg die Treppen hinauf und öffnete seine Zimmertür - Ash saß zusammen mit Mike auf dem Bett und beide starrten konzentriert auf den Bildschirm.

»Hey!« Ash sah zu mir auf und lächelte mich an, gleich danach kam Mikes triumphierendes Grinsen.

Sie legten beide den Controller zur Seite und ich setzte mich neben Ash aufs Bett.

»Wie kommt es das du hier bist?«

»Meine Eltern sind über Nacht weg gefahren und ich konnte nicht anders als herzukommen.« Mike warf uns einen wissenden Blick zu und mir war klar, dass er von unserer Beziehung wusste, so wie er uns gerade angrinste.

»Ich lass euch dann mal allein. Wir sehen uns dann am Montag Ash und vergiss es nicht!« Damit war er zur Tür hinaus verschwunden und ich sah Ash fragend an.

»Takumi hat am Montag Geburtstag und wir wollen eine Überraschungsparty organisieren.« Ich nickte und lehnte mich dann an ihn, genoss einfach nur seine Nähe und wünschte, es würde viel länger anhalten.

~

Müde wachte ich auf. Ich brauchte einen Moment, bis ich mich in meiner Umgebung zurecht fand und mich daran erinnerte das ich gerade bei Ash war. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das ich langsam bald gehen sollte, doch ich wollte nicht.

Ash lag mit dem Rücken angekuschelt neben mir, während ich einen Arm um ihn gelegt hatte und ihn an mich drückte. Sein Atem ging gleichmäßig und ich lächelte ihn an, überrascht wie sehr seine Nähe mich beruhigte. Normalerweise schlief ich nie so, geschweige denn mochte es so aufzuwachen, aber wenn es um ihn ging, war sowieso alles egal.

Eine ganze Weile blieben wir so liegen, bis er begann sich zu regen und die Augen aufschlug.

»Morgen«, murmelte er und drehte seinen Kopf ins Kissen, anscheinend genauso wenig bereit aufzustehen wie ich.

»Gut geschlafen?« Er nickte.

»Sehr gut sogar. Es ist schön so aufzuwachen. Wie lange bleibst du noch?«

»Ich muss leider bald los...« Wie auf Kommando gab mein Handy den Nachrichtenton von sich und ich stöhnte genervt auf. Meine Eltern waren zu Hause und ich musste jetzt langsam gehen.

Widerwillig stand ich auf und löste mich von ihm, dann zog ich meine Klamotten über.

»Ich gebe mir Mühe mich zu beeilen damit wir wieder mehr Zeit zusammen haben.« Er nickte und seufzend schloss ich die Tür hinter mir, entschlossen alles dafür zu tun meinen Hausarrest los zu werden.

Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt