Die Schule geht in drei Tagen wieder los und ich werde gleich von Miss Marchand durch den Kamin abgeholt. Also mit Flohpulver.
Die Ferien waren super. Grandpa, Liana und ich haben wunderbar viel Tolles unternommen. Wir waren in der Winkelgasse, bei Gringotts und im Ministerium, weil Grandpa dort einen Termin mit Fudge hatte. Wir mussten draußen bleiben, ich weiß nicht, warum.
Wir waren aber auch an der Westküste Irlands, einfach weil es dort schön ist. Und vor allem haben wir viel gelacht und viel gegessen. Viel zu viel.Ein Rauschen ertönt hinter mir aus dem Kamin und ich drehe mich um. Miss Marchand purzelt nicht gerade elegant heraus. Sie steht wieder auf, klopft sich den Schmutz aus dem Umhang und macht dann einen kleinen Knicks vor Grandpa. Mir gibt sie die Hand.
"Guten Abend allerseits", begrüßt sie uns fröhlich.
"Guten Abend, Miss", sage ich und Grandpa nickt ihr lächelnd zu.
"Nun, wollen wir?", fragt sie nach einigen Sekunden peinlicher Stille. Ich schlucke und umarme Grandpa.
"Auf ein baldiges Wiedersehen, Kleines", sagt er und eine kleine Träne glitzert in seinem linken Auge.
"Bis bald, Grandpa", sage ich leise, dann nehme ich meinen Koffer und steige ins Feuer.
"Beauxbatons, Miss Marchands Büro", sage ich laut und deutlich, dann verschwimmt Grandpas Büro.Einige Sekunden später falle ich ziemlich unsanft auf den Teppich in Miss Marchands Büro.
"Clara!", quietscht jemand, dann werde ich hochgezogen und fest umarmt.
"Hallo Hannah", sage ich lachend und löse mich von ihr. Hinter mir höre ich wieder ein Rauschen und Hannah zieht mich schnell zur Seite. Miss Marchand fällt ebenfalls, allerdings noch unsanfter als ich.
"Es ist doch immer wieder die entwürdigendste Art zu reisen", murmelt sie verärgert, als sie den blauen Fleck an ihrem Handgelenk bemerkt. Hannah schiebt mich aus dem Raum.
"Wenn sie ärgerlich ist, sollte man verschwinden", sagt sie erklärend.
Im Gemeinschaftsraum angekommen erzählen wir uns gegenseitig von unseren Sommerferien.
"Wir haben eine neue Lehrerin in Astronomie", sagt Hannah irgendwann beiläufig, "sie kommt mir irgendwie bekannt vor. Aber wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein."
"Was? Eine neue Lehrerin? Und das erzählst du erst jetzt?", rufe ich gespielt verärgert. Hannah grinst, sie weiß genau, wie sie mich ärgern kann."FLEUR!!", schreie ich durch die Menge und endlich dreht sich die Nummer Drei unseres Kleeblatts, Fleur Delacour, zu uns um. Sie rennt auf uns zu und es gibt erstmal eine Gruppenumarmung.
"Ich hab euch sooo vermisst!", sagt Fleur, als wir an unserem Tisch sitzen. Genau in dem Moment kommt Pierre durch die große Tür und mein Herz schlägt schneller. Wir haben in unseren Briefen ausgemacht, unsere Beziehung nicht mehr geheim zu halten. Er hält es nicht mehr aus und ich auch nicht. Ich stehe auf und gehe auf ihn zu. Als er mich bemerkt, stehe ich schon fast direkt vor ihm. Er überbrückt den letzten halben Meter zwischen uns, nimmt mein Gesicht in seine Hände und küsst mich. Ich schlinge meine Arme um seinen Hals und er seine um meine Taille. Um mich herum nehme ich nichts wahr, nur ihn. Als wir uns voneinander lösen, hält er mich noch fest.
"Hallo Engelchen", flüstert er in mein Ohr und ich lächle. Ich liebe es, wenn er mich so nennt.
"Hallo Pierre", flüstere ich zurück, dann mache ich mich los und nehme seine Hand. Als wir zu unserem Tisch kommen, starren uns einige an, andere verdrehen die Augen und wieder andere klopfen Piérre im Vorbeigehen auf die Schulter. Wir setzen uns nebeneinander und er legt einen Arm um meine Schulter.
Felicie starrt uns angeekelt an. Ich weiß, dass sie mal mit Piérre zusammen war, aber das ist lange her.
"Guten Tag, meine Lieben! Ich freue mich sehr, alte sowie neue Schüler in Beauxbatons begrüßen zu können, aber auch eine neue Lehrkraft für Astronomie, Madame Cecilia Amunet aus Ägypten", begrüßt uns Madame Maxime. Ich schaue neugierig zu der Lehrerin hinauf, die sich im Saal umschaut. Sie ist sehr hübsch. Ihre Haare sind lang und braun, ganz leicht gewellt. Ihre Finger sind lang und elegant, sie scheint groß und schlank zu sein. Ihre Augen kann ich nicht erkennen, die Haare werfen einen Schatten darüber. Aber Hannah hatte Recht, irgendwie kommt sie mir bekannt vor. Ach Quatsch, das ist nur Einbildung.
Ich sehe zu Piérre hinauf, der mir einen Kuss auf die Stirn drückt und dann seinen Arm von meiner Schulter nimmt, weil das Essen erscheint. Ich mampfe, lasse mich von meinen Freundinnen vollquatschen und gebe zwischendurch meinen Senf dazu, das muss sein. Manchmal sehe ich zu der neuen Lehrerin hinauf. Mittlerweile hat sie ihr Haar zur Seite gestrichen, doch sie unterhält sich die ganze Zeit mit Professor Melt, sodass ich ihre Augen wieder nicht sehen kann. Ich wüsste irgendwie gern, welche Farbe sie haben. Hm. Keine Ahnung, warum.
"Hey!", stößt Piérre mich sanft an und deutet auf die Zettel neben meinem Teller, "Warum hast du denn drei Zettel?", fragt er. Ich zucke die Schultern und schaue mir den dritten Zettel an.
"Ich bin Vertrauensschülerin!", rufe ich und hebe das Abzeichen hoch.
"Ich auch!", sagt Piérre, dem plötzlich auffällt, dass er den Zettel auch hat. Fleur klopft mir auf die Schulter.
"Wir haben eine Wohnung zusammen", raunt Piérre mir ins Ohr und wackelt mit den Augenbrauen. Ich muss lachen. Ich stecke ihm das Zeichen an und er mir. Dann küsst er mich sanft.
"Gut gemacht, Engelchen", murmelt er in den Kuss hinein. Ich muss lächeln und streichle seine Wange.
"Du auch", sage ich leise, dann sehe ich unwillkürlich zum Lehrertisch hoch. Die neue Lehrerin schaut zu uns Schülern herunter. Ihr Blick bleibt an mir hängen und ihre Augen werden groß. Ich erstarre. Ihre Augen sind hellblau und ihr Blick scheint mich zu röntgen. Diesen Blick habe ich erst bei einer anderen Person auf der Welt gesehen.
Ich weiß, wer sie ist.
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Mein magisches Leben und ich (Harry Potter FF) ✔️
FanficDieses Buch erzählt die Geschichte von Clara Cecily Dumbledore, Albus Dumbledores Enkelin. Schon zu Anfang ihrer Schulzeit in Hogwarts ist sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liana Sphinx die Beste ihres Jahrgangs und wird deswegen in den Süden F...