33.Kapitel (Phoenix)

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Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen ich genau wusste, dass meine Laune sich nicht mehr bessern würde. Ich war an sich eigentlich kein negativer Mensch, aber jeder hatte ja mal diese Tage wo die Laune so weit im Keller war, dass man schon anfangen musste danach zu graben um sie wieder zu finden.

Genervt schaltete ich meinen Wecker aus und stand auf, stolperte über etwas was auf dem Boden lag und stieß mein Bein am Stuhl. Der Tag konnte echt nicht besser werden.

Aus meinem Schrank zog ich ein T-Shirt und eine zur Abwechslung mal nicht zerissene Jeans heraus und fuhr mir mit einer Hand nur durch die Haare, die ich aber nicht einmal kämmte. Ohne Frühstück verließ ich das Haus, verpasste beinahe meinen Bus weil der heute aus irgendeinem Grund zu früh war und schaffte es gerade so. Heute war echt nicht mein Tag und ich wünschte, es würde sich alles bessern.

In der Schule war es nicht anders - meine Pechsträhne hielt an und genervt machte ich mich auf den Weg zum Mittagessen, wo Chris bereits am Tisch saß, zusammen mit Mike aber ohne Takumi. Dieser saß heute, was mich ziemlich wunderte, da er noch nie bei jemandem aus seiner Klasse oder so gesessen hatte.

»Wir planen gerade die Überraschungsparty für Takumi! Setz dich zu uns«, sagte Mike grinsend und ich stöhnte auf, ehe ich mich auf einen der bunten Stühle fallen ließ.

»Ich glaube es ist keine gute Idee wenn ich...«, begann Chris doch Mike unterbrach ihn.

»Ist doch egal, du bist immerhin mit Phoenix zusammen, da wird er es verkraften dass du zumindest bei uns bist zur Feier selbst musst du ja nicht unbedingt mitkommen.« Ich warf einen nervösen Blick zu Takumi. Ob er etwas ahnte? Ich hoffte nicht, aber auffällig war es ja schon. Er saß bei jemand anderen, was er sonst nie tat, und wir drei steckten die Köpfe zusammen und das an seinem Geburtstag. Er war nicht dumm, er würde wissen dass irgendetwas los war.

»Takumi ist nicht dumm, er weiß sowieso schon dass...« Mike brachte mich zum Schweigen und die ganze Mittagspause über redete er über nichts anderes, als die bevorstehende Party. Die ganze Zeit über schaute ich zu Chris, der sich eher weniger am Gespräch beteiligte. Immerhin wusste er das Takumi ihn nicht leiden konnte und einmal mehr fragte ich mich, wer wohl der mysteriöse Typ war auf den mein kleiner Freund stand. Er musste ja wirklich besonders sein, wenn er es geschafft hatte sein Herz zu erobern, denn normalerweise war Takumi nicht gerade aufgeschlossen.

»Ah verdammt, ich muss zu Chemie... Wir sehen uns!« Damit war Mike aufgesprungen und um die Ecke verschwunden, während ich mein Zeug nahm und gemeinsam mit Chris zu unseren Schließfächern gingen. Einmal mehr wünschte ich mir dass ich ihn einfach hier in der Schule küssen könnte, vor allem jetzt da wir uns schon seine ganze Weile nicht mehr wirklich gesehen hatten, abgesehen von der spontanen Übernachtung am Samstag. Auf eine gewisse Art und Weise fühlte ich mich etwas zurück gelassen, als würde sich zwischen uns etwas verändern, als würden wir uns durch diese Sache mehr von einander distanzieren. Es wirkte als wären wir gar nicht zusammen und das nervte mich langsam.

Natürlich wusste ich, dass es nicht einfach oder leicht war zuzgeben, dass man mit jemandem vom selben Geschlecht zusammen war. Es gab immer jemanden der etwas sagen würde oder der es nicht akzeptierte und gerade in einer Schule lief man Gefahr beschimpft zu werden. Trotzdem, wenn ich sah wie andere so offen mit ihren Beziehungen umgehen konnten, wurde ich neidisch weil ich das nicht konnte. Von meiner Seite aus hatte ich keinerlei Probleme es allen zu zeigen, aber was Chris anging...

»Sag mal Chris?«

»Hmh?«

»Hast du eigentlich jemals vor offen dazu zu stehen?«, fragte ich und er schaute mich an, als fragte er sich, warum ich das wissen wollte. Normalerweise würde ich auch nichts dazu sagen, aber dadurch dass ich heute ohnehin einen total schlechten Tag hatte, zog auch das mich runter. Die Antwort interessierte mich einfach.

»Wieso? Es funktioniert doch auch so wie es jetzt ist, oder?« Er sah mich abwartend an und genervt stöhnte ich auf.

»Ist schon gut, egal. Ich geh jetzt zum Unterricht.« Meine Antwort war etwas bissiger als ich es wollte und er hielt mich zurück, bevor ich verschwinden konnte.

»Ist es dir so wichtig es öffentlich zu machen?«, fragte er dann leise und ich schüttelte mit dem Kopf. Es ging mir nicht darum ob es öffentlich war oder nicht, es ging mir nur darum ob er dazu stehen würde, wenn es darauf ankam.

»Nein, ich will dir keine Schwierigkeiten bereiten. Vergiss was ich gesagt habe.« Er ließ mich immer noch nicht los, sondern schaute mich an, ehe er niedergeschlagen seufzte.

»Du bist sauer und es verletzt dich. Das verstehe ich. Es tut mir unglaublich leid, dass ich nicht dazu stehen kann... Ich bin einfach nicht so stark wie du. Mir fehlt das Selbstbewusstsein zu sagen, dass ich so bin, vielleicht kann ich es irgendwann mal, vielleicht aber auch nie.« Sein Blick war so traurig, dass ich mich sofort wieder etwas beruhigte und ihn ansah.

»Es ist nicht schlimm, ich kann damit leben.« Er ließ mich los und lächelte mich traurig an, ehe er im Gedränge der Schüler verschwand und ich mich zu meinem nächsten Kurs aufmachte. Wahrscheinlich hätte ich gar kein so großes Problem damit, wenn ich Chris wenigstens nach der Schule noch ab und zu sehen könnte, aber dadurch dass ich komplett ohne ihn sein musste, war das schon schwer. Als er Samstag da gewesen war, war das so schön gewesen und ich wünschte mir einen solchen Moment öfter. Wie gern ich ihn allgemein küssen würde, einfach wann ich es wollte und nicht nur dann, wenn gerade ein günstiger Zeitpunkt war...

Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt