31. Kapitel

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Hannah und Fleur waren überhaupt nicht begeistert, als sie erfuhren, dass ich für acht Monate zurück nach Hogwarts gehe. Kann ich verstehen.
In zwei Tagen ist wieder Vollmond und ich fühle mich furchtbar. Also körperlich. Ich habe seit gestern Fieber und schwitze und friere abwechselnd. Aber ich schaffe es, die meiste Zeit zu schlafen.

Am Tag des Vollmondes geht es mir besonders schlecht. Zum Fieber sind noch starke Kopfschmerzen gekommen, die der Medimagier aber heute morgen fast erfolgreich beseitigt hat. Ein gewisser Druck herrscht immer noch in meinem Kopf, sodass ich nicht vernünftig denken kann. Die Muggel nennen es glaube ich manchmal Watte im Kopf. Komische Bezeichnung, aber es passt. Die Watte stopft einem so den Kopf zu, dass die Gedanken keinen Platz mehr haben.
Den ganzen Tag über kommen Medimagier in mein Zimmer und gehen wieder raus, einmal tragen sie einen großen Spiegel herein und stellen ihn an die Wand. Wahrscheinlich, damit ich feststellen kann, ob ich wirklich ein Werwolf bin oder nicht. Grandpa ist den ganzen Tag bei mir und erzählt von Hogwarts, von den Abenteuern, die Harry Potter und seine Freunde letztes Jahr erlebt haben und von Freds und Georges Streichen. Ich höre nur halb zu.
Ich habe Angst.
Davor, dass ich mich tatsächlich in ein Viech verwandeln könnte, das sich selbst nicht kontrollieren kann.
Ich habe Remus Lupins Narben gesehen.
Ich würde mich selbst zerkratzen.

Der Abend ist gekommen. Ich stehe am Fenster und warte darauf, dass der Mond hinter seiner Wolke hervorkommt. Ich denke daran, dass ich bald ein letztes Mal nach Beauxbatons kommen werde, um meine Sachen zu packen. Und dann heißt es Abschied nehmen. Ich freu mich schon.
Mit einem Mal schießt ein scharfer Schmerz durch meinen Körper, von der Kopfhaut bis zu den Fußsohlen. Der Mond steht klar und voll am Himmel. Ein Blick auf meine Hände verrät mir, dass ich schon Krallen habe. Fell überzieht schmerzhaft langsam meine Haut. Unter Schmerzen schreie ich auf, der Schrei verwandelt sich in ein Heulen und schon ist es vorbei. Ich werfe einen Blick auf meine Hände - nein, Pfoten. Mein Fell ist schneeweiß. Etwas tapsig gehe ich zum Spiegel.
Ich bin eine Wölfin.
Eine wunderschöne, schneeweiße, ziemlich große Wölfin. Meine Augen sind immer noch blau. Ich tapse zur Tür und kratze daran. Sofort geht sie auf und ein paar Medimagier und Grandpa kommen herein. Die Magier bleiben wie angewurzelt stehen, als sie mich erblicken. Grandpa kniet sich neben mich und krault mir den Nacken. Ich knurre leise.
"Eine harmlose Wölfin", sagt er lächelnd. Ich gebe ein glückliches fiepen von mir und streiche um die Beine der Medimagier. Der eine lacht und streichelt meinen Rücken. Ich knurre wieder leise, als Zeichen, dass es mir gefällt.
"Das hatten wir noch nie", flüstert der zweite Medimagier. Ich pflanze mich vor ihn auf den Boden und sehe ihn fragend an.
"Du fragst dich wohl, warum? Wir waren noch nie schnell genug mit dem Gift. Bei dir schon."
Mit einem Satz springe ich auf mein Bett und rolle mich zusammen.
"Willst du schlafen, Kleines?", fragt Grandpa.
Ich fiepe zur Antwort und schlafe im nächsten Moment ein.

Am nächsten Morgen wache ich in meiner menschlichen Gestalt wieder auf. Ich liege einige Minuten ruhig da und stelle fest, dass mir meine Wolfsgestalt ziemlich gut gefällt. Und dass ich furchtbar erleichtert bin, keine vollständige Werwölfin zu sein.

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Sooo, das hätten wir. Clara ist eine harmlose Wölfin. Ich hab's nicht übers Herz gebracht, sie zum wütenden, unkontrollierten Viech zu machen. Und außerdem habe ich mit ihrer Wolfsgestalt noch etwas vor...

 Mein magisches Leben und ich (Harry Potter FF) ✔️Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt