»Hast du heute Zeit?«, fragte Shane am Montag, als ich mich wie immer auf den Platz neben seinem fallen ließ.
»Ja.« An sich würde ich meine Zeit lieber mit Chris verbringen, aber der ging mir seit einer Woche was das anging aus dem Weg. Er sprach in der Schule immer nur ein paar Sätze mit mir, hatte das Treffen für das Wochenende abgesagt und schien auch sonst keine Zeit für mich zu haben. Wenn ich nachfragte, sagte er mir nichts... Er wollte nicht einmal mit zu mir kommen oder fragte danach ob ich mal zu ihm wollte.
»Super... Ich muss aber nochmal kurz in den Buchladen, ich hoffe das stört dich nicht?« Ich schüttelte mit dem Kopf. Seit Ewigkeiten war ich schon nicht mehr in einem Buchladen gewesen, meistens bestellte ich über das Internet und außerdem hatte ich in letzter Zeit kaum Gelegenheit gehabt zu lesen. Vielleicht sollte ich wieder damit anfangen.
Ich ließ die Schulstunden über mich ergehen, dann stopfte ich wie immer mein ganzes Zeug in den Spind und zuckte zusammen als jemand eine Hand auf meine Schulter legte. Erschrocken drehte ich mich um und sah direkt in Dans Gesicht, der mich musterte und seine Hand zurück zog.
»Können wir reden? Es geht um Chris.« Er schaute mich aufmerksam an und ich nickte.
»Klar.« Ich folgte ihm zu einer der bequemen Sitzecken, die mit ein paar weichen Stühlen und Tischen ausgestattet war, wo die meisten Schüler sich in Pausen oder Freistunden aufhalten sollten. Er ließ sich auf einen der Stühle fallen und ich setzte mich zu ihm, gespannt, was er mir so wichtiges erzählen wollte. Ich begann mir Sorgen um Chris zu machen, es sah nicht aus als ob es ihm gut ginge...
»Ich weiß nicht wie viel dir Chris erzählt hat - oder ob er überhaupt mit dir über seine Familie gesprochen hat - aber ich fange an mir Sorgen zu machen. Er liebt dich wirklich und ich weiß das er dir in letzter Zeit oft aus dem Weg geht, aber das wird seinen Grund haben.« Ich nickte. So etwas in der Art hatte ich mir schon gedacht.
»Er hat mir zwar nichts erzählt, aber ich denke seine Eltern machen ihm Druck. Er hat auch Hausarrest bekommen für nichts. Wir haben bald Prüfungen und er steht unter Stress, seine Eltern machen das alles viel schlimmer und dazu kommt, dass er dich so sehr liebt, dass er es kaum ertragen kann wenn du mit anderen auch nur sprichst. Ich sage dir das jetzt, weil ich nicht will das du denkst du wärst ihm egal und deswegen Schluss machen würdest - Chris braucht einfach nur seine Zeit sich an alles zu gewöhnen.«
»Ich würde deswegen niemals mit ihm Schluss machen.«
»Das habe ich mir schon gedacht. Bitte habe Geduld mit ihm... Er ist sehr launisch und manchmal schwierig, aber du veränderst ihn in eine positive Richtung und du tust ihm gut.« Ich nickte, da dieses Lob so unerwartet kam. Veränderte ich ihn wirklich?
»Danke, dass du mir das sagst.« Er nickte, dann lächelte er doch tatsächlich. Bevor ich ihn aber noch etwas fragen konnte, war er schon aufgestanden, hatte sich verabschiedet und war um die Ecke gebogen.
Seufzend stand ich auf und ging nach draußen, wo Shane bereits auf einer Bank saß und wartete. Als er mich kommen sah steckte er sein Handy weg und lächelte mich an.
»Entschuldige das ich so spät bin, ich musste noch etwas mit jemandem bereden.« Er nickte und stand auf, dann gingen wir gemeinsam Richtung Bushaltestelle. Wie so oft schwieg er, auch als wir im Buchladen waren, aber als wir mein Zimmer betraten taute er langsam wieder auf. So war das immer, sobald wir allein waren redeten wir viel mehr miteinander.
»Ich glaube Chris hasst mich.« Shane ließ sich auf mein Bett fallen und ich setzte mich auf meinen bequemen Drehstuhl an den Schreibtisch.
»Wieso sollte er dich hassen? Er kennt dich doch gar nicht.« Ich sah ihn an und Shane zuckte mit der Schulter.
»Ich denke er hasst mich weil ich so oft bei dir bin und wir in letzter Zeit so viel unternommen haben. Außerdem geht er dir doch seit ein paar Tagen aus dem Weg?«
»Ich glaube nicht dass er wegen so etwas gleich jemanden hasst.«
»Ash, ich weiß das du das nicht bemerkst, aber du solltest mal die Blicke sehen die er mir zu wirft. Als wäre ich für sein Pech verantwortlich oder als würde ich dir ihn weg nehmen.«
Ich wollte gerade ansetzten um zu widersprechen, doch Shane war noch nicht fertig.
»Wenn ihr miteinander redet ist kaum zu übersehen wie sehr du ihn magst. Du lächelst ihn an, er lächelt zurück und es wirkt als würdet ihr mehr sein als nur Freunde. Ich beobachte dich schon eine ganze Weile Ash, und du hast dich noch nie jemandem anderen gegenüber so verhalten. Außerdem hast du auch schlechte Laune seid Chris dir aus dem Weg geht... Ich würde schon fast sagen du bist in ihn verliebt.« War das wirklich so offensichtlich? Dabei bemühte ich mich immer das alles nicht so zu zeigen, doch anscheinend gelang mir das nicht so wie es sollte. Was war wenn sogar andere das noch mitbekommen hatten? Das würde Chris in Schwierigkeiten bringen...
»Ich...« Leugnen und lügen half jetzt nichts mehr, ich sollte einfach die Wahrheit sagen.
»... Ja. Ich bin in ihn verliebt und wir sind auch schon zusammen...« Shane schaute mich an, als könnte er nicht glauben das ich das gerade wirklich gesagt hatte.
»Jetzt ergibt alles einen Sinn.«
»Ist es so offensichtlich? Also das ich verliebt bin...« Zu meiner Erleichterung schüttelte Shane den Kopf.
»Nur wenn man dich kennt fällt es auf, für andere wirkt es eher ganz normal.« Ich seufzte. Es würde nicht lange dauern, dann würden auch Mike und Takumi darauf kommen und ich wusste nicht wie sie reagieren würden...
Ich kann es kaum glauben. Broken Mirrors ist jetzt schon bei der Hälfte angekommen! Wenn ich so weiter mache, dann habe ich BM in unter einem Jahr fertig und vielleicht sogar noch vor Nameless, was ich niemals gedacht hätte. Vielen Danke das meine treuen Leser mich so unterstützen (:
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Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)
Teen FictionPhoenix - genannt Ash - ist ein ganz normaler Junge. In seinem Leben ist nicht alles perfekt, aber er hat gelernt die meisten Dinge hinzunehmen und damit umzugehen. Anders ist Chris. Obwohl er nach Außen hin selbstbewusst und stark wirkt und man nic...
