24. Kapitel
Immer noch die Schlüssel in der Hand ging ich ans Ende des Autos. Ich drückte auf den Knopf und der Kofferraum öffnete sich. Erschrocken blickte ich auf Jeremy, der geknebelt und mit Seilen verbunden darin lag. Sofort holte ich... mein Taschenmesser aus der Hosentasche und schnitt die Seile durch. Dann entfernte ich das Pflaster vor seinem Mund und er schnappte nach Luft. Er sah mich peinlich berührt und dankend an.
„Du musst hier verschwinden Eden!“, keuchte er hervor und ich starrte ihn immer noch fassungslos an.
„Was ist passiert?“, ich ignorierte seinen Einwand und half ihm aus dem Auto. Anfangs wacklig stand er vor mir. Dann fing er sich wieder.
„Vier Männer hielten mein Auto an und zogen mich aus dem Wagen. Ich habe zwei von ihnen ohne weiteres außer Gefecht gesetzt, aber vier waren einfach zu viele. Sie griffen mich von hintern an. Ich wollte mich wehren doch sie waren zu stark. Danke…“, ich sah ihn entsetzt an. Das war alles nur meine Schuld. Das Gefühl das durch meinen Körper sauste mochte ich gar nicht. Es tat mir so leid, dass Jeremy das ertragen musste wegen mir. Ich sollte wirklich gehen.
„Du hast Recht.“, er zog eine Augenbraue hoch.
„Mit…?“, ich war mal wieder in Gedanken gewesen.
„Ich muss hier weg.“, traurig sah ich auf den Boden. Was sollte ich nur meinen Freunden… oder Derek sagen? Ich würde ihn so vermissen… Ich mochte ihn schon ziemlich gern.
„Mein Dad und ich… wir werden mit dir kommen.“, ich schüttelte meinen Kopf.
„Nein. Ich darf euch nicht auch noch in Gefahr bringen.“, Jeremy sah mich enttäuscht und ich konnte ihm nicht in Augen schauen.
„Glaub mir, mein Vater wird dich nicht alleine gehen lassen.“, ich sah zu Boden und überreichte Jeremy seine Schlüssel.
„Wir werden sehen…“, flüsterte ich und ging zu meinem Auto. Jeremy schloss den Kofferraum und ging zu seinem Fahrerhaus. Ich stieg ein und sah auf die Rückbank. April schlief immer noch friedlich. Da nicht viele Autos auf den Straßen waren um diese Uhrzeit raste ich in meinem üblichen Tempo nach Hause. April würde diesen Abend bei mir bleiben, ich müsste sie morgen nach dem Typen fragen.
Als wir zu Hause ankamen schliefen Maggy und Jim bereits. Ich brachte April in mein Bett und ich selbst schlief auf der Matratze am Boden. In der Nacht hörte ich sie mehrmals aufs Klo rennen und sich übergeben. Wieso hatte sie auch so viel getrunken?
Als ich am Morgen aufwachte war es noch dunkel. Mir ging so viel durch den Kopf. Ich hatte die ganze Nacht nicht wirklich schlafen können. Was hatte das Ganze mit Jeremy und seine Vater auf sich? Würde ich einfach so gehen können? Mir sind die Menschen hier schon wichtig geworden. Ich musste an Derek und sein Lächeln denken oder an Jeremy, der sich so sehr um mich sorgte und kümmerte. Ich seufzte und April drehte sich im Bett um. Ich sah zu ihr und kam in die Wirklichkeit zurück. Ich hörte Geräusche aus der Küche und ging nach unten wo ich auf Maggy traf.
„Na du Frühaufsteher, wie lang war’s gestern?“, sie grinste, doch mir war nicht zum Lachen zu Mute. Ich zuckte lediglich mit dem Mundwinkel und sah aus dem Fenster.
„Nicht so spät. Aber es ist etwas vorgefallen. Maggy ich muss mit dir Reden.“, jetzt sah ich ihr in die Augen und ich fing an die ganze Geschichte von gestern Abend zu erzählen. Als ich endete sah sie mich erstmal wortlos an.
„Und du glaubst diesem Jeremy einfach so?“, darüber hatte ich noch nie nachgedacht, aber ja, ich vertraute ihm. Warum? Er kannte die Story mit meinem Dad, meinen Namen und ich kannte seinen Dad.
„Ja.“, war das Einzigste was ich antwortete.
„Ich muss hier weg. Maggy ich liebe dich und Jim, aber ich kann nicht bleiben. Mach dir keine Sorgen, ich weiß gut wie ich alleine zurechtkomme. Darauf wurde ich mein ganzes Leben lang trainiert.“, Ich sah wie Maggy der Atem stockte. Ich wusste wie hart es werden würde…
„N…Nein… Das kommt nicht in Frage! Dein Vater hat mir die Verantwortung gegeben!“, sie schrie fast hysterisch. Okay es war ja auch ein bisschen komisch einen Teenager alleine leben zu lassen, aber ich war ja kein gewöhnlicher Teenager.
„Maggy…“, versuchte ich sie um zu stimmen, doch sie schnitt mir das Wort ab.
„Du bleibst! Wir werden eine Lösung finden um dich zu beschützen, wenn es sein muss auch mit dieser Jeremy Familie, aber ich lass dich nicht gehen.“, Okay, mir war klar gewesen, dass es nicht einfach werden würde, aber Maggy war sturer als ich gedacht hatte.
„Ich muss nicht beschützt werden! Sondern ihr! Meine ganzen Freunde, du und Jim… Ich bin okay, aber sie werden euch etwas antun und das kann ich nicht mit ansehen.“, und genau das war mein Problem.
„Dann finden wir einen Weg wie wir deine Freunde beschützen. Geh einfach auf Abstand und ich kann gut auf mich und Jim aufpassen.“, meinte sie und ich wusste, dass es keinen Zweck hatte weiterhin mit ihr zu diskutieren. Vorerst würde ich wohl bleiben, doch nicht für Lange. Ich musste einen Plan schmieden und Jeremy musste mir dabei helfen. Das mit dem auf Abstand gehen war leider wahr und als erstes musste ich mal wieder an Derek denken. Ich musste ihm für nächsten Samstag absagen, so schwer es mir auch fiel. Ich wollte gerade noch etwas einwenden um Maggy vielleicht doch noch um zu stimmen, als ich die Treppen knarzen hörte.
„Lou?“, hörte ich eine verschlafene Stimme und ich drehte mich um. April war wach.
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Eden Brace
ActionEdens Vater ist Tot und sie muss zu ihrer Tante ziehen, eine neue Identität annehmen und als normaler Teenager leben. Eden ist es nämlich nicht gewohnt normal zu leben. Ihr Vater war Agent einer Spezialeinheit des Präsidenten und sie wurde deshalb i...
