Mir tat alles weh, als ich am nächsten Morgen aufwachte. Wir hatten es gestern ein wenig übertrieben und die halbe Nacht nicht geschlafen, weswegen ich nun total müde war. Ich hoffte dass uns niemand gehört hatte, ich würde sterben, wenn meine Familie es auf diese Art und Weise herausfinden würde...
»Gut geschlafen?«, fragte Chris und legte einen Arm um mich, schmiegte sich an meinen Rücken. Ich genoss seine Körperwärme, die sich so beruhigend anfühlte.
»Hmh, mir tut alles weh«, sagte ich und er gab ein leises Kichern von sich.
»Es tut mir leid, ich habe es gestern übertrieben. Aber du hast mich auch provoziert!«, verteidigte er sich und ich warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
»Was habe ich denn bitte getan?«, fragte ich und drehte mich in seiner Umarmung so zu ihm um, das ich ihn ansehen konnte.
»Jeder, wirklich jeder würde nachgeben, wenn man ihn so anschauen würde, wie du mich angeschaut hast. Du hast praktisch darum gebettelt.« Er zog mich an sich und ich küsste ihn sanft.
»Ich will frühstücken«, sagte ich und schob ihn weg, dann stand ich auf und sammelte meine Klamotten zusammen. Unsere Kleidung lag verstreut im ganzen Zimmer umher, als hätten wir es gestern ein wenig zu eilig gehabt.
Chris blieb einfach liegen, die Decke war ihm bis zur Hüfte hinunter gerutscht und er starrte mich nun an, den Kopf auf einem Arm abgestützt. Bei seinem Blick durchfuhr mich ein leichtes Schaudern. Wenn er mich so anstarrte, dann...
Das Klopfen an der Tür schreckte mich aus meinen Gedanken hoch und ich verfluchte innerlich den unbekannten Störenfried. Chris versteckte sich schnell unter der Decke, es musste ja niemand sehen dass er nackt war. Ich öffnete die Tür und bevor ich wusste was passierte, hatte Mike mich schon zur Seite geschoben und betrat mein Zimmer. Sein Blick fiel sofort aufs Bett, dann hielt er kurz inne.
»Störe ich etwa gerade?«, fragte er mit einem noch breiteren Grinsen. Ich verdrehte die Augen und schloss die Tür wieder hinter ihm. Was dachte er denn? Natürlich störte er, wenn mein Freund noch in meinem Bett lag und ich dazu auch noch riesigen Hunger hatte.
»Was platzt du überhaupt schon so früh in mein Zimmer? Es ist Wochenende.«
Chris schaute nun unter der Decke hervor, seine blonden Haare hatten noch immer eine perfekte Form, sahen noch genauso aus wie gestern Abend. Meine hingegen sahen aus wie ein Vogelnest, vollkommen durcheinander.
»Bevor du mit deiner Neuigkeit heraus platzt - würde es dir etwas ausmachen wenn ich mir vorher etwas anziehe?«, fragte Chris dann und setzte sich auf.
»Hattet ihr gestern Abend etwa Se-«
»Mike, Klappe halten und umdrehen«, murrte ich und drehte mich gemeinsam mit ihm um, damit Chris aufstehen und sich anziehen konnte. Ich traute es Mike zwar nicht zu dass er sich umdrehen würde, aber bei ihm konnte man trotzdem nie wissen.
»Ihr dürft wieder schauen.«
Wir drehten uns wieder um und warteten darauf das Mike uns den Grund für sein Kommen sagen würde. Ich hoffte es war etwas wichtiges, wenn er mich an meinem wohlverdienten Samstagmorgen störte.
»Ich wurde an der Kunstakademie angenommen!« Er strahlte über das ganze Gesicht und grinste uns breit an.
»Ja ja, ist ja schön. Ich gehe frühstücken«, sagte ich mit wenig Begeisterung. Mike ließ sich davon nicht unterkriegen, sondern grinste weiterhin wie ein Idiot.
Ich konnte so etwas kurz nach dem Aufstehen einfach nicht ertragen und das wusste er, daher war er meine Reaktionen was so etwas anging gewöhnt.
»Frühstück? Es ist bereits Mittag.«
»Dann eben Mittagessen. Wenn du magst kannst du sicher bleiben, meine Mutter mag dich sowieso. Können wir jetzt?«, fragte ich ungeduldig und Mike nickte.
»Ich mag das Essen deiner Mutter es schmeckt gut. Nicht so wie die Experimente meiner Mutter«, meinte Mike und zu dritt gingen wir die Treppe nach unten.
»Mom? Mike isst heute mit«, rief ich und betrat die Küche, steuerte natürlich sofort meinen Lieblingsort an - den Kühlschrank.
»Gerne, Essen ist in einer Viertelstunde fertig. Sicher dass du vorher noch etwas essen willst?«, fragte meine Mutter als ich das Gefrierfach aufmachte und mir ein Eis herausnahm.
»Ja.« Sie verdrehte die Augen und ich gesellte mich zu den anderen ins Wohnzimmer. Beide saßen auf dem Sofa. Ich hatte mich eigentlich so auf einen schönen Tag mit Chris gefreut und jetzt hatte ich Mike an der Backe. Ich kannte ihn und wusste, dass er uns jetzt den ganzen Tag nerven würde.
»Warum gehst du nicht Takumi auf die Nerven?«, fragte ich und Mike zuckte mit der Schulter.
»Er ist das Wochenende über mit seinen Eltern weggefahren.«
»Und Sarah?«
»Sie hat heute keine Zeit.«
»Ah...« Ich ließ das Thema fallen und aß mein Eis auf, während Mike und Chris sich über die Prüfungen unterhielten. Nächste Woche würden die Ergebnisse bekannt gegeben werden und es war für die beiden als würden sie auf heißen Kohlen sitzen. Das Schuljahr war auch für mich bald vorbei und ich seufzte.
Es gab Essen und wir setzten uns alle an den Tisch. Auch mein Bruder und mein Vater kamen nun aus ihren Zimmer gekrochen und wie immer aß ich mehr, als man bei meinem Körper vermuten würde.
Wie ich es bereits geahnt hatte, ging Mike uns den ganzen Tag auf die Nerven und erst gegen Abend beschloss er uns endlich in Ruhe zu lassen. Ich mochte ihn wirklich, aber er hatte ein verdammt schlechtes Gefühl dabei auseinander zu halten wann er erwünscht war und wann er störte.
Ja Leute, das Kapitel ist diesmal etwas kürzer was folgenden Grund hat:
Eigentlich wollte ich Kapitel 41, 42 und (wenn ich es geschafft hätte) 43 an einem Tag hochladen und hatte Kapitel 42 schon vor Kapitel 41 zu Ende geschrieben. Leider habe ich nicht mitgedacht, was heißt, ich habe Kapitel 42 im Zug geschrieben wo ich eine sehr instabile Internetverbindung hatte und als Folge davon hat es nur drei Sätze gespeichert und der Rest war weg. Daher schreibe ich jetzt Kapitel 42 nochmal und wenn ich gut bin und es schaffe, kommt es heute noch online. Viel Spaß!
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Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)
Teen FictionPhoenix - genannt Ash - ist ein ganz normaler Junge. In seinem Leben ist nicht alles perfekt, aber er hat gelernt die meisten Dinge hinzunehmen und damit umzugehen. Anders ist Chris. Obwohl er nach Außen hin selbstbewusst und stark wirkt und man nic...
