15. Kapitel

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15. Kapitel

Schien so. Eigentlich hatte ich das doch gar nicht geplant. Sie sollte mir nur mit meinem Kleiderschrank helfen. Nun gut, ich hatte nicht wirklich schöne Mädchensachen… Nicht mal Kleider, nur Hosen und Oberteile. Vielleicht war das nicht das, was man für ein Date anziehen sollte? War das überhaupt ein Date? Ich wusste es nicht. Wollte ich, dass es ein Date ist? War ich aufgeregt? Mome...ntan noch nicht… Das würde aber sehr wahrscheinlich noch kommen… Ich sollte aufgeregt sein oder? Normale Mädchen wären wahrscheinlich nervös… Ich nahm meine Handtasche und ging nach unten. Jim saß auf dem Sofa und sah sich eine Folge von „Wenn Elfen helfen“ an. Da war dieser Junge Timmy mit seinen zwei Zauberfischen, die Elfen sind und er sich alles wünschen kann. Irgendwie wäre das ja schon ziemlich cool. Meine eigenen helfenden Elfen. Ich seufzte. Manchmal war das Leben einfach nicht einfach. Maggy war in der Küche.

„Ich geh in die Stadt.“, meldete ich mich ab und bekam ein nicken zurück.

„Ich bin wahrscheinlich so gegen 12 zurück aber danach geh ich nochmal weg. Ich bin mit Derek verabredet.“, jetzt schaute Maggy zu mir und zog eine Augenbraue hoch.

„Mit dem Nachbarsjungen?“, fragte sie misstrauisch und ich nickte langsam.

„Was ist?“, irgendwie hatte sie komisch reagiert.

„Ach nichts. Viel Spaß.“, sie widmete sich wieder dem Herd zu, doch das hatte meine Neugier jetzt doch gelockt.

„Nein, sag schon. Sollte ich vorsichtig sein?“, hakte ich nach und Maggy seufzte. Sie lächelte entschuldigend.

„Nein, nein. Alles in Ordnung. Nun geh schon.“, sie lachte, doch ich merkte, dass sie mich loshaben wollte und mir nicht die ganze Wahrheit erzählt hatte. Das ließ mich misstrauisch machen. War es vielleicht doch nicht ganz sicher mit Derek einen Kaffee trinken zu gehen? Andererseits würde sie doch bestimmt nicht wollen, dass Jim mit Derek Basketball spielt, wenn er gefährlich wäre? Ich würde einfach vorsichtig bleiben.

Ich ging zu meinem Auto und stieg ein. Mit viel Mühe haben wir die Farbe gestern Abend abbekommen. Es war wirklich schwer gewesen und an manchen Stellen konnte man Kratzer im Lack erkennen. Ich brauchte um die 15 Minuten um in der Stadt zu sein und weitere fünf um einen Parkplatz zu finden. Ich hasste das. Als ich endlich vor dem H&M ankam war ich wirklich froh, dass ich rechtzeitig angekommen bin. Es brauchte wirklich ewig nur von mir zu Hause in die Stadt zu kommen. Ein paar Minuten später kam dann auch schon April. Sie grinste mich fröhlich an. In der einen Hand einen Starbucks Kaffee und in der anderen ihr Handy. Ihre Handtasche hing an ihrem Ellenbogen. Mit einer fetten Sonnenbrille, Croptop und einer high wasted Jeans, ähnelte sie einem von diesen Hipstern. Mir gefiel das nicht so. Ich wusste, dass sie nicht so war, wie sie hier vor zu geben schien und deswegen war ich wirklich kein Fan davon.

„Hey!“, begrüßte sie mich freudig und ich erwiderte ihre Umarmung. Sie redete sehr viel. Nach einer Weile regte mich das ziemlich auf. Das war einfach zu viel. Sie zog mich in so viele verschiedene Läden, so dass aus dem 12 Uhr dann viertel vor zwei wurde und wir am Ende nur noch völlig erschöpft am Meer im Sand saßen und Eis aßen. Ich hatte ein sehr schönes Kleid mit Blumen gefunden und April meinte es wäre perfekt. Es war hinten länger als vorne und früher hätte ich sowas bestimmt nie angehabt. Früher hätte ich aber wahrscheinlich auch nie gedacht, dass ich mal mit einer Freundin unbeschwert am Wasser sitzen und quatschen würde. Der Pazifik war so schön. Plötzlich wurden wir unterbrochen, denn eine Frau Mitte 20 kam geradewegs auf uns zu. Irgendwie kam sie mir schrecklich bekannt vor.

„Eden, bist du´s?“, fragte sie dann plötzlich und ich musste mich beherrschen nicht das ganze Eis wieder aus zu spucken. Ich durfte mir den Schreck ja nicht anmerken lassen, sonst hätte ich ein riesen Problem. Ich riss mich zusammen und sah mit verwirrten Augen zu der Frau mit dem pinken Strandkleid.

„Lou?“, fragte April total irritiert von der Seite und dann bekam ich endlich meinen Mund auf.

„Mein Name ist Lou. Sie müssen mich verwechseln.“, ich wollte gerade weiter sprechen, als sie wieder anfing zu reden und da erkannte ich sie. Es war Jenna. Jenna war Jims Babysitter gewesen. Ewig lange. Bei jeden Familienfeiern war sie dabei gewesen und wir hatten immer sehr viel Spaß zusammen gehabt, da sie nur 5 Jahre älter gewesen ist als ich. So gern ich wieder mit ihr sprechen wollte, ich musste hier so schnell wie möglich weg.

„Du erinnerst mich sehr an ein Mädchen, dass ich mal kannte.“, okay, bevor sie jetzt noch irgendwas erzählt oder bemerken würde musste ich wirklich handeln.

„Oh April, es ist schon so spät, ich komm zu spät zu meiner Verabredung mit Derek.“, wir standen auf und Jenna tat das Selbe.

„Derek? Bist du sicher, dass du nicht Eden bist, weil…“, weiter kam sie nicht, da ich April an der Hand zog, die jetzt total verwirrt war.

„Ciao. Komm wir müssen los.“, rief ich Jenna zu und wir liefen schnell über den weißen Sand zur Straße.

„Was war denn das?“, scheiße, sie war misstrauisch, das konnte man ihr sehr gut anmerken.

„Ich habe nicht die leiseste Ahnung.“, ich war mal wieder erstaunt von mir selber wie gut ich im Lügen war, andererseits mochte ich es nicht meine Freunde zu belügen und noch weniger mochte ich, dass Jenna mich gesehen hatte und auch noch hier in der Stadt wohnte. Na das konnte ja noch lustig werden.

Eden BraceWo Geschichten leben. Entdecke jetzt