56. Kapitel

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Ich unterhalte mich während der nächsten Tage viel mit Stefanie. Sie erzählt, dass ihre Mutter eine Veela war - was ihre Schönheit, aber auch die Blicke aller nicht liierten Männer erklärt, die ihr begegnen.
Steffi und ihr Mann trennten sich, als Felix und Arièlle sechs Jahre alt und Stella gerade auf dem Weg war. Oder vielmehr trennte sich ihr Mann von ihr und ließ sie allein mit zwei kleinen Kindern und einem Baby im Bauch in dem riesigen Haus zurück.
"Ich habe jede Nacht geweint", erinnert sich Steffi und starrt gedankenverloren in den wie immer tiefblauen Himmel. Wir liegen nebeneinander im Bikini auf der Terrasse in der Sonne und faulenzen.
"Aber nur nachts, in der Hoffnung, die Zwillinge würden nichts bemerken."
"Was nicht geklappt hat." Felix ist, von uns unbemerkt, zu uns herausgekommen und beugt sich nun über mich, um mir einen Kuss zu geben.
"Was nicht geklappt hat", wiederholt Steffi bestätigend. "Felix kam irgendwann zu mir ins Bett gekrabbelt und fragte mit riesigen Augen, wie es möglich sei, dass ich weine." Ein kleines Lächeln umspielt ihre Lippen, als sie zu ihrem Sohn hochblickt. Dieser lässt sich nun rückwärts in den Pool fallen. Steffi quietscht auf, als das kalte Wasser sie nass spritzt.
"Ist doch schön erfrischend", sagt Felix grinsend. Ich setze mich an den Rand des Beckens und lasse meine nackten Beine ins Wasser baumeln.
"Na, ich verschwinde mal", sagt Steffi und steht auf. "Ich gehe gleich einkaufen und nehme die Mädels mit, dann habt ihr eure Ruhe." Sie zwinkert uns zu und verschwindet wie ein geölter Blitz im Haus, als Felix sie mit einer weiteren Hand voll Wasser treffen will. Grinsend schüttelt er den Kopf. Dann kommt er zu mir und schiebt meine Beine auseinander, um sich dazwischen zu stellen. Ich lege meine Arme um seinen Hals und er seine Hände an meine Taille.
"Wir sind viel zu schnulzig", stelle ich fest.
"Meinst du?"
"Eigentlich nicht. Hannah sagt das immer, und irgendwann brennt sich einem sowas ins Gehirn ein."
Felix lacht leise.
"Ich will, dass wir immer zusammen bleiben", sagt er. Ich lehne meine Stirn an seine.
"Ich auch", erwidere ich kaum hörbar. Felix dreht eine meiner Locken um seinen Zeigefinger.
"Ich liebe dich, chérie." Ich blicke auf, direkt in seine unverschämt schönen, hellblauen Augen.
"Du hast mich noch nie 'chérie' genannt", stelle ich fest.
"Mein Opa hat früher immer gesagt, es gäbe nur eine im Leben, die man 'chérie' nennen kann, und man solle sorgsam mit diesem Namen umgehen", sagt Felix. Ich berühre mit meinen Lippen kurz seine.
"Ich liebe dich auch."
Sein Mund berührt meinen. Seine Hände liebkosen meine von der Sonne heiße Haut. Ich drücke mich an ihn heran, versinke in seinem Geruch nach neuem Pergament und Freiheit. Felix küsst mich zärtlicher, vorsichtiger, liebevoller als je zuvor.
Vielleicht sind es nur Minuten, Sekunden, die wir so verbringen, eng aneinandergeschmiegt, einander liebkosend. Vielleicht sind es auch Stunden, vielleicht Tage, vielleicht eine Ewigkeit. Unsere kleine Ewigkeit.
"Wie kann es sein", fragt Felix, nachdem er seine Lippen für einen Moment von meinen gelöst hat, "dass irgendein Mädchen, dass irgendwann in Arithmantik mit mir an einem Projekt gearbeitet hat, in mir so etwas auslöst?"
