Nächster Morgen
Ich lag gestern die ganze Zeit im Bett. Bis jetzt habe ich nichts von Jax gehört oder gesehen, und das sollte auch so bleiben. Ich lag in fast genau der gleichen Position wie gestern. Meine Augenlider waren angeschwollen, ich hatte zu viel geweint. Geschlafen hab ich auch nicht. Ich konnte es einfach nicht.
Als würde ich nichts mehr können.
Auf einmal wurde die Tür aufgerissen. Jax betrat sein Zimmer und er hatte einen weiteren Mann mit im Schlepptau. Es war dieser Saúl aus dem Bordell. "Josielein sie mal wen ich mitgebracht hab." Saúl nickte einmal und guckte dann wieder zu Jax. "Wenn du Glück hast geht Herr Mantra wieder aber wenn nicht, dann mach dich auf Qualen gefasst." Er lächelte und strich über meine Haare.
"Und kann man sie gebrauchen? Sie wäre wehrlos."
"Guck sie dir an Chef. Sie ist ein Häufchen Elend. Niemand kann sie im Moment gebrauchen. Nichtmal sie selbst kann sich gebrauchen. Unsere Kunden würden nichts mit ihr anzufangen wissen."
Jax schnaufte und schickte Saúl sofort weg. "Bis dann Boss!" Meinte er und verließ das Zimmer.
"Bitte geh weg." Wimmerte ich und drehte mich von ihm weg. "Du hast so einen leeren und trostlosen Ausdruck meine Süße. Mir gefällt das, behalte den ruhig bei Josielein." Jax setzte sich aufs Bett und legte eine Hand auf meine Hüfte. "Fass mich nicht an."
"Aber Darling, jetzt macht es doch doppelt so viel Spaß."
"Ich dachte du willst sehen wie du mich zerstörst? Du hast es geschafft. Ich bin nun kaputt gegangen."
"Für mich sieht dein Körper noch intakt aus. Und da du eine Frau bist und nichts anderes zu bieten hast, reicht mir das."
Er zog meinen Körper zu sich und fing am meinen Nacken zu küssen. "Lass mich in Ruhe, bitte. Ich will nicht von dir angefasst werden!" Ich versuchte mich von ihm wegzurollen doch nichts funktionierte. Er hatte mich zu fest im Griff. "Bittee!" Ich drehte mich um und konnte ihn direkt in die Augen gucken. Er wollte zu einem Kuss ansetzten, doch ich drehte meinen Kopf nach rechts.
"Was willst du jetzt eigentlich tun?"
"Sterben."
"Und wenn ich das nicht zulasse, was dann?"
"Weinen."
"Dann weine doch?"
"Ich hab schon so viel geweint, ich kann nicht mehr."
Ich überlegte kurz und drückte mich dann von ihm weg. Ich will so vieles mehr. Und dafür das ich meine Hoffnung verloren hab, will ich viel zu viel. Wenn ich will, dass er mich nicht anfässt, muss ich selbst dafür sorgen und nicht rumheulen. Ich hab zu viel rumgeheult.
"Ich will dass du stirbst!" Stieß ich aus und verließ das Bett. "Ich will dass du verreckst und einen qualvollen Tod stirbst!"
"Püppchen solche Wörter kenn ich gar nicht von dir? Du meinst das doch sicherlich nicht ernst!"
"Erstick an deinem scheiß Schwanz, du-"
"Ja ich bin ganz Ohr."
"Verfickter Bastard."
"Ich sorge gleich mal dafür, dass du an meinem scheiß Schwanz erstickst, du kleine Göre." Ich lief, ohne Jax aus den Augen zu lassen aus dem Zimmer. Er lief mir nicht mal hinterher. Er blieb einfach in seinem Bett liegen. Auf einmal knallte ich gegen was weiches. Es war ein großer dicker Bauch von einer Person. Ich drehte mich voller Schreck um und erkannte diesen Saúl wieder. Er packte mich und führte mich wieder ins Schlafzimmer. "Lass mich los, ich will nicht!" Motzte ich und versuchte mich loszureißen. "Guck, ich habs doch gesagt. Es dauert keine 5 Minuten und sie flüchtet vor mir." Grinste Jax und hielt mir seine Hand hin. Ich verweigerte und blieb in den Armen von Saúl Mantra. Er stank zwar absolut nach Zigaretten, aber er war wenigstens nicht so harsch und böse wie Jax. "Püppchen, du kannst dich doch an gestern erinnern oder?" Ich guckte nach unten und eine einzelne Träne lief über meine Wange.
"Ich meine da wo ich Fotos gemacht habe und vielleicht ein kleines Video." Ich guckte ihn wieder an und nickte. "Nunja, du hast ja gesehen wie ich Geld verdiene. Und da du hier lebst und nichts außer deinen Körper dazu beisteuerst, musst du dir deinen Unterhalt selbst verdienen."
DU LIEST GERADE
Jax Parker - Sociopath
Mystery / Thriller"Was willst du jetzt tun mein Engel?" "Sterben." "Und was ist, wenn ich das nicht zulasse?" "Weinen." "Dann weine doch?" "Ich hab schon so viel geweint, ich kann nicht mehr."
