Es klopft an die Tür meines Zimmers.
"Herein", rufe ich.
Felix und Ariélle kommen herein.
"Clara!" Felix eilt auf mich zu und nimmt mich in seine Arme. "Wie geht es dir?", fragt er besorgt.
"Den Umständen entsprechend", antworte ich lächelnd.
"Was heißt das?"
"Na ja, ich sitze hier herum, lese Bücher, probiere Frisuren aus und langweile mich. Zweimal am Tag kommt ein Arzt und fragt mich, wie es mir geht. Ansonsten habe ich herzlich wenig zu tun", erkläre ich.
"Armes Wölfchen", sagt Felix und drückt mir einen Kuss auf die Lippen.
"Setzt euch", sage ich und deute auf den Bettrand. Die beiden folgen meiner Aufforderung.
Ariélle scheint etwas auf dem Herzen zu haben.
"Was ist los, Ariélle?", frage ich sie.
"Es... ich... es tut mir leid, dass ich die letzten Jahre nicht nett zu dir war. Du hättest sterben können!", sprudelt es aus ihr heraus. Ich lege ihr beruhigend eine Hand auf den Arm.
"Schon vergessen. Außerdem bin ich ja nicht gestorben. Danke übrigens für das Buch", muntere ich sie auf. Felix nimmt meine Hand.
"Du siehst das alles so positiv, Wölfchen. Aber Ariélle hat recht, Greyback hätte dich auch einfach töten können. Aber da das ja nicht passiert ist, bin ich froh, dass es dir soweit gut geht, mein Herz."
Ich lächle glücklich und schmiege mich an ihn.
"Wenn es dir nichts ausmacht, Felix", sagt Ariélle vorsichtig, "dann würde ich jetzt gehen, ich muss noch einen Aufsatz fertig schreiben."
"Warte mal", sage ich schnell, "komm her."
Ich nehme sie in den Arm. "Danke, dass du hergekommen bist."
"Gern geschehen."
Als sie gegangen ist, umarmt Felix mich wieder.
"Merlin sei Dank, dass es dir so gut geht", murmelt er in meine Haare. (Die übrigens nicht wieder lockig geworden sind, was mich aber nicht stört.)
Ich nicke nur und lasse meinen Kopf auf seine Schulter sinken.
Felix dreht mein Gesicht zu sich und sieht mir in die Augen.
"Clara, ich weiß, dass du den Brief gelesen hast, aber ich sage es dir trotzdem noch einmal: du bist kein Monster. Dass du eine Werwölfin bist, ist mir egal. Das kann nichts an meiner Liebe ändern und das weißt du. Du und ich, wir beide, für immer. Ich verspreche dir, mein Herz, ich werde dich immer lieben, auch wenn deine Liebe zu mir irgendwann verschwinden sollte. Ich bin immer für dich da. Versprochen."
Ich umarme ihn dankbar.
"Immer", flüstere ich, "wir beide, für immer."
Er lächelt leicht und drückt seine Lippen auf meine.
Die Tür geht geräuschvoll auf und wir fahren auseinander. Ein Medimagier ist zur Tür hereingekommen und muss herzlich lachen, als er unsere verlegenen Gesichter sieht.
"Vertrauen Sie mir, ich bin schon bei viel unangenehmeren Situationen ins Zimmer geplatzt als bei Ihnen", sagt er lächelnd. Ich werde trotzdem rot. Felix setzt sich wieder auf den Bettrand und versucht, seine Haare zu richten, die ich ihm verwuschelt habe.
"Das wird so nichts", sage ich lachend und nehme seine Hände von seiner Frisur, um sie selbst (zumindest halbwegs) wieder in Ordnung zu bringen.
"Nun", macht der Medimagier sich bemerkbar, "wie geht es Ihnen, Miss Dumbledore?"
"Genauso wie gestern", sage ich etwas gelangweilt. Jeden Tag stellt der Typ zweimal die selbe Frage.
