Dieses Buch erzählt die Geschichte von Clara Cecily Dumbledore, Albus Dumbledores Enkelin. Schon zu Anfang ihrer Schulzeit in Hogwarts ist sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liana Sphinx die Beste ihres Jahrgangs und wird deswegen in den Süden F...
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Am Tag des Balles stehe ich im Badezimmer vor dem Spiegel und versuche vergeblich, meine Haare zu entknoten. Sowohl mit Zaubern als auch mit Bürste. "Fleur, hilf mir mal!", jammere ich, aus dem Bad tretend. Sie grinst und macht mit ihrem Zauberstab eine komplizierte Bewegung, und die Knoten sind bis auf drei besonders hartnäckige draußen. "Das einzige, was ich jetzt noch machen kann, ist, die Haare zu glätten, dann sind die restlichen Knoten auch weg. Aber in den meisten Fällen bleiben die Haare glatt. Soll ich trotzdem?" Ich nicke. "Mach, was du willst, Hauptsache, die Knoten sind weg", brumme ich. Fleur zuckt die Schultern und macht eine noch kompliziertere Bewegung. Sofort spüre ich, wie meine Haare sich entlocken und mir lang und glatt, aber noch immer mit dem selben Volumen, über den Rücken fallen. Ich betrachte das ganze im Spiegel. Meine Haare fallen mir jetzt bis zur Hüfte, obwohl sie vorher nur bis zur Brust gingen, so sehr gelockt waren sie. "Danke", sage ich zu Fleur, jetzt mit sehr viel besserer Laune, und ziehe mein Kleid an. Fleur und Hannah haben viel schlichtere Kleider als ich, nur mich haben sie überredet, das Cinderella-Kleid, wie ich es insgeheim getauft habe, wenigstens zu leihen. Das Ding zu kaufen wäre viel zu teuer gewesen. Fleur reicht mir einen Bolero in der Farbe meines Kleides, den sie vom letzten Jahr noch im Schrank hat. Dann gehen wir zusammen - Hannah und Théo sind schon abgezogen - in Richtung Speisesaal. "Geh schon mal vor", sage ich zu ihr, als wir angekommen sind, "ich will erst schauen, ob Felix schon da ist." Fleur grinst und zieht vielsagend die Augenbrauen hoch, schreitet dann aber, elegant wie immer, die breite Treppe hinunter in den Saal hinein. Vorsichtig schaue ich hinter einer Säule hervor und lasse meinen Blick über die vielen Schüler gleiten. Ja, Felix ist schon da. Also ziehe ich mein Kleid zurecht, nehme die Schultern zurück und gehe langsam die Treppe hinunter. Einige Erst- und Zweitklässlerinnen glubschen mein Kleid an, als wäre es das neunte Weltwunder. Ein paar Jungs in meinem Alter pfeifen leise, Felix strahlt mich an. Unten angekommen, mustere ich ihn kurz von oben bis unten und muss zugeben: er sieht verdammt gut aus. Er hat einen cremeweißen Smoking an, ein ebenso weißes Hemd und eine rote Fliege. "Wunderschön", murmelt er, mehr zu sich selbst als zu mir. Dann merkt er, dass ich das gehört habe und wird rot. "Danke. Siehst auch echt gut aus", erwidere ich lächelnd, ohne die kleinen Schmetterlinge zu beachten, die plötzlich durch meinen Bauch schwirren. Felix bietet mir seinen Arm an und ich hake mich bei ihm ein. Gemeinsam gehen wir zu einem der Tische und setzen uns. "Kannst du tanzen?", fragt er. "Ein wenig. Walzer, Cha Cha Cha und Tango und ein paar Schritte Disco Fox", erwidere ich. "Ich kann Walzer und Tango", sagt er. Plötzlich springt er auf, zieht sein Jackett zurecht und verbeugt sich elegant vor mir. "Darf ich die Dame um diesen Tanz bitten?", fragt er und hält mir eine Hand hin. Ich lache und lege meine Hand in seine, um mich zur Tanzfläche führen zu lassen. "Der Herr hat gute Manieren", sage ich lächelnd. "Meine Mutter hat mich in den letzten Sommerferien gezwungen, an einem Kurs für sowas teilzunehmen", erzählt Felix und schneidet eine Grimasse. "Ich würd's lieben", sage ich und muss lachen, als er wieder das Gesicht verzieht. Inzwischen sind wir bei der Tanzfläche angelangt und nehmen Tanzhaltung ein. Ein langsamer Walzer. Schnulzig. Und da Felix führt, muss ich mich nicht sonderlich anstrengen, sondern nur die richtigen Schritte machen. Wir tanzen einen Tanz nach dem anderen, so lange, bis der Teil kommt, bei dem nur noch die Pärchen auf der Tanzfläche sind. Aus dem Augenwinkel kann ich Hannah und Théo erkennen und muss schmunzeln. Die beiden scheinen echt glücklich zu sein. Felix hat seine Hände auf meine Hüfte gelegt und mich näher zu sich gezogen. Ich lege meine Hände in seinen Nacken und meinen Kopf auf seine Schulter. Wir wiegen uns im Takt der Musik hin und her, man kann es eigentlich nicht mehr Tanzen nennen, aber mittlerweile sind hier sowieso nur noch schnulzende Pärchen. Mit einem Mal bleiben wir wie angewurzelt stehen. Ich blicke nach oben und stöhne auf. Irgendein Idiot hat einen Mistelzweig über der Tanzfläche aufgehängt... wahrscheinlich Pierre höchstpersönlich. "Ähm.. was passiert hier?", fragt Felix irritiert. "Ein Mistelzweig. Ein verzauberter. Wir kommen nur los, wenn wir uns küssen", erkläre ich und nehme mal wieder die Farbe eines Radiesschens an. "Na dann", meint Felix und will sich schon zu mir herunterbeugen, als ich ihm einen Finger auf die Lippen lege. "Aber nur, wenn du versprichst, mir nicht die Zunge in den Hals zu stecken", erkläre ich streng. Er lächelt. "Ich verspreche es", sagt er leise. Dann treffen seine weichen Lippen auf meine. Ich schließe die Augen und spüre, wie die Schmetterlinge in meinem Bauch Samba tanzen. Uuund verknallt. Felix legt einen Arm um meine Schultern und zieht mich dichter zu sich heran. Eigentlich hätten wir uns sofort wieder lösen können, doch keiner von uns unterbricht den Kuss. Meine Hände liegen noch in seinem Nacken und ich drücke mich dicht an ihn heran. Es ist ein schöner Kuss. Nicht so leidenschaftlich, wie Pierre immer war, sondern sanft, zärtlich, vorsichtig. Als wir uns schließlich doch voneinander lösen, spüre ich die Röte in meinen Wangen. Felix nimmt meine Hand. "Wollen wir nach draußen gehen?", fragt er. Ich muss an meinen Traum denken und will erst ablehnen, doch dann fällt mir ein, dass erst in drei Wochen wieder Vollmond ist. Also nicke ich. Hand in Hand gehen wir nach draußen. Es ist nicht allzu kalt für Winter, aber ich beginne in dem dünnen Bolero trotzdem zu zittern. Ohne ein Wort zieht Felix sein Jackett aus und legt es um meine Schultern. "Aber dann frierst du doch", protestiere ich, lasse das Jackett aber auf meinen Schultern liegen. Es riecht gut. Nach Freiheit, frisch gemähtem Gras und neuem Pergament. Nach ihm. Felix lacht als Antwort auf meinen Protest nur. "Ich friere nicht", erklärt er und nimmt wieder meine Hand. Ich lasse es geschehen. Schweigend gehen wir zum Wald. "Clara... das klingt jetzt peinlich... aber wo hast du so gut küssen gelernt?", fragt Felix. Ich werde knallrot. Gut, dass es dunkel ist. "Ich war ein Jahr lang mit Pierre zusammen", erkläre ich leise. "Oh. Was hat es zum Ende gebracht?" Ich schlucke. "Darüber möchte ich nicht reden. Nicht jetzt", flüstere ich. Eine einsame Träne rollt mir die Wange herunter bei dem Gedanken an die Trennung. Ärgerlich wische ich sie fort, aber Felix bemerkt sie trotzdem und nimmt mich in den Arm. "Tut mir leid", murmelt er in meine Haare. Ich lasse meinen Kopf auf seine Schulter sinken und genieße die angenehme Wärme, die von ihm ausgeht. Er drückt mir einen Kuss auf die Stirn. "Können wir reingehen? Mir ist kalt", sage ich irgendwann und ziehe sein Jackett enger um mich. "Ich kann dir Wärme verschaffen", raunt er mir ins Ohr, kann sich aber ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Da begreife ich (die typische langsame Leitung bei Verliebten, würde Grandpa sagen), dass er mich nur veräppelt. Ich boxe ihn gegen die harten Bauchmuskeln. Er sieht verwundert zu mir herunter: "Hast du was gemacht?" "Blödmann", sage ich lachend. Felix umarmt mich wieder. "Schön, dass du wieder lachst." "Ernsthaft, mir ist kalt. Können wir reingehen?" "Na gut." Doch auf dem Weg bleibt er plötzlich wie festgewachsen stehen und hält mich fest. "Was ist?", frage ich. "Da ist ein Mistelzweig", sagt er in drolligem Ernst. "Mhm, genau." "Bei mir ist da einer." "Ich weiß doch, was du willst", sage ich und will mich schon auf die Zehenspitzen stellen, um ihn noch einmal zu küssen. Aber er legt mir einen Finger auf die Lippen. "Aber nur, wenn du versprichst, mir nicht die Zunge in den Hals zu stecken", zitiert er mich. "Nicht witzig", sage ich und lege ihm meine Hände in den Nacken, "absolut nicht witzig." Dann schließe ich die Augen und warte auf seinen Kuss.
Felix' P.o.V. Clara schließt die Augen und wartet. Sanft streiche ich ihr die Haare aus dem Gesicht. So viel Schönheit. Nicht nur äußerlich, auch ihr Charakter ist schön. Ich küsse sie nicht sofort, sondern betrachte ihr Gesicht noch eine kleine Weile. "Worauf wartest du?", fragt sie schließlich, ohne die Augen zu öffnen. Ich drücke sanft meine Lippen auf ihre. Sie schlingt ihre Arme um meinen Hals; ich lege meine um ihren Oberkörper, um sie zu wärmen. "Können wir jetzt weiter?", fragt sie, als wir uns wieder gelöst haben. "Nein", flüstere ich, "dieser Zweig hier ist hartnäckig. Er will hören." "Hä?" "Ich liebe dich", sage ich leise, nachdem ich meinen ganzen Mut zusammengenommen habe. "Oh", macht sie leise, als hätte sie verstanden. Als sie mich küsst, ist mir das Antwort genug.
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Ich weiß, ich weiß, schnulziger geht es wirklich nicht. Ich kenne jemanden, der, oder wohl eher die, wird jetzt eine Beule am Kopf haben...