Nein. Das kann nicht sein.
Doch. Sie muss es sein.
Nein. Sie ist in Ägypten.
Doch. Die dort kommt von da.
Nein. Sie hat ihren Mann dort.
Doch. Sie ist Grandpa total ähnlich.
Nein.
Doch. Sie hat den gleichen Blick wie er.
Hast recht.
Ich bin erstarrt. Ich starre Cecilia Amunet an. Sie starrt mich an. Sie ist meine Mutter, keine Frage. Langsam fasse ich mich wieder. Ich kann meine Gedanken wieder steuern.
"Clara, alles gut bei dir?", höre ich Pierres Stimme. Ich nicke langsam und mein Kopf wird wieder klarer.
"Jetzt weiß ich, warum die mir bekannt vorkommt", sagt Hannah, "Die ist irgendwie mit dir verwandt."
"Die ist nicht nur irgendwie mit mir verwandt, die ist meine Mutter", flüstere ich und erst jetzt realisiere ich diese Tatsache. Meine Mutter ist hier.
Ich schaue zum Lehrertisch hoch. Sie steht langsam auf, wird dann schneller und rennt schließlich aus dem Saal.
"Ich komm gleich wieder", sage ich zu meinen Freunden und laufe ihr hinterher.
Sie läuft den Gang zu den Klassenzimmern, gut. Da kann ich sie einholen.
"Professor Amunet?", rufe ich zögernd. Keine Antwort.
"Professor!", rufe ich lauter. Die Schritte werden langsamer und stoppen schließlich. Ich hole sie ein. Sie sieht mich an.
"Du bist so schön", flüstert sie mit Tränen in den Augen.
"Ich wusste nicht, dass du kommst", sage ich, ohne das Kompliment zu beachten.
"Die Schulleiterin hat mir diese Stelle angeboten. Ich dachte nicht daran, dass du hier sein könntest, ich dachte, du wärst in Hogwarts", antwortet sie leise.
"Meine Mutter hat mich damals wortlos in Grandpas Büro ausgesetzt und ist dann spurlos mit meinem Vater nach Ägypten verschwunden. Warum bist du hier? Willst du mich mitnehmen? Sag es mir", fauche ich. Aus irgendeinem Grund bin ich sauer auf sie.
"Nein! Clara, ich wusste wirklich nicht, dass du hier bist!", beteuert sie. Ich kann sehen, dass sie ehrlich ist. Tränen stehen in ihren Augen, sie versucht verzweifelt, sie zurückzuhalten. Aber nach einigen Sekunden laufen sie trotzdem. Ich werde weich. Ich gehe auf sie zu und umarme sie zögerlich. Sie weint in meine Uniform und ich weiß, dass ich sie nur lieb haben kann. Sie löst sich von mir und mustert mich.
"Du siehst deinem Vater unglaublich ähnlich", sagt sie, "Aber die Augen hast du von mir und Dad."
"Ich weiß", antworte ich, "das hat Grandpa oft genug erzählt."
"Woher wusstest du, dass ich deine Mutter bin?", fragt sie.
"Dein Blick. Dein Aussehen. Du siehst Grandpa sehr ähnlich", antworte ich. "Hast du meinen Vater mitgebracht oder ihn in Ägypten allein gelassen?", frage ich sie. Sofort kullern die Tränen wieder.
"Er....er.... ist..t..tot", schluchzt sie. Erschrocken sehe ich sie an.
"Wie das?", frage ich geschockt.
"G...Greyback", antwortet sie.
"Aber der beißt einen doch nur, oder?", frage ich unsicher.