"Wie kann es sein", gebe ich zurück, "dass irgendein Junge, der bei irgendeinem Tanz mit mir unter einem Mistelzweig stecken geblieben ist, mich in so hemmungsloses Verliebtsein stürzt?" Ich lasse mich zu ihm ins Wasser gleiten, jedoch ohne meine Arme von seinem Nacken zu nehmen. Zärtlich umfangen mich seine Arme. Liebevoll drückt er mir einen Kuss auf die Stirn.
Und schubst mich plötzlich rückwärts ins kalte Wasser.
"Na herzlichen Dank auch", sage ich, nachdem ich wieder aufgetaucht bin, und blicke so böse, wie es nur geht, ohne in Gelächter auszubrechen.
"Immer gern doch", grinst Felix und bringt sich rasch aus meiner Reichweite, doch es ist schon zu spät: Der Krieg ist erklärt. Wie kleine Kinder spritzen wir uns gegenseitig lachend und kreischend nass, bis ich schließlich atemlos vor Lacheb aufgebe.
"Du gibst auf? Einfach so?", fragt Felix gespielt enttäuscht, aber das Funkeln in seinen Augen straft ihn Lügen.
"Dann bekomme ich als Sieger aber auch meinen Preis!"
"Und der wäre?", frage ich skeptisch.
"Ich darf dich durchkitzeln!"
"Oh nein!" Ich bin schneller aus dem Wasser wieder heraus als eine Maus auf der Flucht vor Mrs Norris in ihrem Loch verschwinden kann. Und glaubt mir, wenn Mrs Norris Mäuse jagt, werden die verdammt schnell. Allerdings ist Felix nicht weniger schnell. Bevor meine Füße auch nur die Terrasse verlassen können, hält er mich schon an den Hüften fest und kitzelt mich erbarmungslos durch.
"Hör auf", keuche ich lachend.
"Wie heißt das Zauberwort?", fragt Felix. Ich quieke wie ein Schweinchen, als seine Finger eine besonders kitzelige Stelle in meiner Seite treffen.
"Lass mich überlegen... nein, Schweinchenquieken ist es nicht", sagt Felix und kitzelt weiter.
"Bitte!", flehe ich und versuche, mich von seinen Händen zu befreien.
"Nein, auch nicht." Er grinst schelmisch.
"Ich weiß dein blödes Zauberwort nicht!", rufe ich. "Ich ergebe mich! Kitzelaktion beendet!"
"Nenene", meint Felix. "Das Zauberwort, bitte! Dann lass ich dich frei. Fürs erste."
"Keine Ahnung!", sage ich und wehre mich doch weiterhin kieksend.
"Nein, auch nicht."
"Herzallerliebster Schatz?"
"Schmeichelhaft, aber das waren zwei."
"Idiot."
"Noch schmeichelhafter, stimmt aber auch nicht."
"Krieg ich wenigstens einen Tipp?", frage ich schließlich. Ich habe aufgehört, mich zu wehren, liege mit Bauchschmerzen vom lachen auf dem Boden und lasse mich kitzeln.
"Nein", entgegnet Felix.
"Warum nicht?"
"Weil ich das so sage."
"Na dann."
"Ach, du bist ja langweilig." Endlich lässt er von mir ab, ohne weiter auf ein Zauberwort zu warten. Ich bleibe einfach auf den warmen Steinen liegen und lasse mich von der Sonne trockenscheinen. Felix holt sich ein Handtuch und legt sich dazu.
"Gab es überhaupt irgendein Zauberwort?", frage ich, den Himmel betrachtend. Irgendwo in der Ferne taucht eine winzige Schäfchenwolke auf.
"Ne", gibt Felix zu.
"Na toll", brumme ich sarkastisch.
"Ich wollte dich ein bisschen ärgern", sagt er fast kleinlaut und nimmt meine Hand in seine. Ich drehe den Kopf und lächle, als ich seine bekümmerten Augen sehe. Ich habe wohl etwas zu brummig geklungen.
"Schon gut", sage ich und gebe ihm einen Kuss auf die Nasenspitze.
"Muss ja auch mal sein."

Ha! Montagabend, vor 22 Uhr! Ich bin gut!

 Mein magisches Leben und ich (Harry Potter FF) ✔️Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt