Kaum war meine Zimmertür hinter uns ins Schloss gefallen, küsste ich Chris so stürmisch, als wäre ich ausgehundert. Es war so schön wieder Zeit mit ihm zu verbringen und ich erinnerte mich an die letzten Wochene endlos langes Warten zurück, wo wir nur ab und zu in den Pausen miteinander gesprochen hatten. Chris erwiderte den Kuss sofort, dann legte er seine Arme um mich und zog mich näher an sich heran, hielt dann aber kurz inne als würde ihm etwas einfallen.
»Was ist, wenn jetzt jemand in dein Zimmer kommt?«, fragte er und schaute mich an, als würde er mich trotzdem am liebsten weiter küssen. Ich zuckte mit der Schulter.
»Mein kleiner Bruder kommt nich teinfach ohne anzuklopfen ins Zimmer und meine Eltern auch nicht, vorallem nicht wenn sie wissen dass ich Besuch habe.« Er nickte und schob mich Richtung Bett, wo er sich drauf fallen ließ und mich einfach mit sich zog.
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich hatte Chris wirklich sehr vermisst und das obwohl ich ihn jeden Tag in den Pausen in der Schule sehen konnte. Das Glücksgefühl was mich durchströmte war wunderbar und ich kuschelte mich an ihn.
Er vergrub sein Gesicht in meinen Haaren und es war, als würden nur wir beide existieren. Eine ganze Weile blieben wir so im Bett liegen, redeten ein wenig, küssten uns und konnten auch nicht wirklich die Hände voneinander lassen. Erst als unsere Mägen laut anfingen zu knurren beschlossen wir uns etwas zu Essen zu bestellen, was darin endete, dass wir am Ende alle chinesisch bestellten und zusammen am Esstisch aßen.
»Vielen Dank für das Essen«, meinte Chris und schob den Stuhl zur Seite. Ich setzte mich neben ihn.
»Keine Ursache. Phoenix? Dein Vater kommt nachher auch noch zum Essen und ich habe heute wieder meinen Frauenabend, daher wäre es nett wenn du ihm das übrige Essen einfach schon mal in die Mikrowelle stellst.« Meine Mutter stellte das Essen auf den Tisch und kramte dazu Besteck heraus.
»Klar mache ich. Schaut ihr euch wieder diese grässlichen Romanzen an?«, fragte ich und nahm mir den Alufolienbehälter, in dem mein Hühnchen mit Reis und jede Menge Gemüse war.
»Männer verstehen so etwas nicht.« Wir aßen alle unser Essen, wobei ich meines sogar mit Stäbchen aß und kaum war meine Mutter fertig, stand sie schon auf, zog sich eine Jacke über und wies uns an, die Küche noch in Ordnung zu bringen.
»Phoenix?« Es war das erste Mal an diesem Abend, dass sich Ben heute zu Wort meldete und er warf einen schüchternen Blick zu Chris, der sich gerade zurück lehnte und tatsächlich noch etwas übrig hatte, während ich meine Portion restlos aufgegessen hatte.
»Was gibt's Ben?«
»Ich wollte nur fragen, ob du mit mir heute Abend einen Film schauen möchtest?« Ich merkte ihm an, dasser eigentlich gar nicht fragen wollte, weil Chris da war, aber es schien ihm irgendwie auch wichtig zu sein.
Ich warf einen Blick zu Chris der nur kurz nickte.
»Klar.« Er lächelte und wir räumten gemeinsam die Küche auf, ich packte das Essen für meinen Vater auf einen Teller und schob ihn in die Mikrowelle, dann machte ich es mir mit Chris und meinem Bruder zusammen auf dem Sofa bequem. Chris wahrte dabei einen gewissen Abstand, berührte mich nicht sondern warf mir nur ab und an einen kurzen Blick zu. In meinen Fingern kribbelte es, einfach seine Hand zu nehmen und mich an ihn zu lehnen, aber nicht solange mein Bruder anwesend war.
Der Film war zu Ende und ich ging mit Chris nach oben, es war doch schon recht spät also entschieden wir gleich ins Bett zu gehen. Wir schliefen beinahe sofort ein, angekuschelt aneinander.
~
Ich wachte auf, als ich merkte wie Chris neben mir aus dem Schlaf hochschreckte. Sein Atem ging schnell und stoßweise, das T-Shirt klebte ihm am Körper und Schweißperlen waren auf seiner Stirn zu sehen.
»Chris? Ist alles okay?«, fragte ich besorgt und war sofort hellwach. Er nickte schwach und ich legte einen Arm um ihn. Man merkte das eben nicht alles okay war, aber ich wollte ihn auch nicht zu einer Antwort drängen.
»Ja... ja alles okay«, murmelte er und obwohl er das sagte, klang er alles andere als überzeugt, eher als würde er das genaue Gegenteil von dem meinen was er sagte. Ich griff neben das Bett und holt eine noch halbvolle Flasche Cola hervor und reichte sie ihm. Er nahm sie dankbar an und trank sie beinahe leer.
»Es tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe. Das wollte ich nicht.« Seine Stimme war noch immer leise und in mir breitete sich noch mehr Sorge aus.
»Kein Problem. Sind deine Albträume immer so schlimm?« Er zögerte, ehe er langsam nickte.
»Manchmal. Das Beste ist du versuchst jetzt wieder zu schlafen«, sagte er dann. Sein Atem normalisierte sich langsam wieder, doch er wirkte dennoch hellwach.
»Was ist mit dir?«
»Ich werde für den Rest der Nacht jetzt erstmal nicht schlafen können...« Er seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch seine dunkelblonden Haare. Ich drückte ihn noch fester an mich und hoffte, dass meine Anwesenheit es vielleicht etwas angenehmer machte.
Es tat mir weh ihn so zu sehen, aber ich wusste das er noch nicht bereit dazu war mit mir über den Inhalt seiner Albträume zu sprechen und ich akzeptierte das.
»Danke, danke das du da bist.« Er umarmte mich ebenfalls, vergrub den Kopf in meiner Halsbeuge und ich hielt ihn einfach nur fest.
Irgendwann ließ er mich los und sah mich an.
»Du solltest jetzt wirklich noch ein wenig schlafen...«
»Sicher? Ich würde dich jetzt ungern mit deinen Gedanken alleine lassen«, meinte ich und er nickte.
»Ich schaffe das schon, das tue ich immer. Es reicht mir schon aus deine Wärme zu spüren, allein das hilft mir sehr.« Dabei warf er mir ein zaghaftes Lächeln zu, welches ich erwiederte, dann legte ich mich wieder hin. Er legte sich neben mich und ich legte meinen Kopf auf seine Brust, lauschte seinem Herzschlag und schlief langsam wieder ein.
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Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)
Roman pour AdolescentsPhoenix - genannt Ash - ist ein ganz normaler Junge. In seinem Leben ist nicht alles perfekt, aber er hat gelernt die meisten Dinge hinzunehmen und damit umzugehen. Anders ist Chris. Obwohl er nach Außen hin selbstbewusst und stark wirkt und man nic...
