44.Kapitel (Chris)

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»Mhm...«, murmelte ich, als Ash mich morgens an der Schulter wach rüttelte. Es war nun schon zwei Wochen her, dass ich bei ihm eingezogen war und ich musste sagen, dass mir das Leben mit ihm sehr gut gefiel, zumindest sofern er mich nicht wie jetzt am Wochenende aufweckte. Seit wann war er überhaupt früher wach? Er schlief doch sonst auch immer bis Mittag...

»Was ist denn?!«, murrte ich verschlafen.

»Dein Handy klingelt schon die ganze Zeit. Ich will schlafen. Geh ran.«

»Geh du doch ran.«

»Ich weiß nicht wo es ist, und jetzt beeil dich es nervt.« Damit drehte er sich um und zog sich die Decke über den Kopf um weiter zu schlafen. Nun nahm ich auch tatsächlich das dumpfe Klingeln meines Handys wahr und tastete auf dem Fensterbrett danach, bis mir einfiel dass es sich vermutlich noch in meiner Hosentasche befand. Genervt stieg ich über Ash drüber und suchte nach meiner Jeans, die in einem Haufen Klamotten neben dem Bett lag, wo ich dann den Störenfried, der anscheinend einfach keine Ruhe geben wollte, aus der Hosentasche zog und ran ging.

»Ja was ist denn?«, knurrte ich,meine schlechte Laune war deutlich spürbar.

»Chris? Entschuldige, dass ich dich jetzt erst anrufe.« Zuerst erkannte ich die Stimme gar nicht, bis mir aufging dass es Sandy war.

Ich ging zurück ins Bett und ließ mich auf das weiche Kissen fallen, dann seufzte ich.

»Du bist bestimmt erst jetzt nach Hause gekommen und hast bemerkt, dass etwas nicht stimmt.«

»Genauso ist es. Unsere Eltern verhalten sich total komisch, so als würdest du nicht mehr existieren. Was hast du gemacht?«

»Ich war einfach ehrlich und habe ihnen mitgeteilt, dass ich mit einem Jungen zusammen bin. Wie du dir denken kannst, hat es unsere Mutter nicht so gut aufgenommen, du kannst dir denken wozu es geführt hat und was Dad dazu gesagt hat weiß ich nicht und ich hoffe ich werde es auch nie erfahren.«

»Du hast WAS? Bist du verrückt?«Ihre Stimme klang schockiert, als hätte ich etwas schlimmes getan.

»Ich bin nicht verrückt, ich wollte einfach nur zu dem stehen der ich bin. Nun ja, am Ende hat sie mich rausgeschmissen, aber dass war mir sowieso von Anfang an klar gewesen.«

»Wo bist du jetzt? Bei Dan?«

»Nein, bei Ash und bis ich eine andere Lösung gefunden habe, bleibe ich auch noch hier. Seine Familie ist sehr nett...«

»Das freut mich. Können wir uns treffen? Du willst doch sicher noch ein paar Sachen von zu Hause abholen und es wäre besser, wenn ich dir dabei helfe.«

»Das hört sich gut an. Wann?«

»Sobald du willst.« Ich warf einen Blick auf die Uhr. Es war gerade mal um neun und Ash würde erst Mittags aufstehen...

»Sagen wir um zwei? Vor dem Haus, wir sehen uns.« Ich legte auf und versuchte wieder einzuschlafen, was beinahe unmöglich war. Es war erst um neun was hieß, das Ash erst in frühstens drei Stunden aufstehen würde...

~

Ich musste irgendwann doch noch einmal eingeschlafen sein, denn ich wachte erneut auf, als Ash, der in einer Decke eingewickelt war, begann sich in meinen Armen zu bewegen.

»Morgen.« Er gähnte, dann setzte er sich auf und streckte sich.

»Es gibt sicher gleich Essen. Riecht zumindest im ganzen Haus danach.« Er nickte, dann stand er auf nahm ein paar Klamotten vom Stuhl und ich tat es ihm gleich.

»Wer war am Telefon? Schien ja echt wichtig gewesen zu sein.«

»Meine Schwester. Sie will mir dabei helfen noch ein paar meiner Sachen von zu Hause zu holen.«

»Wenn du willst kann ich mitkommen und helfen.« Ich dachte darüber nach, ob das eine gute Idee war, da meine Eltern alles andere als erfreut darüber sein würden, doch ich wurde sowieso schon rausgeworfen, was also sollte noch groß passieren? Also nickte ich und ging dann zusammen mit Ash hinunter, wo wir uns an den Tisch setzten.

Obwohl ich nun doch schon recht lange hier war, fühlte ich mich noch immer seltsam, als wäre ich ein Fremdkörper, der nicht hier her passte. Und genauso war es schließlich auch, selbst wenn seine Familie mich fast schon wie einen Teil von all dem behandelte, war es einfach nicht dasselbe.

»Wir gehen nachher noch ein paar Sachen von Chris holen. Wenn es möglich wäre, könntest du mit dem Auto dort warten Dad? Ich weiß nicht wie viel es ist, aber trotzdem würde ich ungern alles den ganzen Weg entlang tragen.« Ashs Vater nickte.

»Wenn ihr mir danach mit dem Garten helfen könnt, der Schuppen muss mal wieder aufgeräumt werden. Und ich schaffe das nicht allein.«

Wir nickten und dann sah seine Mutter mich an.

»Vielleicht kannst du ja bei der Gelegenheit noch einmal mit deinen Eltern reden?«

»Ich glaube nicht dass es sonderlich viel bringt, aber ich kann es ja trotzdem versuchen.« Damit war das Thema auch schon wieder beendet und wurde in andere Richtungen gelenkt, wobei ich mich raushielt.

Als wir fertig waren verschwanden wir in sein Zimmer, wo ich meine Tasche leer räumte und meine Klamotten in das Fach von Ashs Schrank räumte, welches er extra bei den Mengen an Klamotten die er hatte für mich frei gemacht hatte. Danach nahmen wir noch ein paar Taschen von ihm und räumten auch diese leer.

»Meinst du das reicht?«, fragte er und ich nickte.

»Ganz so viel wird es nicht sein.« Wir gingen die Treppe nach unten und verstauten alles schon im Kofferraum, dann fuhren wir los.

Ashs Vater hielt nicht direkt vorm Haus, sondern am Ende der Straße. Mit einem unwohlem Gefühl stieg ich aus und wir machten uns auf dem Weg zu meinem Haus, was nun nicht mehr mein zu Hause war.

Bei dem Anblick wurde mir schlecht und ich fragte mich ob es eine gute Idee war jetzt, zusammen mit Ash, dort hinauf zu gehen. Vielleicht war es auch besser einen Zeitpunkt abzuwarten wo meine Eltern nicht da waren...

Die Tür ging auf und meine Schwester stand in der Tür, winkte uns zu ihr hoch.

Innerlich bereitete ich mich auf das vor, was gleich kommen würde.

Broken Mirrors (BoyxBoy/Yaoi)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt