16.Kapitel (Chris)

3.7K 289 74
                                        



Ich war aus irgendeinem Grund unglaublich nervös, als ich an Ashs Spind stand und darauf wartete, dass er endlich aus dem Unterricht kam und ich mit zu ihm gehen konnte.

In meinem Brauch breitete sich ein unwohles Gefühl aus und ich fragte mich, ob es wirklich eine gute Idee war. Ich kannte Ash eigentlich gar nicht wirklich und die einzige Person die ich sonst besuchte war Dan, ließ man die ganzen Partys und gemeinsamen Gruppenarbeiten in der Schule aus.

»Entschuldige das du warten musstest .Wir hatten gerade bei diesem typischen „Ich beende die Stunde!"Lehrer, der uns nicht eher gehen lassen wollte.«

»Kein Problem.« Er stopfte den halben Inhalt seiner Tasche in seinen Spind, ehe er ihn wieder zuschloss und wir uns gemeinsam auf den Weg zur Bushaltestelle machten. Ash wirkte – im Gegensatz zu mir – überhaupt nicht nervös, sondern eher ruhig und ausgelassen, als wäre es etwas vollkommen normales. Vermutlich war es das auch, immerhin hatten wir begonnen uns langsam anzufreunden... und auch wenn er den Kuss schon vergessen hatte, ich dachte immer noch manchmal daran und das machte mich nervös.

Die ganze Zeit im Bus über sprachen wir über ein paar Dinge, ehe wir ausstiegen und vor einem kleinen Haus hielten. Es ähnelte unserem Haus von außen her ziemlich stark, nur war es ein wenig kleiner. In der Einfahrt standen keine Autos,also vermutete ich das seine Eltern schon einmal nicht zu Hause waren.

»Stört es deine Eltern eigentlich, wenn du Besuch mit nach Hause bringst?«, fragte ich und er schüttelte mit dem Kopf.

»Mike oder Takumi, einer von beiden oder auch beide, hängen recht oft bei mir rum. Ich bin mir ziemlich sicher, das die beiden sogar wissen wo unser Ersatzschlüssel liegt.« Mit einem seufzend öffnete er die Tür und stellte seine Schuhe ordentlich hin, während ich dasselbe tat.

»Ich bin wieder da!«, rief er dann und öffnete eine große Tür, die offensichtlicherweise ins Wohnzimmer führte, wo ein Junge auf dem Sofa saß und gerade irgendeinen Cartoon schaute.

»Hey.«

»Wie war die Schule? Alles in Ordnung?«, fragte Ash seinen Bruder und dieser drehte sich zu ihm um. Kurz musterte er mich, wandte sich dann aber wieder ab.

Er war klein, vielleicht um die zehn Jahre alt, hatte dieselben dunklen Haare wie Ash und auch dieselben Augen. Um genau zu sein sah er aus wie eine Miniatur ausgabe von ihm und der Gedanke brachte mich zum lächeln.

»Ja ich denke schon. Alles okay. Die neue Klasse ist bisher nett zu mir.«

»Wenn irgendetwas ist, sag es mir okay?« Ash wuschelte seinem Bruder durch die Haare und lächelte ihn dabei so warm an, dass man direkt merkte dass er alles tun würde um seinen kleinen Bruder zu beschützen.

Und das war der Moment, in dem ich realisierte das ich mich richtig in ihn verliebt hatte.

»Da ich heute Besuch habe, dachte ich ,ich mache uns heute Abend Eierkuchen?« Sein kleiner Bruder strahlte ihn an.

»Oh ja! Ich liebe deine Eierkuchen!«

Ich folgte ihm nach oben, wo er seine Zimmertür öffnete. Ich zögerte als ich davor stand und betrachtete das Zimmer – es sah ziemlich gewöhnlich aus. In einer Ecke stand ein Bett, daneben ein kleiner Tisch und ein Nachtschrank auf dem ein Wecker und eine Lampe standen, er hatte einen Fernseher, ein Regal mit ein paar Manga und Büchern, Poster von einigen Serien und Bands an der Wand hängen und einen Schreibtisch mit Laptop und zweitem Bildschirm.

»Komm ruhig rein, ich beiße nicht.«

Ich trat ein, ließ meine Tasche in eine Ecke fallen und setzte mich zu ihm auf den Boden, wo er seinen Laptop hinstelle und jede Menge Papier. In den nächsten Stunden waren wir damit beschäftigt, den Vortrag für ihn vorzubereiten, ein Plakat zu gestalten und alles andere. Als wir fertig waren, war es auf einmal Abend und Ash streckte sich seufzend.

»Danke für deine Hilfe... Wie wäre es, wenn wir demnächst mal zusammen ins Eiscafé gehen?«

»Kein Problem... und klar gerne. Ich würde mich freuen.«

Ash lächelte wieder und wir blieben einen Moment schweigend sitzen. Ich betrachtete ihn... er sah sounglaublich gut aus, seine schwarzen Haare mit dem blauen Pony, sein Piercing, sein Klamottenstil... seine grünen Augen, seine schlanke Figur, seine weiches Gesicht, sein Lächeln... ich mochte das alles an ihm.

Bevor ich wirklich realisierte, was ich da tat, beugte ich mich zu ihm und küsste ihn sanft. Er zögerte überhaupt nicht, sondern erwiderte den Kuss und lächelte, als ich mich wieder zurück lehnte. Ich wusste einfach nicht was er hatte, was ihn so verdammt besonders und anziehend machte... weswegen ich unbedingt bei ihm sein wollte. Ich wusste nicht was ich sagen sollte und mein Magenknurren unterbrach die peinliche Stille.

»Es ist Zeit zum Abendessen, komm mit.« Ich folgte ihm in die Küche und setzte mich an einen der unbequemen Küchenstühle, während er – zusammen mit seinem Bruder– den Teig für die Eierkuchen anrührte. Es war unglaublich schön die beiden zu sehen und ich spürte richtig, wie sehr Ash seinen Bruder liebte.

Nach dem Essen beschloss ich langsam nach Hause zu gehen und blieb noch an der Tür stehen um mich von Ash zu verabschieden. Einen Moment lang schauten wir uns in die Augen, ehe er mir einen kurzen, leichten Kuss gab.

»Nur ein Gute Nacht Kuss. Wie wäre es am Freitag nach der Schule ins Café?« Er lächelte mich an und ich konnte nicht anders, als das mein Herz einen Sprung machte und ich spürte wie ich wieder etwas nervös wurde.

»Klar.«

»Schlaf gut Chris.« Ich spürte wie er mir noch nach sah, bis ich um die Ecke verschwand.


So Leute, hier das neue Kapitel von Broken Mirrors.

Ich habe vor, in nächster Zeit ein paar der Kapitel die ich noch nicht bearbeitet habe etc. endlich mal zu überarbeiten, dass sie besser klingen. x.x

Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt