Fabi und Kai hatten den Tisch freiwillig abgeräumt und hatten uns alleine gelassen. Ich schob mir gerade den letzten bissen von dem Marmeladebrötchen in den Mund und guckte hoch zu Jax, der versuchte etwas zu sagen, doch Kai kam in den Raum. "Notfall Jax, der Freund von Fabi kommt zu Besuch. In ein paar Minuten ist er da!"
"Bring den um." Jax zuckte mit den Schultern und wollte sich wieder mir widmen. "Meine Fresse ich kann nicht jeden umbringen nur weil Mr. Wichtig und Mrs. Oberzicke frei rumlaufen wollen. Entweder du verpisst dich jetzt nach oben oder ihr fahrt irgendwie weg. Ansonsten schmeiß ich dich raus. Wir haben auch noch ein Privatleben!" Wumms! Das hat gesessen. Jax saß erstarrt auf dem Stuhl und funkelte seinen kleinen Bruder wütend an.
"Pisser, hälst nicht mal zu deinem Bruder."
"Ich halte zu meinem Privatleben du Held."
"Komm Kitten wir gehen!" Er nahm mich an die Hand und ging mit mir nach oben. "Zieh das über, wir besuchen einen Freund." Jax warf mir einen Pulli von sich und eine Jogginghose rüber. "Kenne ich den?" Murmelte ich und zog mir den warm flauschigen Pulli über. "Ich kenn seinen Vater aus der Irrenanstalt."
"Wow das lässt ja Vorfreude aufwecken."
"Sei nicht so frech, er ist Doktor und Psychiater."
Ich sagte gar nichts mehr, es ist sowieso alles falsch was ich sage. Genervt ließ ich mich von Jax ziehen. Er zog und zerrte ständig an meinem Handgelenk. Ich bin ihm wohl zu langsam. Aber wenn Mister Wichtig Misses Oberzicke schnell aus dem Haus bekommen will, weil ein Gast bald eintrifft, dann ist doch klar, dass Misses Oberzicke so langsam und träge ist wie es nur geht. Ist doch logisch oder etwa nicht?
Jax verabschiedete sich noch schnell, sagte er wüsste nicht wann er wieder Zuhause wäre und ging dann mit mir nach Draußen. Er verfrachtete mich in den großen Van von Kai und stieg dann selber ein. "Wie heißt dein Freund?" Fragte ich leise um die Stimmung etwas anzuheben.
"Josh."
"Kommt das von Joshua?"
"Ja. Warum fragst du so 'ne Scheiße?"
"Vielleicht weil ich niemals mehr unvorbereitet auf Fremde Psychopathen treffen will. Die letzten Male ging das nicht gut aus!"
"Touché."
"Ist er auch krank oder hast du zur Abwechslung auch mal normale Freunde?"
"Das kannst du dir selbst beantworten."
Genervt von der Situation guckte ich sauer nach draußen und ließ meine Gedanken einfach hin und her schwirren. Wenn ich jetzt einfach aus dem Auto springen würde, dann hätte ich vielleicht die Chance Lebend davon zu kommen? Kann man bei 70 Km/h überhaupt aus dem Auto springen oder überlebt man das nicht? Wollte ich es ausprobieren? Keine Ahnung.
"Ach ja, nimm nichts zu essen bei Joshua an. Ich verbiete es dir."
"Warum!"
"Weil du grad genug gegessen hast, deswegen!"
"Ja ist ja gut du-" ich hörte lieber auf zu reden, nicht das er gleich ganz plötzlich und unerwartet die Lust auf Autosex verspürt...
"Hast du was gesagt Püppchen?"
"Nein."
"Dann ist ja gut. Wir sind übrigens gleich da."
Jax fuhr auf eine kleine Landstraße die von vielen Bäumen umringt war. Am Ende der Landstraße war eine großes Rasenstück mit einem riesigen Springbrunnen. Und dann sah man es. Das riesige Haus. Es hätte auch eine kleine Villa sein können. "Ist der Typ irgendwie überreich oder warum lebt der hier?"
"Das gehört nicht dem."
"War ja klar!" Motzte ich etwas und bewunderte das große Eisentor durch was wir gerade fuhren.
Wir standen mit dem Van nun vor dem Haus und Jax parkte es etwas abseits.
"Komm jetzt." Er nahm mein Handgelenk und zog mich aus dem Wagen. "Ich kann selber laufen."
"Das ist mir relativ egal, du sollst mir hier nicht verloren gehen." Was will der denn jetzt damit andeuten?
Jax klingelte einmal und wartete darauf, dass ihm jemand die Tür aufmachen würde. Ein großer Mann im Smoking öffnete ihm die Tür und begrüßte Jax mit seinem Nachnamen. "Guten Tag Sir Parker, waren sie angemeldet?" Ein Butler, dass muss einfach ein Butler sein. "Nein aber Josh hat sowieso keine Freunde außer sie und mich."
"Da darf ich mich nicht zu äußern Sir Parker."
"Ich weiß Kumpel." Jax klopfte dem Engländer auf die Schulter und betrat dann das Haus. Eine kleine Eingangshalle kam zum Vorschein und eine riesige Treppe ragte in die Höhe.
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Jax Parker - Sociopath
Mystery / Thriller"Was willst du jetzt tun mein Engel?" "Sterben." "Und was ist, wenn ich das nicht zulasse?" "Weinen." "Dann weine doch?" "Ich hab schon so viel geweint, ich kann nicht mehr."
