"Hey Lee."
Seine Stimme ist so sanft. Wie er meinen Namen sagt.
Und ich starre ihn einfach an. Oh Mann. Ich erwache aus meiner Schockstarre und blicke ihn so neutral an wie möglich. Allerdings glaube ich, meine Augen nicht so einfach neutralisieren zu können.
"Hey Cole, lange nicht gesehen."
Dabei ziehe ich die Augenbrauen erstaunt hoch und verziehe einen Mundwinkel zu einem Grinsen. Cole grinst mich ebenfalls leicht an.
Alte Verbündete.
Ein Klingeln unterbricht unser... was auch immer dieses gegenseitige Begrüßen auch war.
Noah und ich folgen Cole ins Klassenzimmer und wir beide lassen uns auf unsere gewöhnlichen Plätze in der letzten Reihe fallen.
Unauffällig beobachte ich Cole, der vorne stehen bleibt. Jeder andere würde unschlüssig wirken, dort neben der Tür, ganz allein. Aber nicht er.
"Ähm Lee?"
Noah sieht mich an, als würde er mich nur ungern beim Beobachten stören, wäre aber zu verwirrt, um mich weiterstalken zu lassen. Doch nicht so unauffällig wie gedacht.
"Mhh?" Ungeduldig und ein bisschen grummelig wende ich mich ihm zu. Zuerst der Kopf, dann reiße ich meine Augen von Cole los.
Noah zieht nur die Augenbrauen noch höher, falls das überhaupt möglich ist, und verlangt mit seinem Blick eine Erklärung.
Ich sehe ihn fragend zurück an.
Noah seufzt. "Erstens, deine Ungesprächigkeit nervt. Zweitens, wer ist dieser Typ?"
"Erstens, ich glaube, Ungesprächigkeit ist kein Wort. Zweitens, dieser Typ ist Nicolas Somerville."
Ich sehe Cole wieder aus dem Augenwinkel an. "Ein alter Freund von mir."
Damit wende ich mich endgültig Cole zu, natürlich unauffällig getarnt. Ich tue so, als würde ich auf meinem Block kritzeln, während Noah seufzt und ein Gespräch mit einer Mitschülerin in der Reihe vor uns beginnt.
Cole sieht aus wie früher, irgendwie. Und irgendwie auch ganz anders, viel größer und männlicher.
Ziemlich gutaussehend, mit seinen hellbraunen, zerzausten Haaren. Warme, braune Augen.
Als unsere Englisch-Professorin erscheint und ihn uns vorstellt, nutze ich die Gelegenheit, um ihn anzusehen. Er lässt seinen Blick kurz durch die Klasse schweifen bevor er mich direkt ansieht.
Und da ist wieder dieses Gefühl. So als würden seine Augen eine Verbindung zu meinen haben oder so.
Oh fuck, ich bin echt in einen Roman gefallen. Ich muss ernsthaft mit diesem Schmachten aufhören.
Ich wende meine Augen ab und kritzel weiter auf meinem Block herum. Als ich wieder aufblicke und sehe, dass Cole irgendwo zwei Reihen vor mir sitzt, atme ich erleichtert aus. Wäre er neben mir gesessen, hätte ich es vermutlich nicht geschafft, mich richtig zu konzentrieren.
Ich blicke aus dem Fenster und verliere mich in Erinnerungen.
DU LIEST GERADE
boy stories
Teen FictionEr war die Art von Freund, mit der man Astronaut spielt, mit der man zum Mond fliegt, in einem selbst gebastelten Raumschiff. Ein Freund, mit dem man nachts Glühwürmchen fängt und sie freilässt, damit sie zu Sternen werden können. Mondgesicht x Ste...