"In zwei Wochen ist erst wieder Vollmond. Sie sind befugt, im Gebäude herumzulaufen und auch nach draußen zu gehen, allerdings nur bis nachmittags um fünf, danach müssen Sie wieder in Ihrem Zimmer sein", sagt er und verschwindet wieder.
"Das war peinlich", sage ich.
"Was hat der gesagt, als er reingekommen ist? Mein englisch ist verdammt schlecht", sagt Felix etwas ratlos.
"Er meinte, er wäre schon in viel peinlichere Situationen geplatzt", erkläre ich. Felix lacht. Ich setze mich lächelnd wieder dicht neben ihn.
"Ich muss dir etwas sagen."
"Schieß los, Wölfchen."
"Grandpa will mich für fast ein Jahr zurück in Hogwarts haben", gestehe ich leise.
"Was?! Sag, dass das nicht wahr ist!"
"Ist es leider", seufze ich, "Er will mich in Sicherheit wissen und Hogwarts ist nun mal der sicherste Ort der Welt. Er hat leider recht. Und am Anfang wollte er mich schon für den Rest meiner Schulzeit dort haben. Dann war es bis Ende der sechsten Klasse, aber ich habe ihn noch bis Weihnachten in der sechsten gekriegt."
Felix schweigt. Ich sehe ihn bittend an.
"Felix, bitte mach es mir nicht so schwer", bitte ich traurig. Er legt einen Arm um meine Schultern.
"Ich kann ihn ja verstehen und ich will auch gleichzeitig nicht von Beauxbatons weg."
Er sagt weiterhin nichts. Eine Träne läuft mir die Wange hinunter.
"Felix, bitte. Du und ich, für immer. Ich vergesse dich nicht. Das würde ich nicht ansatzweise fertigbringen. Und ich verspreche dir, ich werde mich in keinen Weasley und auch in keinen Malfoy und in keinen sonstigen Typen verlieben. Du bist der einzige, der diesen Platz in meinem Herzen verdient hat, Felix, und das weißt du auch." Ich will eigentlich noch weiterreden, doch er verschließt mir den Mund mit seinen Lippen. Mir laufen immer noch die Tränen über die Wangen, als ich ihm die Hände in den Nacken lege und den Kuss erwidere. Er küsst mir die Tränen vom Gesicht.
"Nicht weinen, mein Herz. Ich liebe dich und du liebst mich und das reicht mir. Wir beide, für immer."
Ein Patronus erscheint neben uns. Ein großes, stolzes Pferd. Miss Marchands Stimme erklingt: "Felix, wo bleibst du? Hast du die Uhr vergessen? Komm sofort zurück, in zehn Minuten will ich dich in deinem Gemeinschaftsraum sehen!"
"Oh, ups. Uhr vergessen", sagt Felix unschuldig. Ich grinse.
"Bis bald, Wölfchen. Ich komme dich in zwei Wochen noch einmal besuchen", verabschiedet er sich und drückt kurz seine Lippen auf meine. Dann geht er zur Tür, um sich dort noch einmal umzudrehen und mir eine Kusshand zuzuwerfen. Lachend fange ich sie auf. Dann verlässt er das Zimmer.~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das vorerst letzte Kapitel, das ich mit Schnulzen vollgepackt habe. Fast ein Jahr wird Clara ohne ihren Felix auskommen müssen... =( Mal sehen, was ich mit ihrem Leben noch so anstelle. Vielleicht gibt es ja ein bisschen Stress mit Fred... erinnert euch, der ist in sie verknallt.
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Mein magisches Leben und ich (Harry Potter FF) ✔️
FanfictionDieses Buch erzählt die Geschichte von Clara Cecily Dumbledore, Albus Dumbledores Enkelin. Schon zu Anfang ihrer Schulzeit in Hogwarts ist sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liana Sphinx die Beste ihres Jahrgangs und wird deswegen in den Süden F...