"Ja, aber in Ägypten gibt es die Tradition, dass alle Werwölfe bei ihrer ersten Verwandlung getötet werden müssen", flüstert sie und fängt jetzt richtig an zu heulen. "Oh", mache ich betroffen. Mein Vater ist tot und ich habe ihn nie kennengelernt. Ich weiß nicht mal, wie er aussieht.Der Nachmittag zieht an mir vorüber und ich merke es kaum. Ich bin meistens abwesend und höre im Unterricht ziemlich wenig zu. Zum Glück habe ich aber eines mitbekommen: Die Vertrauensschüler planen zusammen mit den Schulsprechern mindestens den Helloweenball. Trotz der Aufregung des ersten Schultages kriege ich kaum mit, dass ich von vielen angestarrt werde.
Ich sitze wie so oft im Gemeinschatsraum und schreibe Briefe. Für Grandpa, Liana, die Zwillinge, Lina, Jana und Lucy.
Lieber Grandpa,
Ich weiß, dass wir uns erst vorgestern das letzte Mal gesehen haben, aber der Brief hier wird auch nicht sonderlich lang. Nur etwas für mich ganz wichtiges: Meine Mutter, deine Tochter, ist hier. Als Lehrerin für Astronomie. Sie beteuert, dass sie dachte, ich sei in Hogwarts. Ich weiß nicht so ganz, ob ich ihr glauben kann. Wir haben bis jetzt noch nicht so viel miteinander gesprochen, nur nach dem Festessen vor dem Unterricht heute Mittag einmal. Sie hat ziemlich viel geheult, weil mein Vater getötet wurde. Er ist zum Werwolf geworden und in Ägypten gibt es eine Tradition, dass alle Werwölfe bei ihrer ersten Verwandlung getötet werden müssen. Cecilia hat gesagt, dass sie nicht mehr nach Ägypten zurück will, weil sie sich dort nicht mehr fühlt wie Zuhause. Kann ich irgendwie verstehen. So, das war's auch schon, ich wollte nur, dass du es weißt.
Liebe Grüße,
Deine ClaraZufrieden falte ich den Brief zusammen und binde ihn Sarah, einer hübschen Schleiereule, ans Bein. Sie schuhut leise, dann fliegt sie durch das offene Fenster davon. Der Brief wird in etwa einer Woche bei Grandpa ankommen. Das reicht. Und wie ich Grandpa kenne, nimmt er das entweder total gelassen oder er wird sauer. Aber eigentlich kann da nichts großartig schiefgehen. Eine Weile sitze ich nur am Fenster und schaue dem Sonnenuntergang zu. Der Himmel leuchtet in dem verschiedensten Farben: Gelb, orange, rot, blau, türkis und sehr dunkles violett. Es ist wunderschön. Ich laufe in den Schlafsaal und hole meine magische Kamera. Auf dem Bild sieht man die Eichhörnchen, die an den Buchen im nahen Wald hochklettern, einen Hasen, der über die Wiese hoppelt, den Wald und natürlich den Sonnenuntergang. Lächelnd setze ich mich wieder auf das Fensterbrett uns genieße weiter die Aussicht.
"Hallo Engelchen", ertönt neben mir leise eine vertraute Stimme. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und Piérre küsst mich lange.
"Kommst du mit in 'unsere' Wohnung? Ich muss dir was erzählen", sagt er und nimmt meine Hand.
In unserem Gemeinschaftsraum angekommen setzen wir uns auf das Sofa und ich schaue ihn erwartungsvoll an.
"Was wolltest du mir erzählen?", frage ich.
"Du musst mir versprechen, dass du es nicht weitersagst, ja? Das ist echt wichtig", sagt er ernst. Ich nicke.
"Also. Ich weiß, es ist ein bisschen spät, dass ich es dir erst jetzt sage, aber ich kann es nunmal nicht rückgängig machen. Clara.....ich bin ein Werwolf", bringt er schließlich heraus.
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Mein magisches Leben und ich (Harry Potter FF) ✔️
FanfictionDieses Buch erzählt die Geschichte von Clara Cecily Dumbledore, Albus Dumbledores Enkelin. Schon zu Anfang ihrer Schulzeit in Hogwarts ist sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liana Sphinx die Beste ihres Jahrgangs und wird deswegen in den Süden F...