Am Tag des Schulfestes wollte ich am liebsten zu Hause im Bett liegen bleiben und schlafen, doch Mike machte mir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Ich war schon unendlich froh gewesen, dass mich keiner der Lehrer irgendwo eingeteilt hatte und ich so meine Ruhe hatte, keine Pflichten hatte hinzugehen und zu Hause bleiben konnte ganz ohne schlechtes Gewissen. Aber nein. Mike musste ja unbedingt darauf bestehen, dass ich mit ihm und Takumi hinging.
Damit ich auch ja rechtzeitig da war und nicht „versehentlich" verschlafen konnte, betrieb er schon Morgens um acht Klingelterror und ich stand genervt auf.
Womit hatte ich solche Freunde nur verdient?
Mit ungemachten Haaren, nur in Boxershort und alten T-Shirt ging ich zur Tür und öffnete sie. Vor mir standen Mike und Takumi, die mich beide gut gelaunt angrinsten. Genervt schlug ich ihnen die Tür einfach wieder vor der Nase zu, doch Sekunden später begann schon wieder der Klingelterror und ich riss sie wieder auf.
»Ihr nervt. Geht weg«, grummelte ich, doch die beiden hatten sich schon an mir vorbei ins Wohnzimmer geschoben.
»Dir auch einen guten Morgen. Jetzt zieh dich an, wir kommen sonst zu spät.« Ich schleppte mich die Treppe nach oben und zog irgendetwas aus meinem Kleiderschrank heraus, ließ den Rest den ich versehentlich mit hinaus zog einfach auf dem Boden liegen.
»Gut, dann können wir jetzt gehen«, sagte Mike, als ich wieder nach unten kam und zusammen machten wir uns auf den Weg in die Schule.
Warum eigentlich musste das Schulfest an einem Samstag sein? Wer ging denn bitte Samstags freiwillig in eine Schule? Konnte es nicht ein Freitag sein, wo man dann Mittags nach Hause gehen konnte?
»Ich hab hier etwas, was deine Laune schon wieder bessern wird«, sagte Takumi dann und reichte mir einen Schokoriegel, den ich skeptisch betrachtete, ehe ich ihn doch an mich nahm.
Ich liebte Schokolade über alles und der kleine Mistkerl wusste genau, wie er mich damit ködern konnte.
Überall auf dem Schulhof standen Stände umher, mit allem möglichen Zeug. Ein Flohmarkt, ein Getränkestand, Kuchen, einfach alles mögliche.
Direkt beim Kuchenstand kaufte ich mir so viel, dass mein Teller beinahe überquoll und Mike schüttelte nur mit dem Kopf.
»Wie kannst du nur als Frühstück so viel Süßkram essen?«
»Ist doch egal, es schmeckt«, war alles, was ich darauf antwortete und stopfte mir schon das erste Stück Kuchen in den Mund, das einzige Gute an diesem Tag.
Wir gingen in die Schule hinein, wo wir uns die einzelnen Räume ansahen. Sogar Shane fand ich vor, der zusammen mit ein paar Schülern aus unserem Jahrgang in Chemie ein paar Experimente vorbereitete, die sowohl Eltern wie auch kleine Kinder staunend betrachteten. An sich musste ich sagen war es gut gelungen, aber das ich an einem Samstag um diese Zeit aufstehen musste störte mich noch immer. Ich hatte besseres zu tun.
»Schau mal, hier sind unsere Bilder ausgestellt«, sagte Mike dannp lötzlich und ich starrte die Wand an, die über und über mit sämtlichen Bildern tapeziert war. Meines war – natürlich –nicht dabei, aber Mike seines war kaum zu übersehen: Es war mit Abstand Schönste von allen und sah wahnsinnig toll aus, voller verschiedener Farben, die trotzdem nicht übertrieben oder unpassend wirkten, eher spiegelten sie das chaotische Leben wieder... und in der Mitte saß Mike und schaute sich lächelnd um, als würde ihm das ganze Chaos an Farben um ihn herum gefallen.
Nun sah ich mir auch die anderen Bilder an. Sie alle zeigten ähnliches – die meisten hatten eine ähnliche Idee wie ich gehabt und hatten eine dunkle und eine farbenfrohe Seite gemalt, symbolisch dafür dass jeder von uns gute und schlechte Seiten hatte.
Doch ein weiteres Bild stach mir richtig ins Auge und ich betrachtete es genauer.
Es war düster, bestand nur aus dunkelblau und schwarztönen und war ein einziges Durcheinander an Linien und Formen. Ich erkannte das die Stelle, die mehr aus Blautönen bestand eine Art Meer darstellen sollte, doch da war keine Sonne, kein Licht. In der Mitte war eine schwarze, Gesichtslose Figur, die auf das Meer starrte, als würde sie darin versinken.
Es war unendlich traurig... und auch ohne das ich den Namen lesen konnte, wusste ich genau wer dieses Bild gemalt hatte.
Wir liefen noch den Rest ab, doch meine Gedanken hingen immer noch bei dem Bild. Ich hatte das Gefühl, dass es Chris schlechter ging als man glauben sollte und das obwohl er so viele Freunde um sich herum hatte und man meinen könnte er wäre beliebt. Aber anscheinend war das ein großer Irrtum.
»Können wir jetzt bitte gehen? Ich habe Hunger«, sagte ich eine halbe Stunde später und Mike verdrehte die Augen.
»Wir gehen ja schon. Jemand Einwände, wenn wir in die Pizzeria gehen?« Takumi und ich nickten und wir steuerten sofort unsere Lieblingspizzeria an, aus der wir uns auch regelmäßig etwas liefern ließen.
Wie immer bestellte ich mir eine große Pizza, die ich so schnell hinunter schlang, das Takumi und Mike gerade eben erst jeweils bei der Hälfte waren.
»Manchmal ist es echt unfair, dass in deinen Magen so viel reinpasst. Ich habe mittlerweile zehn Kilo zugenommen und du siehst immer noch aus wie ein Strich«, scherzte Mike und Takumi starrte ihn an.
»Du hast tatsächlich zu genommen, das mit den zehn Kilo könnte stimmen«, sagte er dann und Mike streckte ihm beleidigt die Zunge raus.
»Es sind aber nur acht Kilo, nicht zehn.«
Es wurde noch von Takumi ein Bild auf Instagram gepostet, wo wir alle ein Stück Pizza in der Hand hielten, dann machten wir uns –endlich – wieder auf den nach Hause Weg.
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Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)
JugendliteraturPhoenix - genannt Ash - ist ein ganz normaler Junge. In seinem Leben ist nicht alles perfekt, aber er hat gelernt die meisten Dinge hinzunehmen und damit umzugehen. Anders ist Chris. Obwohl er nach Außen hin selbstbewusst und stark wirkt und man nic...
